Dow fällt auf 52.786 Punkte – Amgen-Aktie verliert über zehn Prozent
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 22:15 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie US-Börsen haben am Dienstag deutlich nachgegeben. Der Leitindex Dow Jones schloss in New York bei 52.786 Punkten und lag damit 1,2 Prozent unter dem Stand des vorherigen Handelstags.
Standardwerte unter Druck
Wenige Minuten vor Handelsschluss notierte der breiter gefasste S&P 500 bei rund 7.675 Punkten, was einem Minus von 0,6 Prozent entsprach. Die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 29.505 Punkten und damit 0,2 Prozent im Minus. Insgesamt zeigte sich damit ein schwächerer Handelstag, an dem besonders die Standardwerte im Dow stärker nachgaben als die großen Technologietitel.
Amgen-Aktie verliert zweistellig
Besonders deutlich gaben die Aktien des Biotechkonzerns Amgen nach. Die Titel notierten zeitweise mehr als zehn Prozent schwächer und gehörten damit zu den größten Verlierern im Handel. Auslöser waren neue Entwicklungen im Markt für Cholesterin-Medikamente.
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hatte zuletzt mit einem Cholesterin-Mittel in einer Studie einen Rückschlag erlitten. Dieser Rückschlag sorgte bei Anlegern für Zweifel an Amgens experimentellem Cholesterin-Wirkstoff Olpasiran, der auf einem ähnlichen Wirkmechanismus beruht. Die Verunsicherung über die Erfolgsaussichten der Forschungsprojekte wirkte sich spürbar auf die Bewertung des US-Unternehmens aus.
Devisen, Gold und Öl in Bewegung
Auch an den Devisenmärkten kam es am Dienstag zu bemerkbaren Bewegungen. Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich etwas fester: Ein Euro kostete am Abend 1,1625 US-Dollar, ein Dollar war im Gegenzug für 0,8602 Euro zu haben.
Der Goldpreis gab hingegen deutlich nach. Für eine Feinunze wurden am Abend 4.358 US-Dollar gezahlt, was einem Rückgang von 1,1 Prozent entspricht. Umgerechnet lag der Preis bei 120,54 Euro pro Gramm. Der Kursrückgang beim Gold fiel damit stärker aus als der Rückgang bei den großen Aktienindizes.
Ölpreise steigen deutlich
Der Ölmarkt zeigte sich am Dienstag fest. Der Preis für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent lag am Abend gegen 22 Uhr deutscher Zeit bei 98,76 US-Dollar. Das entsprach einem Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des vorherigen Handelstags.
Mit dem deutlichen Anstieg des Ölpreises bei gleichzeitig schwächeren Aktienkursen, einem festen Euro und einem sinkenden Goldpreis präsentierten die Märkte insgesamt ein gemischtes Bild. Investoren mussten sich auf erhebliche Ausschläge in mehreren Anlageklassen einstellen.
Der Kursrückgang an den US-Börsen spiegelt eine Phase erhöhter Unsicherheit wider, in der einzelne Branchen und Titel besonders stark schwanken. Dass der Dow Jones an einem Handelstag um 1,2 Prozent fällt, während S&P 500 und Nasdaq 100 geringere Verluste verzeichnen, deutet darauf hin, dass vor allem klassische Standardwerte unter Druck standen.
Der deutliche Rückgang der Amgen-Aktie um zeitweise mehr als zehn Prozent zeigt, wie sensibel der Markt auf neue Daten aus der Arzneimittelforschung reagiert. Rückschläge bei einem konkurrierenden Cholesterin-Medikament von Novartis erhöhen aus Anlegersicht das wahrgenommene Entwicklungsrisiko für ähnliche Wirkstoffe, selbst wenn es sich um unterschiedliche Unternehmen handelt. Investoren befürchten in solchen Situationen, dass regulatorische Hürden, Sicherheitsfragen oder geringere Wirksamkeit die Erfolgschancen vergleichbarer Projekte mindern könnten.
Marktumfeld und Anlagestimmung
Parallel zur Bewegung an den Aktienmärkten weisen die Rohstoff- und Devisenpreise auf ein komplexes Umfeld hin. Ein etwas festerer Euro gegenüber dem US-Dollar kann etwa für europäische Anleger US-Anlagen rechnerisch verteuern, während US-Konzerne mit starkem Auslandsgeschäft von Wechselkursverschiebungen betroffen sind. Der deutliche Rückgang des Goldpreises spricht dafür, dass ein Teil der Anleger sichere Häfen temporär verlässt oder Gewinne mitnimmt, obwohl die Aktienmärkte gleichzeitig nachgeben.
Bedeutung für Anleger
Der kräftige Anstieg des Ölpreises um 1,8 Prozent beim Brent-Preis weist auf eine fortgesetzte Verknappung oder hohe Nachfrage auf dem Energiemarkt hin, was wiederum Auswirkungen auf Inflations- und Zinserwartungen haben kann. Für Anleger bedeutet die Kombination aus schwächeren Aktienkursen, sinkendem Goldpreis und steigendem Ölpreis, dass Portfolios derzeit mehreren, teils gegenläufigen Kräften ausgesetzt sind. Besonders Titel aus der Gesundheitsbranche wie Amgen stehen zusätzlich unter dem Einfluss klinischer Studiendaten und regulatorischer Entscheidungen, die jederzeit zu starken Kursbewegungen führen können.
