US-China-Handelsstreit, Zollpause

US-China-Zollpause: DIHK fordert EU zum Handeln bis Januar auf

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 10:51 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Verlängerung der US-amerikanischen und chinesischen Zollpause verschafft deutschen Firmen kurzfristig mehr Planungssicherheit. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier fordert die EU zugleich auf, Abhängigkeiten zu verringern und die Atempause für eigene Handelsinitiativen zu nutzen.

DIHK drängt EU nach US-China-Zollpause zu schnellem Handeln
Industrieanlagen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) drängt die Europäische Union nach der Verlängerung der Zollpause zwischen den USA und China zu schnellem Handeln. Für deutsche Unternehmen bedeute die Vereinbarung zunächst mehr Planungssicherheit, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Treier fordert belastbare Vereinbarungen

Treier bezeichnete die Verlängerung als „wichtiges Signal der Deeskalation“. Zugleich warnte er: „Zwei zusätzliche Monate sind aber noch keine dauerhafte Lösung.“ Entscheidend seien nun belastbare Vereinbarungen insbesondere bei Exportkontrollen, kritischen Rohstoffen und Schlüsseltechnologien.

Europa dürfe nicht zum Zaungast werden, sagte Treier. Die EU müsse die Atempause nutzen, um ihre wirtschaftliche Position zu stärken, Abhängigkeiten gezielt zu reduzieren, neue Handelspartner zu gewinnen und Abkommen schneller abzuschließen.

Vereinbarung gilt bis zum 10. Januar

Je breiter deutsche Unternehmen ihre Lieferketten und Absatzmärkte aufstellen könnten, desto weniger gerieten sie nach Einschätzung des DIHK zwischen die handelspolitischen Fronten Washingtons und Pekings.

Während des Staatsbesuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping bei US-Präsident Donald Trump in Washington war bekannt geworden, dass sich beide Länder auf eine Verlängerung ihrer Zollpause um zwei Monate bis zum 10. Januar verständigt haben.

Die verlängerte Zollpause zwischen den USA und China verschafft Unternehmen zunächst einen begrenzten zeitlichen Puffer. Die zusätzlichen US-Zölle auf chinesische Waren bleiben bis zum 10. Januar 2027 ausgesetzt; ursprünglich sollte der Aufschub am 10. November 2026 enden. Damit sinkt kurzfristig das Risiko neuer Belastungen für international verflochtene Lieferketten.

Der grundlegende Konflikt ist jedoch nicht gelöst. Im Streit stehen neben Zöllen vor allem US-Exportkontrollen für Halbleiter und Technologien der künstlichen Intelligenz sowie chinesische Beschränkungen für strategische Rohstoffe und seltene Erden. Die Auseinandersetzung betrifft deshalb nicht nur den bilateralen Handel, sondern auch europäische Industrieunternehmen, die auf Vorprodukte, Rohstoffe und Absatzmärkte in beiden Ländern angewiesen sind.

Europas begrenztes Zeitfenster

Für die EU entsteht ein überschaubares Zeitfenster, um eigene Abhängigkeiten zu verringern und Handelsbeziehungen breiter aufzustellen. Dazu gehören verlässlichere Rohstoffquellen, widerstandsfähigere Lieferketten und schnellere Handelsabkommen. Zugleich muss Europa seine Interessen gegenüber Washington und Peking geschlossen vertreten, ohne den Zugang zu wichtigen Märkten unnötig zu erschweren.

Für deutsche Unternehmen bedeutet die Pause vor allem mehr Planungssicherheit bis Jahresbeginn. Eine dauerhafte Entspannung lässt sich daraus nicht ableiten: Neue Exportkontrollen oder ein erneutes Auslaufen der Vereinbarung könnten Kosten, Lieferzeiten und Investitionsentscheidungen rasch beeinflussen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „USA verkünden zu Xis Staatsbesuch längere Zollpause“ (24.09.2026)

Der Beitrag bestätigt die Verlängerung der Zollpause um zwei Monate und ordnet sie in den Staatsbesuch von Xi Jinping bei Donald Trump ein. Einen Schwerpunkt setzt er auf die weiterhin offenen Streitpunkte bei Halbleitern, künstlicher Intelligenz und strategischen Rohstoffen.

ZDFheute: „USA setzen Zusatzzölle für China vorerst weiter aus“ (24.09.2026)

Der Artikel nennt als konkretes Enddatum des Aufschubs den 10. Januar 2027 und beschreibt die Vereinbarung als Ergebnis mehrerer Gespräche zwischen den USA und China. Anders als der Tagesschau-Beitrag hebt er zusätzlich die unmittelbaren Folgen möglicher chinesischer Exportkontrollen auf seltene Erden für Unternehmen in Europa hervor.

Beide Beiträge stellen die Zollpause als zeitlich begrenzte Entlastung dar. Offen bleiben die konkreten Vereinbarungen zu Exportkontrollen, Rohstoffen und Schlüsseltechnologien sowie die Frage, ob bis Januar eine dauerhafte Regelung erreicht wird.

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