RAF Fairford, B-1-Bomber

RAF Fairford: USA ziehen B-1-Bomber wegen möglichem Iran-Drohnenangriff ab

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 03:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die USA haben rund ein Dutzend B-1-Bomber vom britischen Stützpunkt RAF Fairford abgezogen. Hintergrund sind Geheimdienstinformationen über einen möglichen iranischen Drohnenangriff auf die Basis und ihr Personal.

  • Die Vereinigten Staaten haben Langstreckenbomber von einem Militärstützpunkt in Großbritannien abgezogen - US-Medien berichten, warum.  - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
    Die Vereinigten Staaten haben Langstreckenbomber von einem Militärstützpunkt in Großbritannien abgezogen - US-Medien berichten, warum. - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
  • US-Präsident Trump widerspricht mit seinen Aussagen denen seines Außenministers Rubio.  - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
    US-Präsident Trump widerspricht mit seinen Aussagen denen seines Außenministers Rubio. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
Die Vereinigten Staaten haben Langstreckenbomber von einem Militärstützpunkt in Großbritannien abgezogen - US-Medien berichten, warum.  - Bild: Alastair Grant/AP/dpa US-Präsident Trump widerspricht mit seinen Aussagen denen seines Außenministers Rubio.  - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Die Vereinigten Staaten haben rund ein Dutzend B-1-Langstreckenbomber aus Sorge vor einem möglichen iranischen Drohnenangriff vom britischen Militärstützpunkt RAF Fairford abgezogen.

Geheimdienstinformationen als Auslöser

US-Medien berichteten, Geheimdienstinformationen hätten auf einen komplexen Angriff hingedeutet, der von den iranischen Revolutionsgarden angeordnet worden sein könnte. Ziel des Plans seien die Flugzeuge und das Personal auf dem Stützpunkt gewesen, darunter US-Piloten.

Auch über einen möglichen Angriff mit Drohnen sei berichtet worden. Die US-Streitkräfte hatten die Bomber im März nach Großbritannien verlegt, um im Krieg gegen Iran flexibler agieren zu können.

Trump spricht von Bedrohungen

US-Präsident Donald Trump bestätigte einen möglichen iranischen Drohnenangriff auf Großbritannien nicht. Auf die Frage, ob eine solche Gefahr zum Abzug geführt habe, sagte er, das könne er nicht sagen; zugleich erklärte er, es habe Bedrohungen gegeben und die Bomber seien deshalb nur „ein wenig“ und nicht sehr weit verlegt worden.

Außenminister Marco Rubio stellte einen unmittelbaren Zusammenhang mit mutmaßlichen Terrordrohungen dagegen infrage. Die Verlegung sei grundsätzlich nichts Ungewöhnliches, sagte Rubio.

Festnahmen nahe dem Stützpunkt

Ende September waren fünf britische Staatsangehörige nahe RAF Fairford festgenommen worden. Sie werden der Vorbereitung einer terroristischen Tat und möglicher Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz verdächtigt, inzwischen aber unter strengen Auflagen wieder freigelassen.

Kurz darauf wurde ein sechster Verdächtiger mit iranisch-britischer Staatsbürgerschaft festgenommen und ebenfalls unter Auflagen freigelassen. Ob die Männer mit dem mutmaßlich geplanten Drohnenangriff in Verbindung stehen oder einen anderen Angriff vorbereitet haben, ist offen.

Iran-Verbindung im Fokus

Britische Behörden hatten Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran genannt. Der Vorwurf, die Revolutionsgarden hätten britische Staatsangehörige für ein Komplott rekrutiert, steht im Raum; der mutmaßliche Plan soll mehrere Schritte einschließlich eines Ablenkungsmanövers umfasst haben.

Ein Drohnenangriff auf US-Flugzeuge oder Soldaten in Großbritannien hätte den festgefahrenen Krieg im Nahen Osten erheblich verschärfen können.

Militärische Bedeutung von RAF Fairford

RAF Fairford ist ein wichtiger britischer Standort für US-Langstreckenflugzeuge. Nach Angaben der britischen Regierung durften die USA den Stützpunkt nutzen, um iranische Raketenstellungen anzugreifen, von denen aus Schiffe in der Straße von Hormus attackiert worden waren. Der Abzug von rund einem Dutzend B-1-Bombern nimmt den US-Streitkräften damit vorübergehend einen vorgeschobenen Einsatzort in Europa.

Die Verlegung war im März erfolgt, um Einsätze gegen Iran flexibler durchführen zu können. Dass die Flugzeuge nun wegen einer möglichen Bedrohung zurückbeordert wurden, zeigt die sicherheitspolitische Verwundbarkeit solcher Basen auch außerhalb des unmittelbaren Kriegsgebiets. Für Großbritannien rückt damit neben der militärischen Unterstützung der USA der Schutz eigener Einrichtungen und des dort stationierten Personals stärker in den Mittelpunkt.

Offene Ermittlungen und Eskalationsrisiko

Die Festnahmen nahe Fairford und die zusätzliche Festnahme eines britisch-iranischen Staatsbürgers bilden den sicherheitspolitischen Hintergrund. Alle sechs Verdächtigen sind inzwischen unter Auflagen wieder freigelassen worden. Ob sie mit dem nun befürchteten Drohnenangriff in Verbindung stehen, bleibt nach den vorliegenden Angaben offen.

Politisch ist der Vorgang deshalb besonders sensibel: US-Präsident Donald Trump sprach von Bedrohungen, während Außenminister Marco Rubio einen unmittelbaren Zusammenhang mit mutmaßlichen Terrordrohungen zurückwies. Sollte sich ein Angriff auf US-Personal oder Flugzeuge in Großbritannien ereignen, könnte dies den Krieg zwischen den USA und Iran auf einen NATO-Partner und damit geografisch deutlich ausweiten.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „USA ziehen Bomber von britischem Stützpunkt ab“ (05.10.2026)

Der Bericht bestätige den Abzug von zwölf B-1-Bombern und stelle ihn in den Zusammenhang mit Ermittlungen wegen mutmaßlicher Terrorpläne nahe RAF Fairford. Er hebe zudem hervor, britische Behörden brächten den Vorfall mit Iran in Verbindung, während Teheran eine Beteiligung zurückweise.

n-tv: „USA ziehen alle ihre Bomber von Stützpunkt ab“ (04.10.2026)

Der Beitrag bestätige ebenfalls die Rückkehr der Bomber in die Vereinigten Staaten, betone aber stärker, dass das Pentagon einen Zusammenhang mit dem Terrorverdacht nicht bestätigt habe. Offen bleibe damit, ob die Festnahmen und die neue Bedrohung unmittelbar zusammenhingen; zugleich verweise der Bericht auf Hinweise auf eine mögliche iranische Beteiligung.

Beide Berichte stellten den Abzug und die Ermittlungen als gesicherte Vorgänge dar, unterschieden sich jedoch beim Schwerpunkt: Während der erste Beitrag die britisch-iranische Spur und den Ermittlungsstand hervorhebe, betone der zweite die Zurückhaltung des US-Verteidigungsministeriums beim Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen.

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