RAF Fairford, B-1-Bomber

RAF Fairford: USA ziehen B-1-Bomber wegen möglicher Iran-Drohnenattacke ab

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 01:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die USA haben rund ein Dutzend B-1-Bomber vom britischen Stützpunkt RAF Fairford abgezogen. Hintergrund sind Geheimdienstinformationen über einen möglichen iranischen Drohnenangriff auf die Basis und ihre Besatzungen.

Nach dem Abzug der US-Bomber steht die Frage im Fokus, was dazu geführt hat. (Archivfoto) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
Nach dem Abzug der US-Bomber steht die Frage im Fokus, was dazu geführt hat. (Archivfoto) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa

Die Vereinigten Staaten haben ihre Langstreckenbomber aus Sorge vor einem möglichen iranischen Drohnenangriff vom britischen Militärstützpunkt RAF Fairford abgezogen.

Geheimdienstinformationen als Auslöser

US-Medien berichteten, es habe dringende Hinweise auf einen möglichen komplexen Angriff gegeben, der von den iranischen Revolutionsgarden angeordnet worden sein könnte. Ziel des mutmaßlichen Plans seien die Flugzeuge und Menschen auf dem Stützpunkt gewesen, darunter US-Piloten.

Nach Angaben des Nachrichtenportals Axios beruhten die Entscheidungen auf Geheimdienstinformationen. Am Wochenende wurden demnach rund ein Dutzend B-1-Bomber von Fairford zurückbeordert.

Trump bestätigt den konkreten Grund nicht

US-Präsident Donald Trump bestätigte den möglichen Drohnenangriff am Montag nicht. Auf die Frage, ob der Iran Kampfdrohnen nach Großbritannien gebracht habe und ob dies den Abzug ausgelöst habe, sagte er: „Das kann ich Ihnen nicht sagen“.

Trump erklärte zugleich, es habe Bedrohungen gegeben. Deshalb habe man die Bomber „ein wenig verlegt, nicht sehr weit“. Die Verantwortlichen stünden vermutlich mit Iran in Verbindung. Die US-Streitkräfte hatten im März weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt, um im Krieg gegen Iran flexibler agieren zu können.

Festnahmen nahe der Militärbasis

Ende September waren fünf Männer nahe RAF Fairford festgenommen worden. Sie stehen im Verdacht, eine terroristische Tat vorbereitet und gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben; inzwischen wurden sie unter strengen Auflagen freigelassen.

Ein sechster Verdächtiger mit iranisch-britischer Staatsbürgerschaft wurde später ebenfalls vorübergehend festgenommen und unter Auflagen freigelassen. Der britische Premierminister Andy Burnham bestätigte Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran. US-Außenminister Marco Rubio sprach von der möglichen Beteiligung eines ausländischen Akteurs.

Verbindung zum Drohnenplan bleibt offen

Ob die Festgenommenen mit dem mutmaßlich geplanten Drohnenangriff in Verbindung stehen oder einen anderen Angriff vorbereitet haben, ist offen.

Militärischer Vorposten im Iran-Krieg

RAF Fairford ist für die US-Luftwaffe ein wichtiger Standort in Europa. Großbritannien hatte den USA im März erlaubt, den Stützpunkt für spezifische Verteidigungsoperationen gegen Iran zu nutzen. Die Verlegung zusätzlicher Langstreckenbomber sollte kurze Reaktionszeiten und größere operative Flexibilität ermöglichen.

Der Abzug verändert diese Fähigkeit nicht grundsätzlich, weil die B-1-Bomber zu ihren Heimatbasen in den Vereinigten Staaten zurückkehren und die US-Luftwaffe ihre globale Einsatzbereitschaft betont. Er zeigt jedoch, dass auch weit vom eigentlichen Kriegsschauplatz entfernte Einrichtungen in die Sicherheitsplanung einbezogen werden müssen. Ein möglicher Drohnenangriff hätte nicht nur militärische, sondern auch politische Folgen für die britisch-amerikanische Zusammenarbeit.

Offene Ermittlungen und politische Folgen

Die Festnahmen nahe Fairford Ende September haben die Sicherheitslage zusätzlich verschärft. Sechs Verdächtige wurden inzwischen unter Auflagen freigelassen; ob sie mit dem mutmaßlichen Drohnenplan in Verbindung stehen, ist offen. Für die britischen Behörden entsteht damit ein schwieriger Spagat zwischen laufenden Terrorermittlungen, dem Schutz kritischer Infrastruktur und der Vermeidung vorschneller Zuschreibungen.

Für Anwohner und den Flugbetrieb bedeutet der Abzug zunächst eine sichtbare Entlastung am Standort, zugleich bleibt Fairford wegen seiner Rolle im Iran-Krieg ein sicherheitspolitisch sensibler Ort. Die weitere Bedeutung hängt davon ab, ob die Ermittler belastbare Hinweise auf eine iranische Steuerung finden und ob die USA ihre Bomber später erneut nach Großbritannien verlegen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „USA ziehen Bomber von britischem Stützpunkt ab“ (05.10.2026)

Der Bericht bestätige den vollständigen Abzug der Langstreckenbomber und ordne ihn in die Ermittlungen wegen eines mutmaßlich geplanten Terroranschlags ein. Er hebe hervor, britische Behörden brächten den Vorfall mit Iran in Verbindung, während Teheran eine Beteiligung zurückweise; der konkrete Zusammenhang zwischen den Festnahmen und dem Abzug bleibe offen.

n-tv: „USA ziehen alle ihre Bomber von Stützpunkt ab“ (04.10.2026)

Der Artikel bestätige ebenfalls die Rückkehr der Bomber in die Vereinigten Staaten, betone aber stärker, dass das US-Verteidigungsministerium keinen Zusammenhang mit dem Terrorverdacht bestätigt habe. Er stelle den zeitlichen Zusammenhang zwischen den Festnahmen und dem Abzug heraus und verweise auf Hinweise britischer und amerikanischer Regierungsvertreter zu einer möglichen iranischen Beteiligung.

Beide Berichte stimmten beim Abzug und beim Sicherheitskontext überein; Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung des möglichen Iran-Bezugs und der Zurückhaltung des Pentagons. Offen bleibe insbesondere, ob die festgenommenen Männer einen Angriff auf Fairford planten und ob daraus eine dauerhafte Änderung der US-Militärpräsenz in Großbritannien folgt.

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