Grönland-Abkommen, Donald Trump

Grönland-Abkommen: Trump erhält mehr US-Militärpräsenz in der Arktis

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die USA, Dänemark und Grönland haben eine vertiefte Sicherheitspartnerschaft für die Arktisinsel unterzeichnet. Der Deal erweitert die militärischen Möglichkeiten der USA, lässt die grönländische Souveränität aber unangetastet.

  • Das Abkommen ist unterzeichnet.  - Bild: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa
    Das Abkommen ist unterzeichnet. - Bild: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa
  • Der Streit um Grönland sorgte für erhebliche Spannungen in der Nato. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
    Der Streit um Grönland sorgte für erhebliche Spannungen in der Nato. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
  • US-Präsident Trump will die Kontrolle über die Insel haben. (Archivbild) - Bild: Emil Stach/Ritzau Scanpix Foto/dpa
    US-Präsident Trump will die Kontrolle über die Insel haben. (Archivbild) - Bild: Emil Stach/Ritzau Scanpix Foto/dpa
  • Trumps Vorgehen stieß nicht nur in Grönland auf Unmut. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
    Trumps Vorgehen stieß nicht nur in Grönland auf Unmut. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
Das Abkommen ist unterzeichnet.  - Bild: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa Der Streit um Grönland sorgte für erhebliche Spannungen in der Nato. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa US-Präsident Trump will die Kontrolle über die Insel haben. (Archivbild) - Bild: Emil Stach/Ritzau Scanpix Foto/dpa Trumps Vorgehen stieß nicht nur in Grönland auf Unmut. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Die USA, Dänemark und Grönland haben ein Abkommen für eine vertiefte Sicherheitspartnerschaft unterzeichnet, das den Streit um die Arktisinsel vorläufig beilegen soll.

Neue Verteidigungsgebiete vorgesehen

Die Vereinbarung modernisiert und ergänzt das seit 1951 bestehende Verteidigungsabkommen zwischen Dänemark und den USA. Sie hat kein Ablaufdatum. Die USA dürfen die bestehende Pituffik Space Base modernisieren und ihre Aktivitäten dort erweitern.

Zusätzlich sollen zwei Verteidigungsgebiete in Narsarsuaq und Mestersvig entstehen können. Weitere Militärbasen wären möglich, wenn alle drei Parteien zustimmen.

Freie Bewegungen für US-Streitkräfte

Dänemark und Grönland räumen den US-Streitkräften große Bewegungsfreiheit zu Land, zu Wasser und in der Luft ein. Dabei sollen die grönländische Kultur und Gesellschaft sowie Jagd und Fischerei respektiert werden. Dänemark verpflichtet sich außerdem, seine Präsenz in der Arktis auszubauen.

Nicht-Nato-Staaten dürfen ohne Genehmigung der drei Parteien keine eigenen Militäranlagen in Grönland errichten und dort keine dauerhafte Truppenpräsenz unterhalten. Auch Investitionen aus Staaten außerhalb von Nato, EU und den jeweiligen Partnern sollen stärker begrenzt beziehungsweise geprüft werden.

Parlamentarische Zustimmung steht noch aus

In Kraft tritt der Deal erst, wenn die notwendigen parlamentarischen Verfahren des dänischen Königreichs gemeinsam mit Grönland abgeschlossen sind. Seit 1951 gibt es bereits ein Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Dänemark, das 2004 ergänzt wurde und Washington weitreichende Nutzungs-, Flug- und Seeverkehrsrechte einräumt.

Die USA sind seit dem Zweiten Weltkrieg militärisch auf der Insel präsent. Derzeit betreiben sie dort nur die Pituffik Space Base, die auf Raketenabwehr und Weltraumüberwachung ausgerichtet ist.

Trump stellt Abkommen als Erfolg dar

US-Präsident Donald Trump kann den Deal als außenpolitischen Erfolg präsentieren. Zugleich steht er innenpolitisch wegen des zäh verlaufenden Iran-Kriegs unter Druck. Bei den wichtigen US-Parlamentswahlen in gut sechs Wochen wollen die Republikaner ihre knappen Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat verteidigen.

Trump und Außenminister Marco Rubio begründen das amerikanische Interesse vor allem mit der wachsenden Bedeutung der Arktis und dem Einfluss Chinas und Russlands. Rubio sagte, die USA müssten verhindern, dass ausländische Unternehmen eines Tages Häfen oder andere wichtige Bereiche in Grönland kontrollierten.

Grönland bleibt souverän

Für Grönland wird die Vereinbarung als Schutz der eigenen Souveränität beschrieben. Regierungschef Jens-Frederik Nielsen sagte, es handle sich nicht nur um eine Vereinbarung über Grönland, sondern um eine Vereinbarung mit Grönland.

Das Vertrauen in die USA ist durch Trumps frühere Drohungen jedoch belastet. Bewohner des möglichen Standorts Narsarsuaq äußerten sich kritisch zu einer US-Militärpräsenz in ihrer Umgebung. Dänemark gewinnt mit dem Abkommen Zeit und beendet vorläufig die diplomatische Krise mit Washington.

Nato soll stärker eingebunden werden

Die drei Parteien unterstützen laut Vereinbarung ein stärkeres Nato-Engagement in der Arktis. Dazu zählen Planung, Präsenz, Übungen und gemeinsame Nachrichtengewinnung. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, die Vereinbarung stärke gemeinsam mit der wachsenden Rolle des Bündnisses die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region.

Arktis wird zum strategischen Schwerpunkt

Das Abkommen fällt in eine Phase, in der die Arktis für militärische Frühwarnung, Schifffahrtswege und den Zugang zu Rohstoffen an Bedeutung gewinnt. Die USA verfügen mit der Pituffik Space Base bereits über einen Standort, der Raketenabwehr und Weltraumüberwachung unterstützt. Die neue Vereinbarung schafft zusätzliche rechtliche Möglichkeiten für Infrastruktur und Truppenbewegungen, ohne Grönland formal aus dem dänischen Königreich zu lösen.

Für Washington ist der Ausschluss nicht-nordatlantischer Militär- und Investitionsaktivitäten besonders relevant. Damit sollen vor allem strategische Abhängigkeiten verhindert werden, die durch Hafenprojekte, Rohstoffvorhaben oder andere kritische Infrastruktur entstehen könnten. Die Regelung verbindet klassische Verteidigungspolitik mit wirtschaftlicher Sicherheitsvorsorge.

Souveränität bleibt, politische Spannungen bleiben möglich

Grönland erhält durch die Beteiligung an den Verhandlungen und die Mitunterzeichnung mehr Einfluss auf Sicherheitsfragen, bleibt aber von den parlamentarischen Verfahren des dänischen Königreichs abhängig. Die im Abkommen zugesagten Rücksichten auf Jagd, Fischerei und die grönländische Gesellschaft sind deshalb für die praktische Umsetzung zentral.

Für Dänemark entschärft der Deal den offenen Konflikt mit Washington und stärkt zugleich die eigene Verpflichtung zu mehr Präsenz in der Arktis. Für die Nato bedeutet die Vereinbarung eine engere Verzahnung von US-amerikanischen Fähigkeiten und europäischer Verantwortung. Politisch wird entscheidend sein, ob die militärische Ausweitung als gemeinsamer Schutz oder als Einschränkung grönländischer Interessen wahrgenommen wird.

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