Israelisches U-Boot „INS Drakon“ in Haifa eingetroffen
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 13:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas neue israelische U-Boot „INS Drakon“ ist nach einer mehrwöchigen Fahrt von Deutschland im Hafen der Mittelmeerstadt Haifa eingetroffen.
Sechstes und letztes Boot der Reihe
Das teilte eine israelische Militärsprecherin mit. Die „INS Drakon“ wurde vom Kieler Marineschiffbauer TKMS gebaut und ist das sechste und letzte U-Boot der Dolphin-Reihe.
Mit einer Länge von mehr als 70 Metern ist das Boot das größte U-Boot der israelischen Marine. Es verfügt über zehn Torpedorohre.
Marine soll weiter ausgebaut werden
Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte zuletzt eine umfassende Modernisierung und einen Ausbau der Marine angekündigt. Die „INS Drakon“ ist nach israelischen Angaben das erste größere Waffensystem, das im Rahmen des mehrjährigen Plans „Choschen“ zur Marine kommt.
Ziel ist es, dass die Marine weiter von Israel entfernt, länger und mit größerer Feuerkraft operieren kann. Die größere Reichweite ist auch vor dem Hintergrund der anhaltenden Konfrontation mit dem Iran von Bedeutung.
Technische Details bleiben geheim
Zamir sagte, die „INS Drakon“ symbolisiere mehr als alles andere den Wandel, den die Marine im vergangenen Jahr durchlaufen habe. Sie sei zu einem starken strategischen Arm geworden, der jede Bedrohung im Nahen Osten und darüber hinaus erreichen könne.
Nach Angaben der israelischen Wirtschaftszeitung „Calcalist“ wiegt das U-Boot 2.600 Tonnen und ist damit das größte und schwerste, das bisher in israelischen Dienst gestellt wird. Der Antrieb soll längere Tauchfahrten ermöglichen, ohne Außenluft aufnehmen zu müssen.
Monate bis zur Einsatzbereitschaft
Die konkreten technischen Fähigkeiten des U-Boots werden weitgehend geheim gehalten. Das israelische Verteidigungsministerium spricht lediglich von einzigartigen Systemen und bahnbrechenden Technologien.
Nach der Ankunft in Haifa sollen zunächst israelische Systeme eingebaut werden. Die vollständige Einsatzbereitschaft wird erst einige Monate später erwartet.
Überfahrt unter hoher Geheimhaltung
Die gut dreiwöchige Reise von Kiel nach Israel erfolgte der Darstellung zufolge unter hoher Geheimhaltung und weitgehend unter Wasser. Damit sollte verhindert werden, dass andere Staaten Informationen über das U-Boot sammeln.
Die Lieferung deutscher U-Boote an Israel ist ein zentrales Projekt der deutsch-israelischen Rüstungskooperation. Die Exporte sind politisch umstritten, unter anderem wegen der möglichen Nachrüstung der Boote mit Atomwaffen und wegen des Vorgehens der israelischen Armee im Gazastreifen.
Teil einer langfristigen Marineplanung
Mit der Ankunft der „INS Drakon“ setzt Israel die Modernisierung seiner U-Boot-Flotte fort. Das Schiff ist das sechste und letzte Boot der Dolphin-Reihe und soll nach dem Einbau israelischer Systeme erst Monate nach der Ankunft vollständig einsatzbereit sein. Damit markiert die Übergabe keinen sofortigen Fähigkeitszuwachs, sondern den Beginn der abschließenden Integrations- und Erprobungsphase.
Die strategische Bedeutung liegt vor allem in der Kombination aus großer Reichweite, langer Tauchdauer und weitgehend geheim gehaltenen technischen Fähigkeiten. U-Boote können unabhängig von Landbasen operieren und gelten deshalb als Instrument für verdeckte Aufklärung, Abschreckung und weitreichende Einsätze. Für Israel gewinnt diese Fähigkeit angesichts der Spannungen mit dem Iran sowie der Risiken an wichtigen Seewegen im Roten Meer und an der Straße von Hormus an Gewicht.
Politische Bedeutung für Deutschland
Für Deutschland steht die Lieferung zugleich für die enge, seit Jahren bestehende Rüstungskooperation mit Israel. Sie bleibt politisch umstritten: Kritiker verweisen auf mögliche nukleare Einsatzoptionen der Dolphin-Klasse und auf deutsche Rüstungsexporte vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs. Die konkrete Bewaffnung und Leistungsfähigkeit der „INS Drakon“ bleiben jedoch geheim. Für die regionale Sicherheitslage bedeutet das neue Boot vor allem eine längerfristige Stärkung der israelischen maritimen Abschreckung.
