OECD hebt Deutschland-Prognose für 2026 auf 1,1 Prozent
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 10:29 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie OECD hat ihre Wachstumsprognosen für Deutschland angehoben. Die Organisation erwartet für die deutsche Wirtschaft in den Jahren 2026 und 2027 jeweils ein Wachstum von 1,1 Prozent.
Prognose für 2026 deutlich angehoben
Für 2026 hatte die OECD bislang ein Plus von 0,7 Prozent erwartet. Die neue Schätzung liegt damit um 0,4 Prozentpunkte höher.
Auch die globale Wirtschaft hat den durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelösten Energieschock nach Einschätzung der Organisation besser überstanden als erwartet. Die Entwicklung des Konflikts bleibe jedoch hochgradig unsicher und berge weiterhin erhebliche Risiken für die Prognosen.
Weltwirtschaft wächst langsamer
Für die Weltwirtschaft prognostiziert die OECD ein Wachstum von 2,9 Prozent im Jahr 2026 und von 3,0 Prozent im Jahr 2027. In den USA soll das Bruttoinlandsprodukt 2026 um 2,2 Prozent und 2027 um 2,1 Prozent zulegen.
Für die Eurozone erwartet die Organisation in beiden Jahren ein Wachstum von 1,0 Prozent. China soll 2026 um 4,5 Prozent und 2027 um 4,2 Prozent wachsen.
OECD warnt vor nachlassenden Puffern
OECD-Generalsekretär Mathias Cormann erklärte: „Das globale Wachstum hat sich besser gehalten als erwartet, doch die Puffer, die den Energieschock abgefedert haben, gehen zur Neige.“ Das Wachstum sei schwächer als im vergangenen Jahr, zugleich steige die Inflation wieder an.
Cormann forderte, Regierungen müssten ihre Unterstützung auf besonders stark betroffene Bereiche konzentrieren und die öffentlichen Ausgaben auf einen nachhaltigen Kurs bringen. Außerdem müssten sie langfristige Grundlagen für Wachstum schaffen.
Die OECD hebt ihre Deutschland-Prognose für 2026 und 2027 auf jeweils 1,1 Prozent an. Für 2026 bedeutet das gegenüber der bisherigen OECD-Schätzung von 0,7 Prozent eine deutliche Korrektur nach oben. Die Organisation rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft damit etwas stärker wächst als die Eurozone insgesamt, für die sie in beiden Jahren 1,0 Prozent erwartet.
Die Aufwärtsrevision steht im Zusammenhang mit einer widerstandsfähigeren globalen Entwicklung. Weltweit soll die Wirtschaftsleistung 2026 um 2,9 Prozent und 2027 um 3,0 Prozent zulegen. Auch die USA und China bleiben wichtige Wachstumstreiber: Für die Vereinigten Staaten erwartet die OECD 2,2 Prozent im Jahr 2026, für China 4,5 Prozent.
Energieschock bleibt zentrales Risiko
Die bessere Entwicklung bedeutet jedoch keine Entwarnung. Der Konflikt im Nahen Osten kann Energiepreise, Lieferwege und Unternehmenserwartungen weiterhin belasten. Besonders für Deutschland ist das relevant, weil die exportorientierte Industrie stark von stabilen Energie- und Absatzbedingungen abhängt.
Die OECD verbindet ihre Prognose deshalb mit einem finanzpolitischen Hinweis: Staatliche Unterstützung soll gezielt dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt wird, während öffentliche Ausgaben langfristig tragfähig bleiben müssen. Für Haushalte und Unternehmen bleibt entscheidend, ob sich die höhere Wachstumsprognose in mehr Beschäftigung, steigende Investitionen und eine dauerhaft stabilere Nachfrage übersetzt.
