Trump nennt Selenskyj schwierigeren Verhandlungspartner als Putin
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 07:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSTrump stellt Bedingungen für Friedensgespräche
- Trump verglich Selenskyj im Newsmax-Interview mit Putin und bewertete ihn als schwierigeren Verhandlungspartner.
- Der US-Präsident kritisierte ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien wegen möglicher Auswirkungen auf die Ölpreise.
- Selenskyj berät am 16. Oktober in Brüssel mit den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder über weitere Unterstützung.
Trump stellt Selenskyj als Hindernis für Frieden dar
US-Präsident Donald Trump hält den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für einen schwierigeren Verhandlungspartner als Russlands Staatschef Wladimir Putin. In einem Gespräch mit dem ultrakonservativen US-Sender Newsmax sagte Trump, ein Abkommen könne nur ohne Selenskyj zustande kommen, und nannte ihn „keinen guten Mann für uns zum Verhandeln“.
Trump: Wunsch nach Kriegsende auf beiden Seiten
Trump sagte, Selenskyj wolle entgegen dessen eigenen Aussagen keine Vereinbarung. Zugleich erklärte er, beide Seiten wollten den Krieg beenden, und verlangte ein Ende des Blutvergießens durch Selenskyj und Putin.
Streit über russische Diesel-Lieferungen
Das Verhältnis zwischen Trump und Selenskyj ist seit Jahren von öffentlichen Auseinandersetzungen geprägt. Zuletzt kritisierte Selenskyj eine Vereinbarung, nach der Russland mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt bereitstellen soll, während Sanktionen ausgesetzt werden sollen.
Selenskyj sagte in einem Gespräch mit dem britischen Moderator Piers Morgan, es sei bedauerlich, einen starken Partner zu verlieren. Trump warf dem ukrainischen Präsidenten dagegen vor, Angriffe auf russische Raffinerien zu verüben und dadurch die Ölpreise auf dem Weltmarkt zu erhöhen.
Ukraine auf US-Unterstützung angewiesen
Die Ukraine benötigt im Krieg gegen Russland Unterstützung ihrer Verbündeten, insbesondere der USA. Dazu gehören Informationen für die Luftabwehr und das Satelliteninternet Starlink des zum SpaceX-Konzern gehörenden Unternehmens von Elon Musk.
Selenskyj hatte zuletzt ausbleibende Geheimdienstinformationen und Einschränkungen bei der Internetversorgung beklagt. Diese hätten nach seinen Angaben zum Scheitern ukrainischer Drohneneinsätze beigetragen.
Selenskyj berät in Brüssel über Unterstützung
Der ukrainische Präsident reist am 16. Oktober nach Brüssel. Dort berät er mit den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder über weitere Unterstützung für sein Land.
Trumps Äußerungen verschärfen einen bereits belasteten Streit über den politischen Weg zu einem Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der US-Präsident stellt Selenskyj dabei nicht nur als schwierigen Gesprächspartner dar, sondern verbindet seine Kritik mit der Forderung, ein mögliches Abkommen könne ohne den ukrainischen Präsidenten zustande kommen.
Streit über Druck auf Moskau
Im Zentrum steht auch die unterschiedliche Bewertung ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien. Trump macht sie für steigende Ölpreise verantwortlich und drängt zugleich auf ein Ende der Kämpfe. Selenskyj wiederum sieht in der geplanten Lieferung russischen Diesels an die USA und den Weltmarkt ein Signal, dass Washington gegenüber Moskau nicht ausreichend Druck ausübt.
Für die Ukraine ist die Auseinandersetzung besonders folgenreich, weil sie bei Luftverteidigung, Aufklärung und militärischer Kommunikation auf Unterstützung der USA angewiesen ist. Einschränkungen bei diesen Leistungen könnten die ukrainischen Verteidigungsfähigkeiten unmittelbar berühren und erhöhen zugleich den politischen Druck auf europäische Verbündete.
Europas Unterstützung im Fokus
Selenskyjs Besuch in Brüssel fällt deshalb in eine Phase, in der Kiew politische und militärische Rückendeckung aus Europa sucht. Die EU-Staaten stehen vor der Aufgabe, ihre Unterstützung fortzuführen und zugleich mit einem möglichen Kurswechsel Washingtons umzugehen.
Die Äußerungen Trumps lassen offen, wie ein Friedensabkommen ohne Beteiligung der ukrainischen Führung praktisch umgesetzt werden sollte. Für die weitere Entwicklung bleibt damit entscheidend, ob aus der öffentlichen Konfrontation konkrete Änderungen bei Verhandlungen, Sanktionen oder der militärischen Unterstützung folgen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „+++ 15:09 Merz verteidigt Unterstützung der Ukraine gegen Kritik von "links und rechts" +++“ (16.10.2026)
Der Liveticker bestätigt Trumps Einschätzung, Selenskyj sei ein schwierigerer Verhandlungspartner als Putin, und dokumentiert seine Forderung nach einem Abkommen ohne den ukrainischen Präsidenten. Zusätzlich berichtet er über die Unterstützung der Bundesregierung für Selenskyj und über den Streit um Einschränkungen des Satellitensystems Starshield.
Pressespiegel: Europas Rückhalt für Kiew
Euronews: „Selenskyj sucht Rückhalt bei Europas Verbündeten, Washington zögert“ (14.10.2026)
Der Beitrag ordnet Selenskyjs Reise nach Brüssel als Versuch ein, europäische Unterstützung zu sichern. Er setzt einen anderen Schwerpunkt als der n-tv-Liveticker und beschreibt die Spannungen mit Washington, die Abhängigkeit von US-Aufklärung sowie die bevorstehenden EU-Beratungen.
Beide Beiträge stellen die Verschärfung des Konflikts zwischen Washington und Kiew heraus. Der Schwerpunkt liegt bei n-tv auf Trumps Aussagen und deutschen Reaktionen, bei Euronews auf dem europäischen Rückhalt und den möglichen Folgen für die Unterstützung der Ukraine.
