US-Börsen uneinheitlich: Brent steigt auf 107,60 Dollar
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 22:31 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie US-Börsen haben am Donnerstag keine klare Richtung gezeigt, während der stark gestiegene Ölpreis die Inflationssorgen der Anleger verstärkte. Der Dow Jones schloss bei 51.350 Punkten 0,3 Prozent im Minus, der Nasdaq-100 legte um 0,03 Prozent auf 30.479 Punkte zu.
Ölpreis steigt deutlich
Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,03 Prozent auf 7.704 Punkte nach. Für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent wurden am Donnerstagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 107,60 US-Dollar bezahlt, 4,3 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Viele Anleger haben die Hoffnung auf eine kurzfristige Einigung zwischen den USA und dem Iran über die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus aufgegeben. Deshalb rechnen sie mit weiter steigenden Energiepreisen und einer entsprechend höheren Inflation.
Rendite erreicht höchsten Stand seit 22 Jahren
Die Entwicklung belastete auch den Anleihenmarkt. Die Rendite für 30-jährige US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 22 Jahren.
Der Euro verlor am Donnerstagabend leicht und kostete 1,1377 US-Dollar. Ein Dollar war damit 0,8790 Euro wert. Der Goldpreis sank um 0,4 Prozent auf 4.272 US-Dollar je Feinunze, was einem Preis von 120,73 Euro pro Gramm entspricht.
Die Kursbewegungen an der Wall Street spiegeln derzeit vor allem die enge Verbindung zwischen Geopolitik, Energiepreisen und Geldpolitik wider. Die Straße von Hormus ist eine zentrale Route für den internationalen Öltransport. Bleibt die Passage eingeschränkt, rechnen Marktteilnehmer mit höheren Transportkosten und einer anhaltend knappen Versorgungslage.
Der Brent-Preis von 107,60 US-Dollar je Fass liegt deutlich über der Marke, die an den Finanzmärkten häufig als Belastungsfaktor für Inflation und Wachstum betrachtet wird. Steigende Energiekosten verteuern unmittelbar Kraftstoffe und mittelbar zahlreiche Waren und Dienstleistungen. Für private Haushalte können dadurch die Ausgaben für Mobilität und Heizung steigen, während Unternehmen höhere Produktions- und Logistikkosten einkalkulieren müssen.
Ölpreis erhöht den Druck auf die Notenbank
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen reagiert typischerweise auf Erwartungen zu Inflation und Leitzinsen; bei der 30-jährigen Laufzeit erreichte sie laut dts-Meldung den höchsten Stand seit 22 Jahren. Höhere Renditen verteuern die Finanzierung für Staaten, Unternehmen und Immobilienkäufer und können dadurch die Nachfrage bremsen.
Die uneinheitliche Entwicklung der US-Indizes zeigt zugleich, dass Anleger die Folgen unterschiedlich bewerten. Technologiewerte können von ihrer Wachstumsorientierung und einzelnen Geschäftsmodellen gestützt werden, während klassische Standardwerte stärker auf Konjunktur- und Zinsrisiken reagieren. Für Verbraucher und Anleger bleibt entscheidend, ob der Ölpreisanstieg vorübergehend bleibt oder sich über längere Zeit in Inflationserwartungen und Kreditkosten festsetzt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesschau: „Marktbericht: DAX startet mit Verlusten“ (24.09.2026)
Der Bericht ordnet die steigenden Ölpreise und Bond-Renditen als Belastung für die Aktienmärkte ein und verweist auf die weiter auseinanderliegenden Positionen der USA und des Iran bei der Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Damit bestätigt er den geopolitischen und inflationsbezogenen Schwerpunkt der dts-Meldung, setzt den Fokus jedoch auf die europäischen Märkte und die deutsche Zinsentwicklung.
n-tv: „Der Börsen-Tag Donnerstag, 24. September 2026“ (24.09.2026)
n-tv beschreibt ebenfalls Inflations- und Zinserhöhungssorgen als entscheidenden Faktor für die US-Börsen und führt den Anstieg des Ölpreises auf fehlende Fortschritte in den Gesprächen zwischen Washington und Teheran zurück. Anders als die dts-Meldung berichtet der Beitrag Zwischenstände während des Handelstags; offen bleibt damit, wie dauerhaft die Belastung für Aktien und Anleihen ist.
Medienübergreifend besteht Einigkeit über den Zusammenhang zwischen der angespannten Lage rund um Hormus, höheren Ölpreisen und steigenden Zinsängsten. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Gewichtung der europäischen und US-amerikanischen Märkte sowie beim Zeitpunkt der Kursbetrachtung.
