Bahrain, Iran

Treibstofflager in Flammen: Iran attackiert Ölsektor am Golf

12.03.2026 - 05:04:35 | dpa.de

Den Angriffen der USA und Israel hat der Iran militärisch wenig entgegenzusetzen. Doch mit dem Beschuss der wichtigen Energie-Infrastruktur in der Region treibt Teheran die Kosten in die Höhe.

  • Die Ölproduktion ist für viele Staaten in der Golfregion überlebenswichtig. (Archivbild) - Foto: Hasan Jamali/AP/dpa
    Die Ölproduktion ist für viele Staaten in der Golfregion überlebenswichtig. (Archivbild) - Foto: Hasan Jamali/AP/dpa
  • Wegen der Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen ist die Schifffahrt in der Straße von Hormus fast komplett zum Erliegen gekommen.  - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
    Wegen der Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen ist die Schifffahrt in der Straße von Hormus fast komplett zum Erliegen gekommen. - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
  • Die israelische Luftwaffe hat Hisbollah-Stellungen im Libanon angegriffen.  - Foto: Bilal Hussein/AP/dpa
    Die israelische Luftwaffe hat Hisbollah-Stellungen im Libanon angegriffen. - Foto: Bilal Hussein/AP/dpa
  • Auf einem thailändischen Schiff ist nach Beschuss ein Feuer ausgebrochen.  - Foto: Uncredited/Royal Thai Navy via AP/dpa
    Auf einem thailändischen Schiff ist nach Beschuss ein Feuer ausgebrochen. - Foto: Uncredited/Royal Thai Navy via AP/dpa
'.$caption.' '.$caption.' '.$caption.' '.$caption.'

Während US-Präsident Donald Trump erneut ein baldiges Ende des Iran-Krieges in Aussicht stellt, nehmen die iranischen Streitkräfte immer stärker die Energiewirtschaft in der Golfregion ins Visier. Mit den Attacken will die Regierung in Teheran die Kosten für eine Fortsetzung des Krieges in die Höhe treiben. Wegen der Blockade der für die Schifffahrt äußerst wichtigen Straße von Hormus war der Ölpreis zuletzt auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen.

Der Krieg mit dem Iran könnte nach den Worten von US-Präsident Trump schon «bald» enden. Es gebe «praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte», zitierte ihn das US-Nachrichtenportal «Axios» nach einem Telefoninterview. Das israelische Militär hingegen erklärte, es habe noch eine umfangreiche Liste an Zielen im Iran. 

Treibstofftanks in Bahrain und Oman in Flammen

In Bahrain griff der Iran nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen an. Unklar war zunächst, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelte. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Die Menschen in den Vierteln in der Nähe des Flughafens sollten zu Hause bleiben und die Fenster geschlossen halten, teilte das Innenministerium mit. 

Im Oman wurden Treibstofftanks im Hafen von Salala von Drohnen getroffen. Auf einem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera veröffentlichten Video war zu sehen, wie ein großer Feuerball über einem der Tanks aufsteigt. Der Golf-Kooperationsrat verurteilte den Angriff. Ein Sprecher der iranischen Militärführung wies eine Verantwortung dafür jedoch zurück. Der Vorfall im «befreundeten, benachbarten und brüderlichen Land Oman» erscheine verdächtig, sagte er. Man respektieren die Souveränität Omans.

Irak meldet einen Toten bei Angriff auf Öltanker

Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf kam nach Angaben der irakischen Regierung mindestens ein Mensch ums Leben. Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Landes dar, zitierte staatliche Nachrichtenagentur INA einen Militärsprecher. Sechs Schiffe wurden demnach entsandt, um der Besatzung der beiden Tanker zu helfen. 38 Crew-Mitglieder seien geborgen worden, darunter ein Toter, sagte der Militärsprecher weiter. Die Hafenverwaltung stellte daraufhin den Betrieb der Ölterminals des Landes bis auf weiteres ein.

Im Krieg zwischen den USA und Israel mit dem Iran geraten Schiffe im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman immer wieder unter Beschuss. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Kriegsbeginn vor anderthalb Wochen fast komplett zum Erliegen gebracht.

Brand nach Beschuss von thailändischem Frachter

Ein unter thailändischer Flagge fahrender Frachter wurde nahe der Straße von Hormus von iranischen Raketen getroffen. Die «Mayuree Naree», die von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Indien unterwegs war, sei von zwei Geschossen oberhalb der Wasserlinie getroffen worden, wodurch am Heck und im Maschinenraum ein Brand ausgelöst wurde, teilte die thailändische Marine mit. Von den 23 thailändischen Besatzungsmitgliedern konnten 20 von der Marine Omans in Sicherheit gebracht werden, während drei Seeleute nach Angaben der Reederei Precious Shipping wahrscheinlich zunächst im Maschinenraum eingeschlossen blieben.

Unterdessen meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO), dass vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate ein Containerschiff von einem unbekannten Geschoss getroffen worden sei. Der Treffer habe ein kleines Feuer an Bord ausgelöst, verletzt wurde demnach niemand. 

Neue Angriffe auch in den Emiraten und in Saudi-Arabien

Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten am frühen Morgen, die Luftabwehr bekämpfe eine Bedrohung durch Raketen. In Dubai stürzte in der Nacht zudem eine Drohne auf ein Wohngebäude. Ein Brand wurde unter Kontrolle gebracht, niemand wurde verletzt, wie die Behörden mitteilten. 

Saudi-Arabien meldete in der Nacht, dass im Osten des Landes 18 Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Das kuwaitische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr des Golfstaats habe eine Reihe feindlicher Drohnen abgefangen, die in den Luftraum im Norden des Landes eingedrungen seien.

Schweiz schließt Botschaft im Iran, die auch US-Interessen vertritt

Die Schweiz schließt ihre Botschaft in Teheran nach eigenen Angaben wegen eines «steigenden Sicherheitsrisikos» vorübergehend. Die Schweiz vertritt im Iran seit Jahrzehnten auch die Interessen Washingtons. Die US-Regierung respektiere die Entscheidung und sei der Botschaft und den Mitarbeitern zu tiefem Dank verpflichtet, erklärte die US-Vertretung in Bern.

Die Schweiz agiert als sogenannte Schutzmacht der USA im Iran. Sie vertritt dort seit dem Abbruch der amerikanisch-iranischen Beziehungen die Interessen der USA. Sie übermittelt Botschaften zwischen beiden Ländern und betreut bei Bedarf amerikanische Staatsbürger. 

Israel greift Kommandozentralen der Hisbollah im Libanon an

Derweil zerstörten die israelischen Streitkräfte bei einer heftigen Angriffswelle auf den Libanon nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der proiranischen Hisbollah. Innerhalb von 30 Minuten habe die Luftwaffe in den als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut zehn Ziele angegriffen, darunter ein Hauptquartier des Hisbollah-Geheimdienstes, die Zentrale der Eliteeinheit Radwan und weitere Kommandozentralen, teilte das israelische Militär mit. 

Demnach griffen die Streitkräfte auch zahlreiche Raketenabschussrampen und Dutzende Hisbollah-Kämpfer an, die den Angaben zufolge Attacken auf Israel vorbereiteten. Nach Hinweisen von israelischen Bodentruppen nahm die Luftwaffe darüber hinaus über 20 Ziele in verschiedenen Teilen des Libanons unter Beschuss, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Zuvor hatte die Hisbollah den Norden von Israel mit Raketen angegriffen.

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos

ausland | 68661490 |

Weitere Meldungen

Angriff auf Treibstofflager in Flughafennähe in Bahrain Der Iran hat nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager in Bahrain angegriffen. (Boerse, 12.03.2026 - 05:52) weiterlesen...

Lufthansa-Konzern verlängert Flugstopp nach Nahost. Lufthansa reagiert weiter auf die Lage im Nahen Osten – Charterflüge für Rückholaktionen laufen jedoch weiter. Flüge nach Tel Aviv, Teheran und in andere Städte bleiben ausgesetzt. (Unterhaltung, 09.03.2026 - 14:39) weiterlesen...

Chamenei-Sohn oberster Führer Irans - Rauch über Teheran. Die USA kündigen verstärkte Angriffe auf den Iran an. Die Islamische Republik hat einen neuen obersten Religionsführer. Nach dem Angriff auf ein Öllager verdunkelt sich der Himmel über Teheran. (Ausland, 08.03.2026 - 23:05) weiterlesen...

Angriffe verdunkeln Teheran - Chamenei-Nachfolge soll stehen. Mitten im Krieg soll eine wichtige Entscheidung getroffen worden sein. Die USA kündigen verstärkte Angriffe auf den Iran an, ein Öllager in Teheran geht in Flammen auf. (Ausland, 08.03.2026 - 14:33) weiterlesen...

Bahrain: Wasser-Entsalzungsanlage bei Angriff beschädigt. Jetzt kommt es zu Schäden an einer wichtigen Anlage zur Wasser-Entsalzung. Bisher gerieten bei Irans Angriffen etwa US-Basen, Wohngebiete und Öl-Anlagen in den Golfstaaten unter Beschuss. (Ausland, 08.03.2026 - 09:21) weiterlesen...

Nach Irans Entschuldigung: Weiter Angriffe in Golfregion. Doch die iranischen Raketen und Drohnen fliegen vorerst weiter. Von Irans Präsident Peseschkian kommen Worte, die nach einer möglichen Deeskalation mit Blick auf die Golfstaaten klingen. (Ausland, 07.03.2026 - 12:46) weiterlesen...