Xi-Trump-Gipfel, US-China-Handelskonflikt

Xi besucht Trump: Handelsstreit und viele Konflikte beim Gipfel

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 04:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping reist zu einem mehrtägigen Staatsbesuch nach Washington. Beim Treffen mit US-Präsident Donald Trump geht es neben dem Handelskonflikt auch um KI, Iran, Russland und Taiwan.

  • Im Mai trafen sich Trump und Xi zuletzt (Archivbild). - Bild: Maxim Shemetov/Pool Reuters/AP/dpa
    Im Mai trafen sich Trump und Xi zuletzt (Archivbild). - Bild: Maxim Shemetov/Pool Reuters/AP/dpa
  • Xi brachte Trump an bedeutende Orte Pekings (Archivbild). - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
    Xi brachte Trump an bedeutende Orte Pekings (Archivbild). - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
  • China und die USA liefern sich einen Kampf um Künstliche Intelligenz (Archivbild). - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
    China und die USA liefern sich einen Kampf um Künstliche Intelligenz (Archivbild). - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Im Mai trafen sich Trump und Xi zuletzt (Archivbild). - Bild: Maxim Shemetov/Pool Reuters/AP/dpa Xi brachte Trump an bedeutende Orte Pekings (Archivbild). - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa China und die USA liefern sich einen Kampf um Künstliche Intelligenz (Archivbild). - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping trifft am Mittwoch in Washington ein und wird dort bis Freitag von US-Präsident Donald Trump mit einem umfangreichen Staatsprogramm empfangen.

Militärparade und Staatsbankett

Trump will Xi persönlich am Flughafen abholen. Geplant sind unter anderem eine Militärschau, ein Staatsbankett mit hochrangigen Tech-Managern und ein gemeinsamer Tee.

Xi erwidert damit Trumps pompösen Besuch in Peking im Mai. Zuletzt war der chinesische Staatschef 2023 zu einem Wirtschaftsgipfel nach Kalifornien gereist und hatte dort den damaligen US-Präsidenten Joe Biden getroffen. Trump empfing Xi bereits 2017 auf seinem Anwesen Mar-a-Lago; der bislang letzte offizielle Staatsbesuch Xis im Weißen Haus fand 2015 statt.

Abkommen über Grönland belastet Gipfel

Nur einen Tag vor Xis Ankunft unterzeichnete Trump mit Dänemark und Grönland ein Abkommen über Verteidigung und eine stärkere militärische Präsenz auf der Arktisinsel. Die USA wollen damit auch verhindern, dass China in der Region an Einfluss gewinnt. Der Schritt könnte zu diplomatischen Spannungen beim Gipfel führen.

Aus Peking kommen zugleich Signale für eine engere Zusammenarbeit. Der Besuch soll nach Einschätzung des China-Experten Edgard Kagan vom Washingtoner Forschungsinstitut CSIS auch durch die persönliche Begegnung der beiden Staatschefs Stabilität schaffen.

Handelsfrieden läuft im November aus

Der im Oktober vereinbarte Handelsfrieden läuft am 10. November in wichtigen Teilen aus. Die USA verzichteten zunächst auf weitere Zollerhöhungen, während China einen Teil seiner verschärften Exportkontrollen für Seltene Erden aussetzte.

China könnte eine Verlängerung bis zum Ende von Trumps Amtszeit anstreben. Washington dürfte sich dagegen eher nur für einige weitere Monate binden wollen, um den wirtschaftlichen Druck aufrechtzuerhalten. Als mögliche Ergebnisse gelten ein längerer Aufschub, chinesische Käufe von US-Agrarprodukten und Boeing-Flugzeugen sowie Zollsenkungen für ausgewählte Waren.

Für die USA ist außerdem eine verlässlichere Lieferung kritischer Rohstoffe wichtig. China beherrscht bei vielen Seltenen Erden große Teile der weltweiten Verarbeitung. Peking könnte im Gegenzug Erleichterungen bei amerikanischen Technologiebeschränkungen verlangen.

KI-Wettlauf mit begrenzter Kooperation

Die USA und China konkurrieren um leistungsfähige KI-Modelle, Computerchips und Rechenzentren. Washington will Chinas Zugang zu modernsten KI-Chips und deren Produktion begrenzen, während Peking eigene Technologien vorantreibt.

Beide Seiten sorgen sich zugleich vor einem Missbrauch leistungsfähiger Systeme für Cyberangriffe, biologische Waffen oder militärische Zwecke. Wenige Tage vor dem Gipfel einigten sich hochrangige Unterhändler nach US-Angaben auf einen KI-Dialog, der auch einen Mechanismus zur Warnung vor Gefahren enthalten soll. Experten erwarten zunächst jedoch nur begrenzte Fortschritte.

Iran, Russland und Taiwan

Trump will mit Xi auch über den Krieg mit dem Iran sprechen. China ist der größte Käufer iranischen Öls und ein wichtiger Partner Teherans. Washington hofft auf chinesischen Druck, um die Lage in der Straße von Hormus zu stabilisieren.

Zusätzlichen Streit birgt ein neues US-Sanktionspaket gegen Russland. Es sieht mögliche Zölle von bis zu 100 Prozent gegen Staaten vor, die weiterhin russisches Öl oder Gas kaufen, und könnte damit auch China treffen.

Ein weiterer Konfliktpunkt ist Taiwan. China betrachtet die demokratisch regierte Insel als Teil seines Staatsgebiets und schließt den Einsatz von Gewalt nicht aus. Die USA sind Taiwans wichtigster Waffenlieferant; ein von Trump geplantes Waffenpaket im Wert von rund 14 Milliarden US-Dollar ist bislang nicht genehmigt.

Persönliche Diplomatie als Krisenmanagement

Der Besuch fällt in eine Phase, in der Washington und Peking ihre Konkurrenz auf mehreren Ebenen austragen. Handel, Technologie, Sicherheitsfragen und geopolitische Konflikte greifen ineinander. Dadurch kann ein begrenztes Abkommen in einem Bereich rasch durch Streit in einem anderen belastet werden.

Besonders greifbar ist der Zeitdruck im Handel: Die im Oktober vereinbarte Zollpause läuft am 10. November in wichtigen Teilen aus. Für Unternehmen bedeutet das weiterhin hohe Unsicherheit bei Lieferketten, Preisen und Investitionsentscheidungen. Seltene Erden sind dabei ein strategischer Hebel, weil sie für Elektroautos, Elektronik, Luftfahrt und Rüstung benötigt werden.

KI und globale Konflikte

Die Gespräche über Künstliche Intelligenz zeigen zugleich, dass beide Staaten trotz ihres Technologie-Wettlaufs gemeinsame Risiken begrenzen müssen. Ein direkter Informationskanal über Sicherheitsvorfälle wäre zunächst vor allem ein Instrument zur Vermeidung von Fehlkalkulationen; umfassendere Regeln scheitern voraussichtlich an fehlendem Vertrauen und gegensätzlichen Sicherheitsinteressen.

Für Europa und Deutschland ist der Gipfel deshalb auch wirtschaftlich und sicherheitspolitisch relevant. Entscheidungen zu Zöllen, Rohstoffexporten und Technologiebeschränkungen können europäische Hersteller unmittelbar treffen. Gespräche über Iran, Russland, die Ukraine und Taiwan zeigen zudem, dass das Verhältnis der beiden größten Wirtschaftsmächte weit über bilaterale Handelsfragen hinausreicht.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Vor Trump-Xi-Gipfel: China und USA beraten über KI“ (21.09.2026)

Der Bericht hebt hervor, Vertreter beider Staaten hätten vor dem Gipfel über Sicherheitsrisiken Künstlicher Intelligenz und einen Mechanismus zum Informationsaustausch beraten. Zugleich stelle er den auslaufenden Zollfrieden sowie mögliche Gespräche über Iran, Taiwan und Russland in den größeren Zusammenhang des Treffens.

FOCUS online: „USA und China wollen einen Kommunikationskanal zu KI-Risiken schaffen – kurz vor Xis Besuch bei Trump in Washington“ (21.09.2026)

Der Artikel betone den geplanten direkten Kommunikationskanal für KI-Risiken und schildere die Gespräche der Unterhändler als Vorbereitung des Präsidententreffens. Anders als die dpa-Meldung setze er den Schwerpunkt stärker auf den technischen Sicherheitsdialog; offen bleibe, wie verbindlich ein solcher Mechanismus werde.

Beide Berichte bestätigten die zentrale Bedeutung von Handel und Künstlicher Intelligenz für den Gipfel. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung: Während der tagesschau-Bericht mehrere außenpolitische Konfliktfelder einordne, konzentriere sich der FOCUS-Beitrag stärker auf den geplanten KI-Dialog.

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