Friedrich Merz, CPTPP

Merz wirbt in Singapur für EU-Handelspakt mit Pazifikstaaten

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 08:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bundeskanzler Friedrich Merz will die EU wirtschaftlich enger mit den Pazifikstaaten verknüpfen. Er sieht darin einen Weg, Lieferketten zu stärken und Abhängigkeiten von China zu verringern.

Handelspläne über den Pazifik hinaus

  • Merz hielt seine Grundsatzrede in Singapur während der Asien-Reise.
  • Die CPTPP umfasst zwölf Mitgliedstaaten mit fast 600 Millionen Menschen.
  • Langfristig strebt der Kanzler auch ein EU-Abkommen mit der Asean an.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wirbt bei einem Besuch in Singapur für einen Ausbau der Handelsbeziehungen. - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Merz wirbt in Singapur für EU-Pakt mit Pazifikstaaten

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich bei seiner Asien-Reise für ein Freihandelsabkommen der EU mit der Transpazifischen Partnerschaft CPTPP ausgesprochen. In einer Grundsatzrede in Singapur schlug er zudem vor, bestehende Abkommen der EU mit einzelnen Ländern stärker miteinander zu verknüpfen.

Die CPTPP zählt zwölf Mitgliedstaaten mit fast 600 Millionen Einwohnern. Merz sagte, beide Seiten würden mehr als ein Drittel des Welthandels vereinen.

Zwölf Staaten in der Transpazifischen Partnerschaft

Die Transpazifische Partnerschaft wurde 2018 gegründet, um Handelshemmnisse abzubauen. Zu ihren Mitgliedern gehören unter anderem Kanada, Australien, Chile und Großbritannien.

Merz nannte als weitere Partner, mit denen die EU Freihandelsabkommen schließe, Indonesien, die Philippinen, Indien, Australien und Malaysia. Er sprach sich dafür aus, diese Vereinbarungen effizienter miteinander zu verbinden.

EU führt Handelsverhandlungen

Ein Abkommen zwischen der EU und der CPTPP würde nach den Worten des Kanzlers den eng verflochtenen Liefer- und Produktionsketten Rechnung tragen. Langfristig strebe er außerdem ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und der Asean an.

Der südostasiatische Staatenbund hat elf Mitgliedstaaten mit zusammen fast 700 Millionen Einwohnern. Für die Verhandlungen und den Abschluss von Handelsabkommen ist nicht die Bundesregierung zuständig, sondern die Europäische Union mit ihren 27 Mitgliedstaaten.

Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der Deutschland und die Europäische Union ihre wirtschaftlichen Abhängigkeiten breiter verteilen wollen. Im Mittelpunkt steht dabei die Verringerung einseitiger Risiken bei Rohstoffen, Technologie und Lieferketten. Die Asienreise des Kanzlers ist deshalb nicht nur wirtschaftspolitisch, sondern auch strategisch ausgerichtet.

Die CPTPP verbindet zwölf Staaten aus fünf Kontinenten und umfasst wichtige Handels- und Industriestandorte im Pazifikraum. Ein Abkommen mit der EU würde zwei große Wirtschaftsräume enger verknüpfen und könnte Unternehmen den Zugang zu Märkten erleichtern. Zugleich wären die Verhandlungen politisch und rechtlich anspruchsvoll, weil die EU ihre Handelsregeln mit den unterschiedlichen Standards und Interessen der CPTPP-Mitglieder abstimmen müsste.

Handelspolitische Perspektive

Für Deutschland wäre ein solcher Vorstoß vor allem ein Signal gegen eine zu starke Konzentration auf einzelne Handelspartner. Die praktische Umsetzung läge jedoch bei der Europäischen Union, nicht bei der Bundesregierung allein. Entscheidend wäre daher, ob sich innerhalb der EU eine gemeinsame Position zu Umfang, Regeln und Prioritäten eines solchen Abkommens bilden lässt.

Der Bezug zur Asean zeigt zudem, dass Merz die Handelsbeziehungen nicht auf einzelne bilaterale Vereinbarungen begrenzen will. Ein EU-Abkommen mit dem südostasiatischen Staatenbund wäre ein langfristiges Projekt. Kurzfristig dürften deshalb bestehende Partnerschaften, Investitionen und die Absicherung von Lieferketten im Vordergrund stehen.

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