Brasilien-Wahl 2026, Lula da Silva

Brasilien-Wahl: Lula und Bolsonaro kämpfen um letzte Stimmen

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 02:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Brasiliens Präsident und sein rechter Herausforderer beendeten ihren Wahlkampf mit Kundgebungen in mehreren Städten. Rund 159 Millionen Wahlberechtigte entscheiden am Sonntag über den künftigen Kurs des Landes.

Brasiliens Wahl entscheidet sich am Sonntag

  • Lula trat vor der Stichwahl in São Paulo und Rio de Janeiro vor großen Menschenmengen auf.
  • Flávio Bolsonaro warb in Belo Horizonte und im Rios Stadtteil Barra da Tijuca um Unterstützung.
  • Die erste Runde gewann Bolsonaro mit etwa 47 Prozent vor Lula mit rund 45 Prozent.
  • Lula mobilisiert zum letzten Mal vor der Stichwahl die Massen. - Bild: Silvia Izquierdo/AP/dpa
  • Flávio Bolsonaro mobilisiert zum letzten Mal vor der Stichwahl seine Anhänger. - Bild: Philipp Znidar/dps/dpa
  • Anhänger von Flávio Bolsonaro jubeln in Rios Nobelviertel Barra da Tijuca. - Bild: Philipp Znidar/dps/dpa
  • Anhänger von Lula jubeln in São Paulo. - Bild: Natacha Pisarenko/AP/dpa
Lula mobilisiert zum letzten Mal vor der Stichwahl die Massen. - Bild: Silvia Izquierdo/AP/dpa Flávio Bolsonaro mobilisiert zum letzten Mal vor der Stichwahl seine Anhänger. - Bild: Philipp Znidar/dps/dpa Anhänger von Flávio Bolsonaro jubeln in Rios Nobelviertel Barra da Tijuca. - Bild: Philipp Znidar/dps/dpa Anhänger von Lula jubeln in São Paulo. - Bild: Natacha Pisarenko/AP/dpa

Lula und Bolsonaro beenden Wahlkampf vor Brasiliens Stichwahl

Einen Tag vor der Stichwahl in Brasilien haben Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und sein rechter Herausforderer Flávio Bolsonaro noch einmal Tausende Anhänger mobilisiert. Umfragen sehen beide nahezu gleichauf, nachdem Bolsonaro die erste Wahlrunde mit etwa 47 Prozent vor Lula mit rund 45 Prozent der gültigen Stimmen gewonnen hatte.

Lula wirbt in São Paulo und Rio

Der 80-jährige Lula trat zunächst an der Copacabana in Rio de Janeiro auf einem Lautsprecherwagen auf. Anschließend sprach er vor Tausenden Anhängern auf der Avenida Paulista in São Paulo und warb für Sozialprogramme, staatliche Investitionen und einen politischen Kurs ohne Rückschritt.

Lula gehört der linken Arbeiterpartei PT an. Er steht für die Fortsetzung seiner Sozialpolitik und einen starken Staat.

Bolsonaro mobilisiert konservative Anhänger

Flávio Bolsonaro warb zunächst in Belo Horizonte bei einer von Musik begleiteten Motorradrundfahrt um Stimmen. Am Nachmittag trat der 45-jährige Senator im Rios Stadtteil Barra da Tijuca vor Tausenden Anhängern auf.

Der Kandidat der rechten Liberalen Partei PL verspricht einen konservativen Kurswechsel und ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität. Außerdem will er eine Amnestie für seinen Vater Jair Bolsonaro erreichen, der wegen eines versuchten Staatsstreichs zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt wurde und derzeit unter Hausarrest steht.

Entscheidung für rund 159 Millionen Wahlberechtigte

Rund 159 Millionen Wahlberechtigte sind am Sonntag aufgerufen, über die politische Zukunft des größten Landes Lateinamerikas zu entscheiden. Da keiner der beiden Kandidaten in der ersten Runde mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhielt, entscheidet nun die Stichwahl.

Mehrere politische Beobachter sehen Flávio Bolsonaro im Vorteil. Die Umfragen sagen dennoch ein knappes Rennen voraus.

Die Stichwahl entscheidet über den politischen Kurs Brasiliens, des größten Landes Lateinamerikas. Lula steht für die Fortsetzung staatlicher Sozialprogramme und Investitionen, während Flávio Bolsonaro einen konservativen Kurswechsel, Deregulierung und ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität verspricht.

Die Ausgangslage ist besonders eng, weil keiner der beiden Bewerber in der ersten Runde die absolute Mehrheit erreichte. Flávio Bolsonaro lag mit rund 47 Prozent vor Lula, der etwa 45 Prozent der gültigen Stimmen erhielt. Damit kommt es auf die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten und auf die Mobilisierung bislang unentschlossener Bürger an.

Polarisierte Richtungsentscheidung

Der Wahlkampf verbindet soziale und wirtschaftliche Fragen mit dem Thema Sicherheit. Zugleich steht die politische Zukunft der Bolsonaro-Familie zur Abstimmung: Flávio Bolsonaro will eine Amnestie für seinen Vater Jair Bolsonaro erreichen, der wegen eines versuchten Staatsstreichs zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt wurde und unter Hausarrest steht.

Für die rund 159 Millionen Wahlberechtigten geht es damit nicht nur um einen Regierungswechsel, sondern auch um den Umgang mit dem politischen Erbe der vergangenen Jahre. Das knappe Rennen dürfte zudem die Bedeutung regionaler Bündnisse und der Wahlbeteiligung erhöhen. Erste vorläufige Ergebnisse werden in der Nacht zum Montag mitteleuropäischer Zeit erwartet.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Umfragen vor Brasilien-Wahl 2026: Bolsonaro gegen Lula – Prognose-Trend deutet sich an“ (24.10.2026)

Der Beitrag ordnet Flávio Bolsonaro als leichten Favoriten ein und verweist auf einen knappen Vorsprung in mehreren Umfragen. Einen Schwerpunkt legt er auf die Wahlarithmetik und die Unterstützung konservativer Kräfte für den Herausforderer.

ZDFheute: „Brasilien vor Richtungswahl: Duell zwischen Lula und Bolsonaro“ (24.10.2026)

Der Beitrag beschreibt die Stichwahl als Entscheidung über die politische Richtung des Landes und stellt Sozialpolitik und einen härteren Sicherheitskurs gegenüber. Zusätzlich beleuchtet er das enge Ergebnis der ersten Runde und erwartet erste vorläufige Resultate in der Nacht zum Montag.

Beide Beiträge betonen das enge Rennen und den Gegensatz zwischen Lulas Sozialpolitik und Bolsonaros konservativem Kurs. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Die Frankfurter Rundschau konzentriert sich stärker auf Umfragen und Wahlmathematik, ZDFheute auf politische Richtungsfragen und den Ablauf des Wahlabends.

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