Saporischschja: Selenskyj meldet Tote und Verletzte nach russischen Angriffen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 12:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei russischen Luftangriffen auf Saporischschja und weitere ukrainische Städte sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zwei Menschen getötet und landesweit 14 verletzt worden.
Angriffe auf mehrere Regionen
Selenskyj schrieb in sozialen Netzwerken, betroffen seien neben Saporischschja auch Kiew sowie die Gebiete Odessa, Sumy, Charkiw, Poltawa, Mykolajiw und Winnyzja. In Saporischschja seien zwei Menschen ums Leben gekommen.
„Es ist wichtig, dass unsere Partner nicht vergessen: Russland eskaliert jeden Tag“, erklärte der ukrainische Präsident. Er forderte deshalb härtere Sanktionen der USA und der Europäischen Union gegen Russland.
Ukraine greift Ziele in Russland an
Selenskyj bestätigte außerdem ukrainische Drohnenangriffe auf die Raffinerie von Ilski im südrussischen Gebiet Krasnodar sowie auf eine Rüstungsfabrik im Gebiet Rostow.
Hohe Opferzahl in Kiew am Vortag
Bei russischen Drohnenangriffen auf Kiew waren am Freitag sieben Menschen getötet und 59 verletzt worden. Der russische Präsident Wladimir Putin drohte bei einem Auftritt in St. Petersburg mit noch härteren Schlägen gegen die Ukraine.
Putin stellte dies als Reaktion auf einen großen ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau am Tag der russischen Parlamentswahl dar. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen die großangelegte russische Invasion.
Angriffe als Teil einer wechselseitigen Eskalation
Die neuen russischen Luftangriffe treffen die Ukraine in einer Phase anhaltend hoher Intensität. Seit Beginn der großangelegten russischen Invasion im Februar 2022 gehören Drohnen- und Raketenangriffe auf Städte, Energieanlagen, Logistik und industrielle Infrastruktur zum Kriegsgeschehen. Die wiederholten Schäden zeigen, dass die Luftverteidigung zwar zahlreiche Geschosse abfängt, aber keinen vollständigen Schutz der Zivilbevölkerung gewährleisten kann.
Drohnen prägen das Angriffsgeschehen
Parallel weitet die Ukraine ihre Angriffe auf militärisch und wirtschaftlich relevante Ziele in Russland aus. Raffinerien und Rüstungsbetriebe sind für Moskaus Kriegsführung besonders bedeutsam, weil sie Treibstoff, Komponenten und Produktionskapazitäten bereitstellen. Die bestätigten ukrainischen Drohnenangriffe stehen damit für den Versuch, den Krieg auch jenseits der Front logistisch und industriell zu beeinflussen.
Politische Folgen für Unterstützung und Verhandlungen
Selenskyjs Forderung nach härteren Sanktionen richtet sich vor allem an die USA und die EU. Sanktionen sollen Russlands Zugang zu Technologie, Finanzierung und kriegswichtigen Gütern begrenzen; ihre Wirkung hängt jedoch von Durchsetzung, Umgehungsgeschäften und internationaler Unterstützung ab. Für die Menschen in den betroffenen Regionen bleibt kurzfristig der Schutz vor weiteren Angriffen entscheidend. Die hohen Opferzahlen in Kiew am Vortag und die neuen Toten in Saporischschja erhöhen zugleich den politischen Druck auf die Partner der Ukraine, Luftverteidigung, Munition und finanzielle Hilfe bereitzustellen.
