Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs: Tumor operativ entfernt
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 08:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Diagnose nach der Lungenoperation
- Leo XIV. wurde in der Gemelli-Klinik in Rom der untere Lappen der rechten Lunge entfernt.
- Die Gewebeuntersuchung ergab ein Lungenadenokarzinom, eine bösartige Form von Lungenkrebs.
- Die molekulare Signatur des Tumors kann innerhalb von ein bis drei Tagen vorliegen.
Bei Papst Leo XIV. ist nach einer Operation wegen eines Knotens in der Lunge ein Lungenadenokarzinom festgestellt worden.
Unterlappen der rechten Lunge entfernt
Die behandelnde Gemelli-Klinik teilte mit, dass der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt wurde, in dem der zuvor entdeckte Tumor saß. Damit sollten verbliebene Tumorzellen beseitigt werden.
Nach Einschätzung des Pneumologen Jürgen Behr von der Ludwig-Maximilians-Universität München ist der Verlust dieses Lungenabschnitts für Patienten meist keine dramatische Einschränkung. Er könne mit einem Leistungsverlust der Lunge von etwa 10 bis 20 Prozent einhergehen, der im Alltag oft kaum auffalle.
Wichtige Befunde stehen noch aus
Für eine genaue Prognose fehlen zunächst Angaben zur Größe des Tumors, zu weiteren Knoten im entfernten Lappen und zu einem möglichen Befall der Lymphknoten. Diese Faktoren können die Aussichten verschlechtern.
Zusätzlich wird die molekulare Signatur des Tumors untersucht. Dabei suchen die Ärzte unter anderem nach Treibermutationen, die das unkontrollierte Wachstum der Krebszellen antreiben.
Zielgerichtete Medikamente möglich
Wird eine behandelbare Treibermutation gefunden, können Medikamente eingesetzt werden, die gezielt an dieser Veränderung ansetzen. Sie wirken häufig besser und verursachen weniger Nebenwirkungen als eine klassische Chemotherapie.
Fehlt eine solche Mutation, kommen je nach Befund Chemotherapie und/oder Immuntherapie infrage. Die Ergebnisse der Analyse können nach Angaben des Experten innerhalb von ein bis drei Tagen vorliegen.
Metastasen würden die Aussichten verschlechtern
Besonders entscheidend ist, ob sich der Krebs über den ursprünglichen Tumor hinaus ausgebreitet hat. Bei Lungenkrebs können neben den Lymphknoten unter anderem Nebenniere, Gehirn, Leber oder Knochen betroffen sein.
Ein PET-CT kann dabei helfen, den gesamten Körper auf Metastasen zu untersuchen. Zu möglichen Ergebnissen dieser Untersuchung gab es zunächst keine Angaben.
Bei einer einzelnen Metastase bestehen laut Behr weitere Behandlungsmöglichkeiten. Bei mehreren Ablegern sei eine Heilung dagegen sehr unwahrscheinlich; dann gehe es häufig darum, das Leben zu verlängern, das Tumorwachstum zu bremsen und Beschwerden zu lindern.
Früher Befund verbessert die Aussichten
Ein Lungenadenokarzinom entsteht aus Drüsenzellen und gehört zu den nicht kleinzelligen Lungenkarzinomen. Für die Prognose zählen vor allem die Größe und genaue Lage des Tumors sowie die Frage, ob Lymphknoten oder andere Organe betroffen sind.
Dass der Knoten laut der Meldung früh entdeckt und der betroffene Lungenlappen entfernt wurde, schafft grundsätzlich eine günstigere Ausgangslage als ein bereits fortgeschrittener Befund. Eine belastbare individuelle Prognose ist jedoch erst möglich, wenn die Gewebeuntersuchung und die Bildgebung abgeschlossen sind.
Weitere Befunde entscheiden über die Therapie
Die molekulare Analyse kann zeigen, ob eine sogenannte Treibermutation vorliegt. In solchen Fällen kommen zielgerichtete Medikamente infrage; ohne passende Veränderung können je nach Stadium Chemotherapie, Immuntherapie oder eine Kombination erwogen werden.
Für den Alltag bedeutet die Entfernung eines Lungenlappens nicht automatisch eine schwere dauerhafte Einschränkung. Entscheidend sind die verbleibende Lungenfunktion, das Alter, die körperliche Verfassung und der Verlauf der Genesung. Die nächsten medizinischen Ergebnisse werden deshalb nicht nur die Behandlung, sondern auch die weitere öffentliche Terminplanung des Papstes bestimmen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Gewissheit nach Operation: Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs“ (13.10.2026)
Der Bericht bestätige die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms und die Entfernung des unteren rechten Lungenlappens. Er setze zusätzlich einen Schwerpunkt auf die abgesagten Audienzen und die offene Frage, wie die weitere Therapie sowie die geplante Südamerikareise beeinflusst würden.
BR24: „Vatikan: Papst erfolgreich operiert – Lungenkrebs diagnostiziert“ (13.10.2026)
Der Artikel bestätige ebenfalls den erfolgreichen Eingriff und die Diagnose. Er hebe stärker die zunächst offene Ausbreitung des Krebses, die Behandlungsmöglichkeiten bei früher Entdeckung sowie den ungewöhnlich offenen Umgang des Papstes mit seiner Erkrankung hervor.
Beide Berichte stimmten bei Diagnose, Operation und zunächst geplanter Erholung überein. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung: Während n-tv die Auswirkungen auf Termine und Reisen betone, stelle BR24 medizinische Einordnung und den öffentlichen Umgang mit der Erkrankung heraus.
