Barcelona: Rund 100 Festnahmen nach Protesten im Stadtzentrum
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 02:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFestnahmen nach Ausschreitungen im Stadtzentrum
- Hunderte junge Menschen folgten in Barcelona einem Aufruf zu einer unangekündigten Demonstration.
- Die Ausschreitungen begannen gegen 18.00 Uhr und dauerten in der Nacht zunächst an.
- Bei etwa einem Viertel der rund 100 Festgenommenen handelte es sich um Minderjährige.
Ausschreitungen nach unangekündigter Demonstration in Barcelona
In Barcelona sind Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene zu Protesten zusammengekommen, etliche randalierten dabei. Sie beschädigten Straßenmobiliar, Fahrräder und Motorräder, plünderten Geschäfte und zündeten Müllcontainer an.
Die katalanische Polizei und die städtische Polizei nahmen rund 100 Demonstranten fest; etwa ein Viertel von ihnen war minderjährig. Mehr als 220 Beamte waren im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Aufruf über soziale Medien
Die Jugendlichen waren einem Aufruf über soziale Medien zu einer unangekündigten Demonstration im Stadtzentrum gefolgt. Die Ausschreitungen begannen gegen 18.00 Uhr und dauerten in der Nacht zunächst noch an.
Das genaue Ziel der Proteste war zunächst unklar. Es kam zu kleineren Bränden, während die Einsatzkräfte gegen die Ausschreitungen vorgingen.
Politische Verurteilung der Gewalt
Der katalanische Ministerpräsident Salvador Illa verurteilte die Gewalttaten. „Gewalt hat in Katalonien keinen Platz. Niemals. Protestieren ist ein demokratisches Recht. Angriffe, Einschüchterungen und Sachbeschädigung hingegen nicht“, sagte er.
Bürgermeister Jaume Collboni kündigte auf einer Pressekonferenz am späten Abend Konsequenzen an. Diese sollten sowohl erwachsene Teilnehmer als auch diejenigen betreffen, die für minderjährige Beteiligte verantwortlich seien.
Weitere Proteste in Europa
Collboni sagte, die Stadt werde nicht zulassen, dass das Geschehene ungestraft bleibe und Barcelona verwüstet werde. Er sprach von „grundloser Gewalt und Vandalismus“.
Auch in französischen und italienischen Städten kam es am Samstag erneut zu Protesten mit gewaltsamen Zwischenfällen und Zusammenstößen mit der Polizei. Die Forderungen waren vielfältig; Demonstrierende beklagten unter anderem hohe Lebenshaltungskosten.
Die Ausschreitungen in Barcelona fallen in eine Phase, in der Proteste in mehreren europäischen Städten durch unterschiedliche soziale und politische Forderungen geprägt sind. In der dpa-Meldung bleibt das konkrete Ziel der unangekündigten Demonstration offen; fest steht jedoch, dass sich der Protest im Zentrum Barcelonas mit Sachbeschädigungen, Plünderungen und Bränden verband.
Die Mobilisierung über soziale Medien erschwert Behörden die Vorbereitung, weil sich Ort, Größe und Verlauf kurzfristig verändern können. Der Einsatz von mehr als 220 Beamten und die Festnahmen von rund 100 Menschen zeigen die erhebliche Belastung für Polizei und Stadt. Dass etwa ein Viertel der Festgenommenen minderjährig gewesen sein soll, erhöht den politischen und rechtlichen Druck auf Verantwortliche und Erziehungsberechtigte.
Folgen für Barcelona
Für Anwohner, Beschäftigte und Geschäftsleute bedeuten solche Ereignisse konkrete Schäden, Unterbrechungen und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Bürgermeister Jaume Collboni kündigte Konsequenzen an; Ministerpräsident Salvador Illa grenzte das Demonstrationsrecht klar von Gewalt und Zerstörung ab. Entscheidend wird nun sein, wie die Behörden die individuellen Tatvorwürfe aufarbeiten und zugleich verhindern, dass legitime Protestanliegen pauschal mit Vandalismus gleichgesetzt werden.
Der zeitliche Zusammenhang mit gewaltsamen Zwischenfällen in Frankreich und Italien verweist auf ein breiteres europäisches Umfeld sozialer Spannungen, belegt aber keinen gemeinsamen Auslöser. Für Barcelona bleibt deshalb die zentrale offene Frage, welches Anliegen den Aufruf ausgelöst hat und ob weitere Versammlungen folgen.
