Wadephul trifft Lawrow erstmals seit 2022 in New York
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 17:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSAußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich in New York zu direkten Gesprächen mit seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow getroffen. Die Begegnung fand am Rand der aktuellen Sitzung der UN-Generalversammlung statt und kam nach Angaben der Sprecherin des russischen Außenministeriums auf deutsche Initiative zustande.
Keine öffentlichen Stellungnahmen
Wadephul soll am Samstag noch in der UN-Generaldebatte sprechen. Vor dem Treffen äußerte sich der CDU-Politiker gegenüber der Öffentlichkeit nicht zu dem geplanten Gespräch.
Auf Videos russischer Staatsmedien war lediglich die Begrüßung der beiden Außenminister zu sehen. Auf Stellungnahmen gegenüber der Presse wurde offenbar verzichtet.
Ukraine-Krieg vermutlich zentrales Thema
Zu den Inhalten der Unterredung wurde zunächst nichts bekannt. Im Mittelpunkt dürfte jedoch der Krieg gegen die Ukraine gestanden haben.
Das letzte Treffen eines deutschen Außenministers mit seinem russischen Amtskollegen hatte im Januar 2022 stattgefunden. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind die direkten Kontakte zwischen Berlin und Moskau auf hoher Ebene stark eingeschränkt.
Das Treffen fällt in eine Phase, in der der Ukraine-Krieg die Beratungen der Vereinten Nationen prägt. Wadephul hatte in New York zuvor Russlands Vorgehen gegen europäische Unterstützer der Ukraine scharf kritisiert und einen sofortigen, vollständigen Waffenstillstand sowie die Rückkehr zu Verhandlungen auf Grundlage des Völkerrechts gefordert.
Für Berlin ist das Gespräch mit Lawrow deshalb vor allem ein diplomatischer Kontakt in einem tief belasteten Verhältnis. Direkte Treffen auf Außenministerebene waren seit Januar 2022 ausgeblieben. Dass die Begegnung am Rand der UN-Generalversammlung stattfand, entspricht dem üblichen diplomatischen Muster, solche multilateralen Termine für bilaterale Gespräche zu nutzen.
Gespräch ohne öffentliche Details
Die zurückhaltende Kommunikation begrenzt zunächst die Aussagen über konkrete Ergebnisse. Im Mittelpunkt dürfte der Krieg gegen die Ukraine stehen; belastbare Angaben zu möglichen Vereinbarungen oder neuen Gesprächsformaten liegen nicht vor. Für die Öffentlichkeit ist daher vor allem relevant, ob aus dem Kontakt weitere Gespräche, humanitäre Schritte oder Fortschritte bei Verhandlungen entstehen.
Die UN-Generalversammlung bietet zugleich ein internationales Forum, in dem Deutschland seine Position gemeinsam mit Partnern vertreten kann. Wadephuls geplante Rede steht damit in einem größeren diplomatischen Zusammenhang: Neben der Unterstützung der Ukraine geht es um die Durchsetzung des Völkerrechts und um die Vermeidung einer weiteren Ausweitung des Konflikts.
