Falklandinseln, Javier Milei

Falklandinseln: Milei setzt London Frist für Stopp von Ölprojekt

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 02:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Argentiniens Präsident Javier Milei verlangt von Großbritannien binnen zwei Wochen, die Ölpläne nahe den Falklandinseln zu stoppen. Andernfalls will Buenos Aires den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg anrufen.

  • Argentiniens Präsident Javier Milei setzt London eine zweiwöchige Frist, um das aktuelle Erdölprojekt bei den Falklandinseln zu unterbinden. (Archivbild) - Bild: Charly Triballeau/Pool AFP/AP/dpa
    Argentiniens Präsident Javier Milei setzt London eine zweiwöchige Frist, um das aktuelle Erdölprojekt bei den Falklandinseln zu unterbinden. (Archivbild) - Bild: Charly Triballeau/Pool AFP/AP/dpa
  • Seit Jahrzehnten streiten sich Argentinien und Großbritannien um die Falklandinseln mit ihrem Hauptort Stanley. (Archivbild) - Bild: Falkland Islands Government/PA Media/dpa
    Seit Jahrzehnten streiten sich Argentinien und Großbritannien um die Falklandinseln mit ihrem Hauptort Stanley. (Archivbild) - Bild: Falkland Islands Government/PA Media/dpa
Argentiniens Präsident Javier Milei setzt London eine zweiwöchige Frist, um das aktuelle Erdölprojekt bei den Falklandinseln zu unterbinden. (Archivbild) - Bild: Charly Triballeau/Pool AFP/AP/dpa Seit Jahrzehnten streiten sich Argentinien und Großbritannien um die Falklandinseln mit ihrem Hauptort Stanley. (Archivbild) - Bild: Falkland Islands Government/PA Media/dpa

Argentiniens Präsident Javier Milei hat Großbritannien eine Frist von zwei Wochen gesetzt, um die aktuellen Ölförderungspläne nahe den Falklandinseln einzustellen.

Milei droht mit Gang nach Hamburg

Andernfalls werde Argentinien den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg anrufen, erklärte Milei in einer auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung. Anlass ist das Projekt Sea Lion, das eine Offshore-Erdölförderung rund 220 Kilometer nördlich der Inselgruppe vorsieht.

Vorangetrieben wird das Vorhaben von zwei Unternehmen aus Großbritannien und Israel. Milei wertet die einseitige Ausbeutung der natürlichen Ressourcen unter britischer Lizenzvergabe als Verstoß gegen UN-Resolutionen und das Völkerrecht.

Argentinien kündigt weitere Schritte an

Argentinien werde seine Hoheitsrechte entschlossen verteidigen und nicht tatenlos zusehen, teilte der Präsident mit. Zusätzlich kündigte die Regierung rechtliche Schritte gegen Thales UK Limited an.

Dem Unternehmen wirft Buenos Aires vor, zwischen dem südchilenischen Punta Arenas und den Falklandinseln illegale Flüge durchzuführen. Diese erfolgten demnach mit einem Flugzeug britischer Registrierung und ohne Genehmigung der argentinischen Behörden.

Britischer Verteidigungsminister gibt sich kämpferisch

Mileis Erklärung folgte auf Äußerungen des britischen Verteidigungsministers Wes Streeting. In einem Interview mit der britischen Tageszeitung „The Sun“ sagte Streeting: „Wir sind nicht mehr im Jahr 1982. Die Argentinier sind nicht in der Lage, die Falklandinseln einzunehmen. Wir hingegen sind in der Lage, sie zu verteidigen.“

Die Inseln, die Argentinien Malvinas nennt, sind seit 1833 ein britisches Überseegebiet. Argentinien begründet seinen Anspruch mit der Rechtsnachfolge des früheren spanischen Kolonialreiches.

Krieg von 1982 prägt den Konflikt

1982 kam es zu einer militärischen Auseinandersetzung mit Hunderten Toten. Großbritannien drängte die argentinische Invasion auf den Inseln zurück.

Ein alter Souveränitätsstreit mit neuen Rohstoffinteressen

Der Konflikt um die Falklandinseln verbindet einen bis heute ungelösten Hoheitsanspruch mit wirtschaftlichen Interessen im Südatlantik. Argentinien beruft sich auf die Rechtsnachfolge Spaniens, während Großbritannien die Inseln seit 1833 kontrolliert. Der Krieg von 1982 endete mit der Rückeroberung der Inseln durch britische Truppen und prägte die Beziehungen beider Staaten nachhaltig.

Das Projekt Sea Lion verschärft den Streit, weil es die politische Frage mit der Nutzung möglicher Offshore-Ressourcen verknüpft. Eine Förderung könnte Einnahmen, Beschäftigung und größere energiepolitische Bedeutung für die Falklandinseln bringen. Für Argentinien wäre sie dagegen ein Zeichen dafür, dass Großbritannien aus seiner Sicht Fakten schafft, ohne die Souveränitätsfrage zu klären.

Rechtlicher und wirtschaftlicher Druck

Mit der angekündigten Anrufung des Internationalen Seegerichtshofs setzt Buenos Aires auf ein internationales Verfahren statt auf militärische Konfrontation. Ob ein solches Gericht für den konkreten Streit zuständig wäre und welche Wirkung eine Entscheidung hätte, hängt von den einschlägigen völkerrechtlichen Grundlagen und der Zustimmung der beteiligten Staaten ab.

Für Leser in Deutschland ist der Vorgang vor allem wegen seiner möglichen Auswirkungen auf internationale Rechtsordnung, Energiepolitik und geopolitische Spannungen relevant. Kurzfristig steht jedoch zunächst die gesetzte Zweiwochenfrist im Mittelpunkt. Eine Eskalation der politischen Rhetorik könnte Investitionsentscheidungen und die Beziehungen zwischen Argentinien und Großbritannien zusätzlich belasten.

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