Alberta, Kanada

Alberta stimmt mit 76 Prozent für den Verbleib in Kanada

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 10:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die ölreiche Provinz weist den Weg zu einem weiteren Abspaltungsreferendum vorläufig zurück. Premierminister Mark Carney wertet das Ergebnis als Unterstützung für die Einheit Kanadas; die Auszählung ist noch nicht abgeschlossen.

Albertas Abstimmung über Kanada-Zukunft

  • Mehr als 76 Prozent stimmten für den Verbleib Albertas in Kanada.
  • Die Abstimmung fand am Montag über ein weiteres verbindliches Unabhängigkeitsreferendum statt.
  • Das endgültige Ergebnis soll die Wahlbehörde am 29. Oktober veröffentlichen.
  • Jubel bricht aus, als bei einer Pro-Kanada-Veranstaltung die ersten Abstimmungsergebnisse angezeigt werden. - Bild: James Maclennan/The Canadian Press/AP/dpa
  • Gut drei Millionen Wahlberechtigte waren in Alberta zur Stimmabgabe aufgerufen. (Archivbild) - Bild: Jeff McIntosh/The Canadian Press/AP/dpa
  • Anhänger des «Alberta Prosperity Project» verfolgen, wie die Ergebnisse des Referendums nach und nach bekanntgegeben werden. - Bild: John Ulan/The Canadian Press/AP/dpa
  • Carney begrüßte den Ausgang. (Archivbild) - Bild: PATRICK DOYLE/The Canadian Press/AP/dpa
Jubel bricht aus, als bei einer Pro-Kanada-Veranstaltung die ersten Abstimmungsergebnisse angezeigt werden. - Bild: James Maclennan/The Canadian Press/AP/dpa Gut drei Millionen Wahlberechtigte waren in Alberta zur Stimmabgabe aufgerufen. (Archivbild) - Bild: Jeff McIntosh/The Canadian Press/AP/dpa Anhänger des «Alberta Prosperity Project» verfolgen, wie die Ergebnisse des Referendums nach und nach bekanntgegeben werden. - Bild: John Ulan/The Canadian Press/AP/dpa Carney begrüßte den Ausgang. (Archivbild) - Bild: PATRICK DOYLE/The Canadian Press/AP/dpa

Alberta stimmt für den Verbleib in Kanada

Die Einwohner der kanadischen Provinz Alberta haben sich mit deutlicher Mehrheit gegen den Weg zu einem weiteren verbindlichen Unabhängigkeitsreferendum ausgesprochen. Nach vorläufigen Teilergebnissen votierten mehr als 76 Prozent für den Verbleib in Kanada, während rund 60 Prozent der Wahlkreise ausgezählt waren.

Abstimmung über nächsten Schritt

Die Einwohner stimmten am Montag darüber ab, ob Alberta ein zweites verbindliches Referendum über die Trennung von Kanada anstreben soll. Zusätzlich standen neun Fragen zu Einwanderung und Verfassung zur Abstimmung.

Alberta liegt im Westen Kanadas und gilt als besonders konservativ. Befürworter einer Unabhängigkeit argumentieren, die ölreiche Provinz trage wirtschaftlich stark zum Wohlstand des Landes bei, werde von der Regierung in Ottawa aber politisch benachteiligt.

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Carney sieht Chance für Kanada

Premierminister Mark Carney begrüßte das Votum gegen die Abspaltung. Kanada sei mehr als die Summe seiner Teile, schrieb er auf der Plattform X, und nun bestehe die Chance, das Land für alle besser zu machen.

Auch Albertas Premierministerin Danielle Smith zeigte sich erfreut über die ersten Ergebnisse. Sie erklärte, die Einwohner hätten für ein stärkeres Alberta in einem vereinten Kanada gestimmt.

Separatisten wollen Debatte fortsetzen

Der führende Separatist Keith Wilson sagte dem kanadischen Sender CBC zufolge, die Sorgen über Albertas Platz innerhalb Kanadas würden mit dem Referendum nicht enden. Die Debatte über die Zukunft, den Platz und die Rolle der Provinz werde weitergehen.

Das Ergebnis liegt über den zuletzt in Umfragen erwarteten rund 70 Prozent Zustimmung für den Verbleib in Kanada. Beide großen politischen Parteien Kanadas hatten sich wiederholt gegen eine Abspaltung ausgesprochen. Aus der US-Regierung von Präsident Donald Trump war dagegen Unterstützung für die Unabhängigkeitsbewegung gekommen.

Öl und Verfassung prägen Streit

Alberta hat rund fünf Millionen Einwohner und ist das Zentrum der kanadischen Erdöl- und Erdgasindustrie. Die Provinz verfügt über große Ölsandvorkommen; Separatisten sehen CO2-Abgaben und Vorgaben für die Energiebranche als Belastung ihrer wirtschaftlichen Grundlage.

In Kanada gab es bereits zwei Unabhängigkeitsreferenden, beide in der französischsprachigen Provinz Québec. Dort ging Anfang Oktober die separatistische Parti Québécois als stärkste Kraft aus der Regionalwahl hervor und strebt ein weiteres Referendum an. Umfragen sehen dafür derzeit ebenfalls keine Mehrheit.

Endgültiges Ergebnis am 29. Oktober

Die Wahlbehörde will das endgültige Ergebnis am 29. Oktober veröffentlichen. Der vorläufige Ausgang stärkt zunächst die Kräfte, die Albertas Zukunft innerhalb Kanadas gestalten wollen.

Das Votum beendet den unmittelbaren Versuch, in Alberta ein zweites, verbindliches Unabhängigkeitsreferendum auf den Weg zu bringen. Die Frage auf dem Stimmzettel zielte damit zunächst auf die Einleitung eines weiteren verfassungsrechtlichen Prozesses, nicht auf eine sofortige Loslösung von Kanada.

Der Konflikt beruht auf einem länger schwelenden Streit zwischen Alberta und der Bundesregierung in Ottawa. Die konservativ geprägte Provinz ist das Zentrum der kanadischen Öl- und Gasförderung und sieht ihre wirtschaftlichen Interessen durch nationale Klimavorgaben, CO2-Abgaben und Einschränkungen für die Energiebranche beeinträchtigt. Separatisten verbinden diese Kritik mit der Forderung nach größerer Kontrolle über Einnahmen und Ressourcen.

Politische Folgen des Votums

Für Premierminister Mark Carney ist das Ergebnis innenpolitisch bedeutsam. Es stärkt sein Argument, dass Alberta trotz erheblicher regionaler Spannungen Teil des kanadischen Bundes bleiben will. Zugleich verschwinden die Konflikte über Energiepolitik, Transferzahlungen und den Einfluss Ottawas nicht.

Die Debatte dürfte deshalb in abgeschwächter Form weitergehen. Auch die Premierministerin Albertas hatte sich für ein stärkeres Alberta innerhalb Kanadas ausgesprochen. Das endgültige Ergebnis soll am 29. Oktober veröffentlicht werden; bis dahin bleibt der vorläufige Stand maßgeblich für die politische Bewertung.

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