Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Tilly: Putin-Regime macht sich zum Narren

02.04.2026 - 15:21:36 | dpa.de

Achteinhalb Jahre Haft für Karnevalswagen - so lautet das Urteil eines russischen Gerichts. Jacques Tilly reagiert so, wie man es von ihm gewohnt ist - mit Spott.

Karnevalswagenbauer Jacques Tilly ist von einem russischen Gericht zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden (Archivbild). - Bild: Federico Gambarini/dpa
Karnevalswagenbauer Jacques Tilly ist von einem russischen Gericht zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden (Archivbild). - Bild: Federico Gambarini/dpa

Karnevalswagenbauer Jacques Tilly hat mit bissigem Spott auf seine Verurteilung zu achteinhalb Jahren Haft durch ein russisches Gericht reagiert. «Es ist jetzt für jeden zu sehen, dass das russische Regime Angst vor Pappfiguren hat», sagte der Düsseldorfer Bildhauer der Deutschen Presse-Agentur. «Die machen sich selbst zum Narren mit diesem Urteil und sehen gar nicht, wie peinlich das eigentlich ist - wie viel Angst sie vor satirischer Kritik haben.»

Ein Gericht in Moskau hat Tilly zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, weil er sich der Verletzung religiöser Gefühle und der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte schuldig gemacht habe. Hintergrund sind die von Tilly gebauten Karnevalswagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug, die Kremlchef Wladimir Putin und den von ihm befohlenen Krieg in der Ukraine kritisieren.

Tilly will weitermachen wie bisher

Tilly sprach in einer ersten Reaktion von einem absurden, aber auch schlimmen Urteil. «Ich habe kein Staatsverbrechen begangen», sagte der 62-Jährige. «Dass ich Kritik an Machthabern übe, das gehört sich so in freien Gesellschaften. Das ist eine Selbstverständlichkeit und kein Verbrechen.» 

Der Sinn des Prozesses sei Einschüchterung, aber er werde nicht klein beigeben, versicherte er. «Das wäre auch eine Art Urteilsvollstreckung, wenn ich mich jetzt zurückziehen würde und Russland und Putin und die Kriegsführung in der Ukraine nicht mehr kritisieren würde. Insofern mache ich ganz normal weiter, als hätte es diesen Prozess nicht gegeben.»

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