WhatsApp: Benutzername ersetzt Handynummer bei zwei Milliarden Nutzern
03.06.2026 - 21:39:33 | boerse-global.de
Der Messaging-Dienst WhatsApp stellt sein Identitätssystem grundlegend um. Künftig reicht ein frei wählbarer Benutzername, um Nachrichten zu senden – die Preisgabe der Handynummer entfällt.
Die Ankündigung kam Anfang der Woche und markiert einen Paradigmenwechsel für den Meta-Konzern. WhatsApp, das weltweit über zwei Milliarden Nutzer zählt, hat sich bisher strikt an die Telefonnummer als zentralen Identifikator geklammert. Das ändert sich nun: Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen können künftig einen eindeutigen Benutzernamen anlegen und ihre Mobilfunknummer vor anderen verbergen.
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Technische Details und Einschränkungen
Die neuen Identifikatoren müssen zwischen drei und 35 Zeichen lang sein. Pflicht ist mindestens ein Buchstabe – Punkte und Unterstriche sind erlaubt. Zwei Einschränkungen gibt es jedoch: Der Name darf weder mit „www" beginnen noch auf „.com" enden.
Meta hat eigenen Angaben zufolge bereits mehr als drei Milliarden Benutzernamen reserviert, um den Übergang reibungslos zu gestalten. Aktuell läuft die Testphase bei einer begrenzten Gruppe von Android- und iOS-Nutzern. Unternehmen sollen ab Ende Juni die Möglichkeit bekommen, ihre spezifischen Namen zu beanspruchen.
Die Telefonnummer bleibt zwar für die Erstanmeldung notwendig, kann aber in der alltäglichen Nutzung in den Hintergrund treten. Ein Schritt, der Datenschützern gefallen dürfte – schließlich entfällt künftig die Notwendigkeit, seine private Nummer mit jedem neuen Kontakt zu teilen.
Neue Sicherheitsfeatures: Betrugswarnung und Abmelde-Option
Parallel zur Benutzereinführung arbeitet Meta an mehreren Sicherheitsfunktionen. In der Android-Beta-Version 2.26.22.2 wurde eine „Betrugswarnung" entdeckt. Das Tool soll Nutzer vor potenziell betrügerischen Nachrichten unbekannter Absender warnen.
Entscheidend für die Privatsphäre: Die Analyse der Nachrichten erfolgt lokal auf dem Gerät. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt damit intakt. Die Funktion ist optional und muss vom Nutzer manuell aktiviert werden.
Für Android-Nutzer gibt es zudem eine neue Abmelde-Option, die seit dem 2. Juni verfügbar ist. Sie erleichtert die Verwaltung mehrerer Geräte und aktiver Sitzungen – ohne Datenverlust.
Einheitliches Login für Meta-Dienste
Ein weiterer Puzzlestein in Metas Strategie: Der Konzern führt ein zentrales Anmeldesystem für Facebook, Instagram und Threads ein. Ein einziges Passwort oder ein biometrischer Schlüssel reicht künftig für alle drei Dienste.
WhatsApp ist vorerst nur optional in dieses System eingebunden. Der Rollout der neuen Kontoverwaltung soll in den kommenden Monaten erfolgen. Für Nutzer, die alle Meta-Dienste verwenden, dürfte das eine spürbare Erleichterung bedeuten.
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KI für Unternehmen: Der „Meta Business Agent"
Auf der „Conversations 2026"-Konferenz am 3. Juni in London präsentierte Meta ein weiteres Highlight: den „Meta Business Agent". Diese spezialisierte Künstliche Intelligenz für WhatsApp Business soll Unternehmen dabei helfen, Kundenanfragen zu beantworten, Produkte zu empfehlen und Termine zu buchen – alles direkt im Chat.
Die Integration läuft über Plattformen wie Shopify, Zendesk und Shopee. Meta zufolge haben bereits über eine Million Unternehmen frühere Versionen seiner KI-Werkzeuge genutzt. Der neue Agent kann lokale Sprachen sprechen und an das Branding des jeweiligen Unternehmens angepasst werden.
Zunächst ist der Dienst kostenlos. Langfristig plant Meta jedoch kostenpflichtige Abo-Stufen über das Modell „WhatsApp Business Premium". Für viele kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland könnte das eine attraktive Option sein – schließlich entfällt der Aufbau eigener Chatbot-Infrastruktur.
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