Internet, Gesellschaft

Verschwörungstheoretiker Alex Jones ist bekannt für seine rechtspopulistischen Botschaften.

06.08.2018 - 19:16:06

Apple, Spotify, Facebook - Plattformen löschen Inhalte von US-Verschwörungstheoretiker. Doch dem US-Journalisten bleiben im Netz immer weniger Kanäle für die Verbreitung von Beleidigungen, Hassreden und wilden Theorien.

Berlin - Immer mehr Online-Plattformen haben die umstrittenen Botschaften von US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones aus ihrem Angebot genommen.

Nachdem Apple und Spotify die «Infowars»-Podcasts des rechtspopulistischen Journalisten löschten, entfernte am Montag auch Facebook vier seiner Seiten, unter anderem Jones' offiziellen Facebook-Auftritt sowie die «Infowars»-Seite. Auch der Alex-Jones-Channel auf YouTube mit mehr als 2,4 Millionen Abonnenten war nicht mehr aufzurufen. «Dieses Konto wurde gekündigt, da es gegen die YouTube-Community-Richtlinien verstoßen hat», heißt es dort.

Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook nannte am Montag die Verherrlichung von Gewalt als einen Grund. Zudem nutze Jones eine entmenschlichende Sprache, um Transgender, Muslime und Immigranten zu beschreiben, was die Hate-Speech-Richtlinien von Facebook verletze. Die Plattform hatte Jones bereits im Juli zeitweise geblockt und einige seiner Videos gelöscht.

«Wir wurden von Facebook, Spotify und Apple komplett verbannt», erklärte Jones am Montag auf Twitter und schrieb von «Zensur». Der Journalist aus Texas hatte in der Vergangenheit unter anderem verbreitet, dass die US-Regierung an den Anschlägen am 11. September 2001 in New York beteiligt gewesen sei. Auch behauptete er, dass der Amoklauf an der Sandy Hook High School von Schauspielern inszeniert worden oder dass der Klimawandel ein Mythos sei.

Apple entfernte derweil fünf «Infowars»-Podcasts von Jones aus i-Tunes: «Apple duldet keine Hassrede, und wir haben klare Richtlinien, an die sich Urheber und Entwickler halten müssen, um sicherzustellen, dass wir eine sichere Umgebung für alle unsere Benutzer bieten», sagte ein Apple-Sprecher dem Portal Buzzfeed. «Podcasts, die gegen diese Richtlinien verstoßen, werden aus unserem Verzeichnis entfernt, so dass sie nicht mehr durchsuchbar oder zum Download oder Streaming verfügbar sind. Wir glauben daran, ein breites Spektrum von Ansichten zu vertreten, solange Menschen mit unterschiedlichen Meinungen respektiert werden.»

Auch der Streamingdienst Spotify hatte nach lauter Kritik in der vergangenen Woche zunächst einzelne Teile des Podcasts gelöscht. Wie das schwedische Unternehmen am Montag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wurde inzwischen das ganze «Infowars»-Programm bei Spotify entfernt.

@ dpa.de

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