Tiefe, Hirnstimulation

Tiefe Hirnstimulation: Patient nach 9 Jahren wieder mobil und selbstständig

14.06.2026 - 12:11:50 | boerse-global.de

Bewegungstherapien wie Boxen und Tanzen gewinnen als ergänzende Behandlung bei Parkinson an Bedeutung. Neue Studien und Eingriffe zeigen Fortschritte.

Parkinson-Therapie: Wie Boxen, Tanz und Tischtennis helfen
Tiefe - Senioren trainieren kontaktloses Boxen mit Trainern in einem modernen Fitnessstudio als Parkinson-Therapie. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neben Medikamenten und Operationen etablieren sich spezialisierte Sportangebote für Parkinson-Patienten. Die Palette reicht von kontaktlosem Boxen über Tischtennis bis zu inklusiven Tanzprojekten.

Boxen für die Koordination

Spezialisierte Boxprogramme gewinnen als ergänzende Therapieform an Bedeutung. Die Organisation Dopamind Boxing & Cycling setzt auf eine Kombination aus kontaktlosem Boxen und Tandem-Spinning. Ziel ist es, Motorik und Koordination der Patienten gezielt zu fördern. Mitte Juni 2026 präsentierte Gründer Townsend das Modell in Las Vegas als Teil eines integrativen Ansatzes.

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Auch international werden ähnliche Konzepte umgesetzt. In der japanischen Stadt Sayama leitete Ex-Profi-Boxer Sakurai Yasutaka Ende Mai ein Boxing-Fitness-Event für Betroffene. Die Stadtverwaltung plant, das Angebot im Juni und Juli durch fortlaufende Kurse zu verstetigen.

Tischtennis und Tanz gegen Isolation

Neben dem Boxsport etablieren sich weitere Disziplinen. In Minden baut Christian Busch einen sogenannten Ping-Pong-Parkinson-Stützpunkt auf. Die Initiative will Patienten zu körperlicher Aktivität motivieren und gleichzeitig soziale Kontakte fördern.

Die Tanztherapie bildet eine weitere Säule. In Toronto bietet Choreografin Sarah Robichaud bereits seit 2007 Tanzkurse für Parkinson-Patienten an. Die Programme sollen Beweglichkeit verbessern und die Stimmung aufhellen. Mitte Juni startete in Laa an der Thaya das inklusive Projekt „BBA tanzt!“ – Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne.

Forschung und Fortschritt

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Die Effekte von Parkinson auf kognitive Leistungen sind Gegenstand aktueller Studien. Neurologe Felipe César Andrade von der Faculdade Pernambucana de Saúde führt eine einjährige Studie durch. Sie untersucht exekutive Funktionen bei Patienten zwischen 50 und 80 Jahren. In Kooperation mit dem Hospital Getúlio Vargas in Recife will das Team die Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit besser verstehen.

Parallel zur Sporttherapie schreitet die operative Behandlung voran. In der türkischen Stadt Manisa wurde Mitte Juni die erste Tiefe Hirnstimulation erfolgreich durchgeführt. Ein Team operierte einen 65-jährigen Patienten, der seit neun Jahren an Parkinson litt. Nach dem Eingriff berichteten Mediziner über eine signifikante Verbesserung der Alltagskompetenzen – der Patient kann wieder eigenständig gehen und essen.

Zur Finanzierung von Hilfsangeboten tragen zivilgesellschaftliche Projekte bei. In der Dominikanischen Republik veröffentlichte Neurologin Marcia Castillo das Buch „Sólo voy por Café“. Der Erlös kommt der nationalen Parkinson-Stiftung Fundoconedep zugute.

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