TCM-Rückverfolgung: Blockchain und KI sichern Herkunft ab sofort
17.06.2026 - 02:31:02 | boerse-global.de
Künstliche Intelligenz, Blockchain und neue Standards treiben die Branche voran – und erhöhen die internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Lückenlose Rückverfolgbarkeit
Am 16. Juni starteten die Alpha Technology Group und Wai Yuen Tong Medicine ein gemeinsames System zur Rückverfolgbarkeit medizinischer Rohstoffe. Die Kooperation kombiniert KI-gestützte Datenanalysen mit Blockchain-Technologie. Ziel: Herkunftsnachweise und Fälschungssicherheit garantieren. Als erste Produktionsumgebung dient eine 21.000 Quadratmeter große Anlage in Hongkong.
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Der technologische Vorstoß trifft auf neue regulatorische Anforderungen. In der Provinz Anhui gilt ab 1. Juli eine Pflicht zur Rückverfolgbarkeit für bestimmte TCM-Abkochungen. Das System sieht eine Kennzeichnung nach dem Prinzip „Ein Produkt, ein Code“ vor. Betroffen sind wertvolle oder giftige Arzneistoffe sowie Produkte aus zentralen Ausschreibungen. Die Daten müssen in Echtzeit an staatliche Plattformen übermittelt werden.
Auch die IOTA Foundation machte Mitte Juni von sich reden: Sie führte Open-Source-Lösungen für überprüfbare Geschäftsprozesse ein.
KI in Diagnose und Therapie
Künstliche Intelligenz dringt immer tiefer in die klinische Anwendung vor. In Südkorea sieht der fünfte Förderplan für koreanische Medizin (2026–2030) KI und digitale Transformation als Kernziele. Im Fokus stehen Big-Data-basierte Diagnose- und Verordnungssysteme sowie KI-gestützte Wirkstoffforschung.
In Singapur eröffnete ein neues Spa-Konzept mit KI-basierten Zungendiagnosegeräten. Die Geräte analysieren Zungenbilder standardisiert und erstellen personalisierte Therapiepläne. Auch Sprachmodelle wie DeepSeek helfen bei der Erstellung von Rezepturen.
Fachleute betonen jedoch: KI kann die klassischen „Vier-Diagnosen“ der TCM nicht ersetzen. Sie dient primär als Werkzeug für Ärzte, um Dokumentation und Analyse zu verbessern.
WHO treibt globale Standards voran
Vom 16. bis 18. Juni findet in Hongkong das fünfte Expertentreffen der Weltgesundheitsorganisation zur Entwicklung der Internationalen Kräuterpharmakopöe statt. Ziel ist die Harmonisierung von Qualitätsstandards für pflanzliche Arzneimittel – im Einklang mit der WHO-Strategie für traditionelle Medizin 2025–2034.
Parallel dazu erzielt die TCM Erfolge in der Schulmedizin. Am 16. Juni wurde das TCM-Produkt Paiteling auf dem EUROGIN-Kongress präsentiert. Es behandelt HPV-bedingte Hauterscheinungen und schaffte es erstmals in das Kernprogramm der Molecular Biology Session. Ein Signal für die wachsende Bedeutung pflanzlicher Alternativen.
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Expansion und Bildung
Die Kingworld Medicines Group sicherte sich Mitte Juni Exklusivvertriebsrechte für zwei neue Formelprodukte. Sie basieren auf klinischen Daten des Dongguan City Chinese Medicine Hospital. Der Vertrieb startet zunächst in Hongkong und über grenzüberschreitenden E-Commerce.
Beijing Tong Ren Tang setzt auf Nachwuchsarbeit. Ein Mitte Juni in Hongkong erweitertes Schulprojekt erreicht rund 3.000 Lehrer und Schüler an 20 Grundschulen. Das Programm kombiniert spielerische Wissensvermittlung mit Besuchen in Produktionszentren. So sollen Kinder früh ein Verständnis für traditionelle Heilmethoden und moderne Fertigungsprozesse entwickeln.
