Stablecoin-Revolution: Visa und Mastercard starten 24/ 7-Abwicklung
08.06.2026 - 21:31:20 | boerse-global.de
Visa und Mastercard haben gleich mehrere neue Initiativen gestartet, die auf eine rund um die Uhr verfügbare Abwicklung mit Stablecoins abzielen. Damit verändern die Unternehmen die traditionellen Strukturen des Finanzsystems grundlegend.
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Visa testet private Stablecoin-Abwicklung auf der Canton Network
Am heutigen Montag gab Visa eine Partnerschaft mit dem Unternehmen Brale bekannt. Gemeinsam erproben sie eine private Stablecoin-Abwicklung auf der Canton Network. Zum Einsatz kommt SBC, ein an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin von Brale. Ziel ist es zu prüfen, ob Blockchain-basierte Abwicklungen den strengen Vertraulichkeitsanforderungen traditioneller Finanzinstitute gerecht werden.
Die Canton Network ist eine genehmigte Blockchain-Plattform des Unternehmens Digital Asset. Sie wird bereits von Großbanken wie JPMorgan, Goldman Sachs und BNP Paribas genutzt. Visa fungiert dort als sogenannter Super Validator. „Die Initiative konzentriert sich auf programmierbare und schnellere Abwicklungen bei gleichzeitiger Wahrung des Datenschutzes“, erklärte Cuy Sheffield, Leiter des Krypto-Bereichs bei Visa.
Erst am vergangenen Samstag hatte Visa sein Stablecoin-Angebot ausgeweitet. Seither können US-Banken und Fintech-Unternehmen Abwicklungen direkt über den Stablecoin USDC von Circle abwickeln.
Mastercard ermöglicht 24/7-Abwicklung auf acht Blockchains
Mastercard zog am Sonntag nach und startete einen eigenen Dienst für rund um die Uhr verfügbare Stablecoin-Abwicklungen. Das System ist auf acht verschiedenen Blockchains aktiv: Ethereum, Solana, Polygon, Base, Arbitrum, Canton, Tempo und dem XRP Ledger.
Unterstützt werden verschiedene digitale Vermögenswerte, darunter USDC, RLUSD, PYUSD, USDG, USDP und SoFiUSD. Mit diesen Protokollen will Mastercard Abwicklungen auch an Wochenenden und Feiertagen ermöglichen – ein deutlicher Fortschritt gegenüber den begrenzten Öffnungszeiten traditioneller Banksysteme. Erste Nutzer des Dienstes sind Finanzinstitute und Fintechs in den USA und Lateinamerika, darunter ARQ, CBW Bank, Cross River, Lead Bank und Nuvei.
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Branchenallianz fordert etablierte Anbieter heraus
Berichten zufolge arbeiten Visa, Mastercard und der Zahlungsdienstleister Stripe an einer gemeinsamen Stablecoin-Plattform. Auch Coinbase prüft eine Beteiligung. Die Initiative scheint darauf abzuzielen, die Marktdominanz etablierter Emittenten wie Tether und Circle zu brechen. Die Aktie von Circle fiel am Montag um rund elf Prozent, während die Papiere von Visa und Mastercard jeweils mehr als zwei Prozent verloren.
Der gesamte Stablecoin-Markt wird inzwischen auf über 325 Milliarden Dollar geschätzt. Die Ratingagentur S&P Global stellt fest, dass das globale Handelsvolumen die Marke von 300 Milliarden Dollar überschritten hat. Der rechtliche Rahmen wurde durch den GENIUS Act geschaffen, der complianten Stablecoins den Einsatz im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr ermöglicht.
Bankensektor zieht nach
Bereits am vergangenen Freitag kündigte The Clearing House ein eigenes Netzwerk für tokenisierte Einlagen an. Damit können die 25 größten US-Banken Einlagen rund um die Uhr auf der Blockchain abwickeln – eine direkte Alternative zum 296 Milliarden Dollar schweren Stablecoin-Markt.
Mastercards Strategie in diesem Bereich wird durch jüngste Übernahmen gestützt, darunter der Kauf des Unternehmens BVNK. Zuvor hatte Stripe 2024 für 1,1 Milliarden Dollar den Stablecoin-Infrastrukturanbieter Bridge übernommen. Die milliardenschweren Investitionen zeigen: Die großen Zahlungsabwickler setzen langfristig auf die Integration von Stablecoin-Technologie in das globale Finanzsystem.
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