Smartphone-Verzicht: 70.000 Schüler berichten von besserem Schlaf
02.06.2026 - 07:20:43 | boerse-global.deBesonders betroffen: Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren.
Eine im Mai im Fachmagazin The Lancet veröffentlichte Auswertung der „Global Burden of Disease Study“ zeigt einen Anstieg um 95,5 Prozent seit 1990. Angststörungen und Depressionen sind die häufigsten Diagnosen.
Tech-Konzerne zahlen Millionen
Der Schulbezirk Breathitt County im US-Bundesstaat Kentucky einigte sich Ende Mai auf einen Vergleich mit Meta, Snap, TikTok und YouTube. Die Summe: 27 Millionen US-Dollar.
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Der Vorwurf: Die Unternehmen hätten durch gezieltes „Suchtdesign“ eine psychische Gesundheitskrise bei Schülern mitverursacht. Meta zahlt neun Millionen, Snap und TikTok jeweils acht Millionen, YouTube zwei Millionen US-Dollar.
Branchenexperten beziffern die potenzielle Gesamthaftung der Industrie auf bis zu 400 Milliarden US-Dollar. Über 1.300 weitere Schulbezirke verfolgen ähnliche Klagen.
Algorithmen treiben Jugendliche in extreme Rollenbilder
Forscher untersuchen zunehmend die inhaltliche Wirkung sozialer Medien. Eine Studie der Medienforscherin Maya Götz zeigt: Algorithmen drängen junge Männer vermehrt in extreme Rollenbilder der sogenannten „Manosphere“.
Der Einstieg erfolgt oft über unverfängliche Themen wie Fitness. Dann verstärken die Plattformen Narrative, die Gleichberechtigung infrage stellen. Die Entwicklung geht häufig mit rechtsgerichteter Orientierung und Klimawandel-Skepsis einher.
Smartphone-Verzicht verbessert Schlaf
Österreich setzt auf bewusste Reduktion: Rund 70.000 Schüler nahmen an einem dreiwöchigen freiwilligen Smartphone-Verzicht teil. Das Ergebnis: deutliche Verbesserung von Schlaf und Wohlbefinden.
Zwei Drittel der beteiligten Jugendlichen sprachen sich anschließend für Einschränkungen bei der Social-Media-Nutzung aus. In Deutschland befürworten 66 Prozent der Bevölkerung ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren.
Schulen setzen auf Medienkompetenz
In Osnabrück startete das Projekt „demoKI“. Siebtklässler lernen dort, Fake News mit KI-Generatoren zu erstellen – um deren Funktionsweise kritisch zu hinterfragen.
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Auch Barrierefreiheit wird vorangetrieben: Ein 18-jähriger Preisträger von „Jugend forscht“ entwickelte das KI-Modell „Jacob“. Es übersetzt komplexe Sprache in „Leichte Sprache“ und erleichtert so den Zugang zu Informationen.
Neue Wege in der Therapie
Trotz Prävention bleibt der Behandlungsbedarf hoch. Patienten in Deutschland warten durchschnittlich fünf Monate auf einen Psychotherapie-Platz.
Die Vitos-Klinik in Wetzlar bietet seit Anfang Juni eine tägliche psychiatrische Behandlung im häuslichen Umfeld an. Der Ansatz greift, wenn ambulante Therapien nicht ausreichen, aber ein stationärer Aufenthalt vermieden werden kann.
In Österreich können Patienten seit Januar klinisch-psychologische Behandlungen über kostenfreie Kassenplätze nutzen. Eine Klinik bei Paris setzt zudem auf Esel in der Behandlung von Angststörungen und Autismus – das Programm ist mittlerweile offiziell als medizinische Versorgungseinheit anerkannt.
Für die Erwachsenenbildung entwickelte das EU-Projekt „DIGITALLI“ ein KI-gestütztes Expertensystem. Es soll Bildungseinrichtungen bei der digitalen Transformation unterstützen. Nationale Veranstaltungen sind für Oktober geplant.
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