Smartphone-Studie, Depressionen

Smartphone-Studie: 15% weniger Depressionen nach 3 Wochen

28.05.2026 - 11:30:22 | boerse-global.de

Der globale Wellness-Markt erreicht 6,8 Billionen Dollar, während 54 Prozent der Menschen im DACH-Raum sich überfordert fühlen.

Smartphone-Studie: 15% weniger Depressionen nach 3 Wochen - Bild: über boerse-global.de
Smartphone-Studie: 15% weniger Depressionen nach 3 Wochen - Bild: über boerse-global.de

Gleichzeitig fühlen sich 54 Prozent der Menschen im DACH-Raum überfordert.

Die GDI-Studie „Feelgood Revolution“ zeigt einen paradoxen Trend: Noch nie wurde so viel Geld für Wellness ausgegeben – und noch nie fühlten sich so viele Menschen gestresst. Bis 2029 soll die Branche auf 9,8 Billionen US-Dollar wachsen.

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Zeitdruck und Leistungsdruck

Dauerhafter Zeitstress plage 30 Prozent der Befragten, heißt es in der Studie. Besonders junge Menschen stehen unter Druck: 67 Prozent der 16- bis 24-Jährigen geben an, dass ihnen ein gutes Aussehen wichtig sei.

Die Folgen sind messbar. 84 Prozent der Bevölkerung nehmen mindestens ein Nahrungsergänzungsmittel ein. In der Schweiz greifen bereits 9 Prozent zu GLP-1-Abnehmspritzen.

Selbsterkenntnis als Sinnquelle

Die Forscherin Tatjana Schnell von der MF Specialized University Oslo sieht einen Ausweg in der Selbstreflexion. Sie hat 26 empirisch identifizierte Sinnquellen definiert – Selbsterkenntnis ist eine davon.

Es geht um die grundlegende Frage: Wer bin ich, und wer will ich sein? Das schaffe die Basis für zielgerichtetes Handeln.

Handy-Experiment mit über 72.000 Jugendlichen

Ein Großversuch in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol zeigt: Weniger Smartphone-Nutzung verbessert die psychische Gesundheit. Nach drei Wochen reduzierter Nutzung berichteten die Teilnehmer von besserem Schlaf und weniger depressiven Symptomen.

Der Anteil der Jugendlichen ohne solche Symptome stieg um 15 Prozent. Die problematische Internetnutzung sank von 71 auf 58 Prozent. Zwei Drittel der Teilnehmer sprachen sich für ein Social-Media-Verbot für Kinder aus.

Hochfunktionale Depression – die unsichtbare Krise

Die Psychiaterin Judith Joseph beschreibt ein Phänomen, das besonders Leistungsträger betrifft: die hochfunktionale Depression (HFD). Die Betroffenen wirken nach außen voll funktionsfähig, leiden aber innerlich schwer.

Joseph hat ein neues Analysetool entwickelt, um die Erkrankung früher zu erkennen. Denn bei High Performern bleibe sie oft lange unentdeckt.

Einsamkeit als Gesundheitsrisiko

Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) fordert gesundheitspolitische Maßnahmen gegen chronische Einsamkeit. Präsidentin Barbara Haid warnt: Sie gehe häufig mit Depressionen, Angststörungen und psychosomatischen Beschwerden einher.

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Die präventive Kraft sozialer Netzwerke zeigt eine Studie der Universität für Weiterbildung Krems. Menschen über 50 mit starken sozialen Bindungen haben ein geringeres Risiko für kognitiven Abbau und Demenz – unabhängig von Bildung oder Gesundheitszustand.

Auch Haustiere helfen: 60 Prozent der Hunde- und Katzenhalter gaben an, dass ihre Tiere gegen Einsamkeit helfen.

Die Macht der Persönlichkeit

Was macht dauerhaft glücklich? Eine Studie der University of California, Davis, liefert eine überraschende Antwort: Die eigene Persönlichkeit hat einen größeren Einfluss auf das langfristige Wohlbefinden als Einkommen oder Berufsposition.

In Kombination mit der Selbsterkenntnis ergibt sich ein klares Bild: Die aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst ist der wesentliche Faktor für eine resiliente Lebensführung.

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