Tiere, Genetik

Sie sind die Giganten der Ozeane und im Vergleich zu ihnen waren selbst die Dinosaurier eher klein: Mit bis zu 30 Metern Länge sind Blauwale die größten Tiere der Erde.

05.04.2018 - 07:18:52

Es gab Überraschungen - Wal-Verwandtschaften nach Erbgut-Entschlüsselung enthüllt. Die Entschlüsselung des Erbguts mehrerer Wale barg nun ein paar Überraschungen.

Frankfurt/Main - Deutsche und schwedische Forscher haben das Erbgut des Blauwals und fünf weiterer Walarten entziffert und sind dabei auf überraschende Walverwandtschaften gestoßen.

Denn auch während der Artbildung paarten sich verschiedene Furchenwale, zu denen auch der Blauwal gehört, über die entstehenden Artgrenzen hinweg, wie die Wissenschaftler im Fachblatt «Science Advances» berichten. Durch die Entschlüsselung des Erbguts lasse sich die Evolutionsgeschichte der größten Tiere der Erde detailliert nachvollziehen, so die Wissenschaftler um Axel Janke, Evolutionsgenetiker am Senckenberg-Institut und an der Universität Frankfurt.

Bei der Aufspaltung der Furchenwale, die vor 10,5 Millionen Jahren begann, gab es gleich zwei ungewöhnliche Faktoren: Es war keine natürliche Barriere zwischen den entstehenden Arten vorhanden und Tiere der Arten paarten sich auch noch miteinander. «Arten bilden sich gewöhnlich durch reproduktive Isolation, die durch genetische oder geografische Barrieren entsteht», sagte Fritjof Lammers vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum. Artbildung mit Genfluss, also mit Paarung über die Grenzen hinweg, sei in der Natur selten. Für Furchenwale scheine dies aber nicht zu gelten. Geografische Grenzen gibt es für die Wale in den Weiten der Ozeane ohnehin nicht.

Selbst heute noch werden Kreuzungen von Finn- und Blauwalen gesichtet, heißt es in der Studie. Im Erbgut konnten Forscher solch eine Verbindung jedoch noch nicht nachweisen.

Die Wissenschaftler wollten laut Janke mit ihren Untersuchungen unter anderem feststellen, wie unter diesen Umständen Biodiversität entsteht. So habe sich etwa der Grauwal eine andere Nahrungsquelle erschlossen und ernähre sich als «bottom feeder» von Krebstieren am Boden von Küstengewässern.

In der sechsjährigen Studie sequenzierten die Forscher das Erbgut von insgesamt sechs Walarten: Blau-, Sei-, Grau-, Grönland-, Zwerg- und Buckelwal. Darunter wurden fünf laut Janke bislang als Furchenwale angesehen, Grauwale hätten nicht dazu gezählt. Sie hätten aufgrund ihres Aussehens aber eine Sonderstellung innerhalb der Bartenwale gehabt. «Die haben sie nun nicht mehr, nach den genetischen Analysen», sagte Janke. «Wir schlagen vor, auch die Grauwale in die Gattung Balaenoptera aufzunehmen. Damit wären alle Furchenwale vereint und um eine Art reicher.» Diese Wale haben tiefe Hautfalten, die sich von der Unterlippe bis zum Bauch erstrecken können.

Eine positive Nachricht haben die Forscher zudem: «Durch den Walfang ist die Genvariabilität nicht verloren gegangen. Sie sind auf gutem Weg sich wieder erholen», erläutert Janke. Die Arten seien aufgrund ihrer überraschend hohen Genvariabilität fähig, Krankheitserregern, Parasiten oder Umweltveränderungen gut zu widerstehen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Weltnaturschutzunion - Warnung vor Abbau von Rohstoffen in den Ozeanen. Ohne gute Regeln drohen aber irreparablen Naturschäden. Paradoxerweise befeuern selbst «grüne Technologien» den Bedarf. In unberührte Ökosysteme wollen Rohstoff-Firmen vordringen, um den wachsenden Bedarf an Metallen etwa für Smartphones zu stillen. (Wissenschaft, 16.07.2018 - 10:46) weiterlesen...

Vom Aussterben bedrohte Art - Acht gefährdete Nashörner in Kenia nach Umsiedlung verendet Nairobi - In Kenia sind acht vom Aussterben bedrohte Nashörner nach einer Umsiedlung plötzlich verendet. (Wissenschaft, 13.07.2018 - 19:06) weiterlesen...

Trotz Wilderei - Elfenbeinschmuck wird in Deutschland teils legal gehandelt. Doch auch der legale Handel ist in Deutschland und der EU immer noch möglich. Etwa 30 000 Elefanten werden jährlich gewildert und das Elfenbein illegal verkauft. (Politik, 13.07.2018 - 14:36) weiterlesen...

Trotz Wilderei - Elfenbeinschmuck wird in Deutschland teils legal gehandelt. Doch auch der legale Handel ist in Deutschland und der EU immer noch möglich. Etwa 30.000 Elefanten werden jährlich gewildert und das Elfenbein illegal verkauft. (Politik, 13.07.2018 - 12:24) weiterlesen...

Bußgeld droht - Niedersachsen will Füttern von Wölfen verbieten. Das berichtet die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» («HAZ»/Freitag) unter Berufung auf das Umweltministerium. Eine entsprechende Verordnung solle noch in diesem Jahr beschlossen werden. Hannover - Das Land Niedersachsen will das Füttern und Fotografieren von wildlebenden Wölfen verbieten. (Wissenschaft, 13.07.2018 - 07:12) weiterlesen...

Niedersachsen will Füttern von Wölfen verbieten. Das berichtet die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» unter Berufung auf das Umweltministerium. Eine entsprechende Verordnung solle noch in diesem Jahr beschlossen werden. Der Wolf habe eine natürliche Scheu vor dem Menschen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Es werde aber von den Naturschutzbehörden immer wieder über Menschen berichtet, die versuchten, Wölfe mit Futter zu ködern um sie zu fotografieren. Das könne dazu führen, dass Wölfe sich dem Menschen aktiv annähern. Hannover - Das Land Niedersachsen will das Füttern und Fotografieren von wildlebenden Wölfen verbieten. (Politik, 13.07.2018 - 06:20) weiterlesen...