Schlafstörungen: Wer sich älter fühlt, leidet häufiger unter Insomnie
05.06.2026 - 09:32:13 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie mit über 3.000 Erwachsenen.
Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen gefühltem und tatsächlichem Alter. Grundlage war ein Datensatz von 3.177 Personen mit einem Durchschnittsalter von 42,8 Jahren. 49 Prozent davon waren Frauen.
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Die „Age-Discrepancy-Metrik“ als Schlüssel
Die Wissenschaftler nutzten eine spezielle Berechnungsmethode. Sie setzen die Differenz zwischen subjektivem und chronologischem Alter ins Verhältnis zum tatsächlichen Alter. Das Ergebnis: Wer sich älter fühlt, leidet häufiger unter Insomnie, unregelmäßigem Schlaf und Tagesmüdigkeit.
Dieser Effekt blieb auch nach Bereinigung um Faktoren wie Alter, Geschlecht oder psychische Vorerkrankungen bestehen. Die Forscher sprechen vom „Triple Threat“ – einer dreifachen Belastung durch schlechteren Schlaf.
Dr. Joseph M. Dzierzewski, Forschungsleiter, fordert eine Anpassung der Gesundheitskommunikation. Das subjektive Altersgefühl beeinflusst demnach indirekt auch die körperliche Gesundheit – vermittelt über die verschlechterten Schlafparameter.
Jeder dritte Deutsche hat Schlafprobleme
Unabhängig von der Alterswahrnehmung steigt die Zahl der Schlafgestörten in Deutschland. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat Daten von über 26.000 Befragten ausgewertet. Das Ergebnis: 35,5 Prozent der Erwachsenen leiden unter Ein- oder Durchschlafproblemen.
Im Zeitraum 2008 bis 2011 lag die Quote noch bei 30,3 Prozent. Der Anstieg ist signifikant.
Die Aufschlüsselung zeigt konkrete Probleme:
- Knapp 32 Prozent haben Schwierigkeiten beim Durchschlafen
- Rund 16 Prozent berichten über Einschlafstörungen
- Gut jeder achte Erwachsene kämpft mit beiden Problemen
Frauen sind deutlich häufiger betroffen. 20 Prozent klagen über Einschlafstörungen, bei Männern sind es nur 13 Prozent. Beim Durchschlafen liegen Frauen mit 36 Prozent ebenfalls vorn – Männer kommen auf 27 Prozent.
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Experten führen die Unterschiede auf hormonelle Umstellungen und eine höhere Anfälligkeit für Depressionen zurück. Auch der Bildungsstand spielt eine Rolle: Menschen mit niedrigerem Abschluss schlafen häufiger schlecht.
Warum wir immer schlechter schlafen
Die Ursachen sind vielfältig. Forscher und das RKI nennen mehrere Faktoren: die gestiegene Smartphone-Nutzung, die Spätfolgen der Corona-Pandemie, der Klimawandel und militärische Konflikte. All das erhöht die psychische Belastung – und die raubt den Schlaf.
Langanhaltende Insomnie ist ein ernster Risikofaktor. Sie begünstigt psychische Störungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Das Forschungszentrum Jülich schlägt deshalb einen neuen Ansatz vor. Das Konzept „One Sleep Health“ will Schlaf in einem globalen Kontext betrachten – verknüpft mit Klima, Umwelt, Gesellschaft und sogar der Tiergesundheit. Ziel sind neue Strategien für Prävention und Gesundheitspolitik.
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