Schlafstörungen: 35 Prozent der Erwachsenen betroffen – RKI warnt
03.06.2026 - 14:02:31 | boerse-global.deDas zeigt eine aktuelle Erhebung des Robert Koch-Instituts (RKI). Besonders betroffen sind Frauen.
RKI-Daten belegen deutlichen Anstieg
Das RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“ liefert die Zahlen. Demnach leiden 35,3 Prozent der 18- bis 79-Jährigen unter Ein- oder Durchschlafstörungen. Zum Vergleich: Zwischen 2008 und 2011 lag der Wert noch bei 30,3 Prozent. Ein Anstieg um fünf Prozentpunkte.
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Die Datenbasis ist solide: Über 26.000 Teilnehmende machten Angaben, darunter rund 14.000 Frauen und 12.000 Männer. 19 Prozent der Befragten haben Probleme mit dem Durchschlafen, 4 Prozent mit dem Einschlafen. Weitere 13 Prozent sind von beidem betroffen.
Warum Frauen häufiger betroffen sind? Experten verweisen auf hormonelle Faktoren und ein statistisch höheres Risiko für Depressionen und Angststörungen.
Milliardenschaden durch Schlafmangel
Die gesundheitlichen Folgen sind gravierend. Schlafmangel gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, psychische Störungen und sogar Alzheimer. Eine Studie der Universität Leipzig zeigt zudem: Kognitive Leistungen leiden bereits in jungen Jahren, wenn Schlafqualität, Depressionen und Bewegungsmangel zusammenspielen.
Doch die Kosten sind nicht nur individuell. Das Forschungszentrum Jülich veröffentlichte im Juni 2026 im Fachmagazin Cell Reports Medicine eine Analyse zum „One Sleep Health“-Konzept. Ergebnis: Schlafprobleme verursachen in fünf führenden Industrieländern wirtschaftliche Schäden von bis zu 680 Milliarden US-Dollar jährlich. Haupttreiber sind Produktivitätsverluste, Fehlzeiten und die Belastung der Sozialsysteme.
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Digitalisierung und Krisen als Schlafkiller
Die Ursachen sind vielfältig. Smartphones und Bildschirme spielen eine zentrale Rolle. Der AXA/IPSOS Mind Health Report vom Juni 2026 beziffert die durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit auf über fünf Stunden. Das belastet die Schlafhygiene massiv.
Hinzu kommen globale Krisen: Die Nachwirkungen der Pandemie, der Klimawandel und internationale Konflikte setzen der Psyche zu. Und die Klimaerwärmung verschärft das Problem zusätzlich. Das Forschungszentrum Jülich warnt: Steigende Nachttemperaturen könnten bis 2100 zu einem jährlichen Schlafverlust von 50 bis 58 Stunden pro Person führen.
Was hilft? Fachleute empfehlen konsequente Schlafhygiene: regelmäßige Schlafenszeiten, Verzicht auf Alkohol und Koffein am Abend, keine digitalen Geräte vor dem Schlafengehen. Und wer professionelle Hilfe braucht, sollte besser zum Arzt gehen als zur KI – fast die Hälfte der Nutzer digitaler Gesundheits-Tools ist mit den automatisierten Ratschlägen unzufrieden.
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