Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen erreichen weltweit neuen Höchststand

24.05.2026 - 00:20:42 | boerse-global.de

Neue Lancet-Studie zeigt drastischen Anstieg psychischer Erkrankungen. Innovative Therapieansätze und Präventionsprojekte gewinnen an Bedeutung.

Psychische Erkrankungen erreichen weltweit neuen Höchststand - Foto: über boerse-global.de
Psychische Erkrankungen erreichen weltweit neuen Höchststand - Foto: über boerse-global.de

Das zeigt eine am 22. Mai in The Lancet veröffentlichte Studie der Universität Queensland und des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME). Die Fallzahlen haben sich seit 1990 damit nahezu verdoppelt.

Besonders alarmierend: Seit 2019 stiegen Depressionen um 24 Prozent, Angststörungen sogar um 47 Prozent. Psychische Leiden sind mittlerweile die häufigste Ursache für gesundheitliche Beeinträchtigungen weltweit.

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„Safe Space Apotheke“ als erster Anlaufpunkt

Niederschwellige Hilfsangebote gewinnen angesichts der Krise an Bedeutung. In Haßloch (Pfalz) gibt es seit anderthalb Jahren die erste „Safe Space Apotheke“ der Region. Das Konzept: Jugendliche in psychischen Krisen finden dort einen anonymen, sicheren Rückzugsort.

Die Mitarbeiter wurden speziell geschult und arbeiten mit dem Gesundheitsamt Bad Dürkheim zusammen. Bundesweit soll das Netzwerk auf bis zu 1000 solcher Schwerpunktapotheken wachsen. Ziel ist es, die Lücke zwischen ersten Symptomen und professioneller Therapie zu schließen.

Behandlung kommt nach Hause

Die LVR-Klinik Mönchengladbach setzt seit Januar auf „Hometreatment“. Ein 13-köpfiges Team versorgt wöchentlich 25 bis 30 Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen – an ihrem Wohnsitz oder einem frei gewählten Ort.

Die aufsuchende Behandlung senkt die Hürden für Menschen, denen ein Klinikaufenthalt zu belastend wäre. Die hohe Nachfrage führt allerdings bereits zu Wartelisten.

Selbsthilfe gewinnt an Bedeutung

Im Wetteraukreis hat sich die Selbsthilfe massiv gewandelt. Standen früher Suchtthemen im Vordergrund, dominieren heute psychische Erkrankungen die rund 170 betreuten Gruppen. Neue Herausforderungen wie Long Covid oder Folgen narzisstischen Missbrauchs erfordern angepasste Strategien.

Am 16. September findet erstmals ein bundesweiter „Tag der Selbsthilfe“ statt.

Resilienzlabor eröffnet in Berlin

Am 27. Mai öffnet am Ostbahnhof ein neues „Resilienzlabor“. Das Innovations-Hub der Berliner Feuerwehr bietet Behörden, Hilfsorganisationen und Bürgern interaktives Krisentraining. Ziel: die zivile Widerstandsfähigkeit stärken.

Auch in der Ausbildung gewinnt das Thema an Gewicht. Das Uniklinikum Magdeburg führt jährlich zehn Resilienzschulungen für rund 230 Auszubildende durch. Die Seminare sollen die Abbruchraten in Pflegeberufen senken.

Die Hirnforschung unterstreicht zudem die Bedeutung der Neugier. Sie sei oft wirksamer als positives Denken, da sie helfe, festgefahrene Glaubenssätze zu hinterfragen.

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Ketogene Diät gegen Psychosen?

Die Universität Oxford startete im Mai eine Studie zur ketogenen Diät bei Psychose-Risikopatienten. Das mit 1,17 Millionen Pfund dotierte Projekt untersucht, ob Ernährungsumstellungen die Behandlung bei jungen Menschen zwischen 14 und 35 Jahren unterstützen können.

Das Unternehmen Emyria meldete Fortschritte bei MDMA-gestützten Therapien gegen posttraumatische Belastungsstörungen. Über 75 Prozent der Patienten zeigen nachhaltige Verbesserungen, zwei Drittel waren nach zwölf Monaten in Remission.

Eine finnische Studie mit rund 4.000 Patienten entkräftete zudem die Sorge, dass ADHS-Medikamente im Kindesalter das Psychose-Risiko erhöhen. Die am 22. Mai veröffentlichten Daten deuten sogar auf einen Schutzeffekt hin – sofern die Diagnose vor dem 13. Lebensjahr gestellt wird.

Die Versorgungslücke bleibt riesig

Weltweit erhalten nur neun Prozent der Menschen mit schweren Depressionen eine angemessene Behandlung. Die Folgekosten durch Arbeitsausfälle und Frühverrentungen sind enorm.

Managementberater plädieren daher für einen neuen Ansatz: Statt reiner Resilienz empfehlen sie Antifragilität – die Fähigkeit von Systemen, durch Krisen stärker zu werden.

KI könnte Diagnostik verbessern

Ein internationales Forschungsteam der TU Berlin und der University of Pennsylvania stellte im Mai ein KI-Modell vor, das die menschliche Aufmerksamkeit nachbildet. Solche Systeme könnten künftig Aufmerksamkeitsstörungen präziser diagnostizieren und Therapien individuell begleiten.

Die Belastung für das Pflegepersonal bleibt indes hoch. Erfahrungsberichte vom Mai verdeutlichen die tägliche Verantwortung im Umgang mit Suizidrisiken und Zwangsmaßnahmen. Der Erfolg künftiger Strategien wird sich daran messen lassen, ob wissenschaftliche Innovationen mit besseren Arbeitsbedingungen und flächendeckender Prävention einhergehen.

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