Gesundheit, Krankheiten

Omikron sorgt für immer neue Höchstwerte bei den Neuinfektionen.

28.01.2022 - 11:54:11

Pandemie - Resilienzforscherin: Gewöhnen uns an hohe Corona-Zahlen. Doch gleichzeitig setzt bei vielen Menschen eine Gewöhnung ein, sagt die Psychologin Donya Gilan - und verrät Tipps, für die aktuelle Lage.

Berlin ? Aus Sicht der Psychologin Donya Gilan gewöhnen sich viele Menschen an immer weiter in die Höhe schießende Inzidenzen und Neuinfektionen.

«Es stellt sich so was wie eine Gewöhnung, Habituation, ein, so dass das dazu führen kann, dass bestimmte Maßnahmen vielleicht nicht mehr so streng befolgt werden», sagte Gilan vom Leibniz-Institut für Resilienzforschung in Mainz der Deutschen Presse-Agentur. «Auf der anderen Seite hat es aber natürlich auch einen deeskalierenden Effekt, was Angst und Sorge betrifft.» Entsprechend sei es wichtig, die Balance zu halten.

Im Zuge der Omikron-Welle stieg die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag zum ersten Mal in der Pandemie über die Schwelle von 1000. Ein Rekord wurde auch bei der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen innerhalb eines Tages erreicht: es waren erstmals mehr als 200.000.

Betroffenheit entscheidend

Laut Gilan setzt nach der langen Zeit in der Pandemie trotz des hohen Risikos ein Gewöhnungseffekt ein, wie er etwa auch bei Opfern anderer kritischer Lebensereignisse oder Katastrophen zu beobachten sei. Ob man angesichts der immer höheren Corona-Zahlen besonders sorgenvoll reagiere oder abstumpfe, hänge aber auch beispielsweise vom Grad der persönlichen Betroffenheit und Ängstlichkeit ab, so die Expertin.

Als Strategie, um nach zwei Jahren Corona noch gut durch die Pandemie zu kommen, empfahl Gilan, «einfach im Hier und Jetzt» zu leben und sich möglichst nicht so stark auf den empfundenen Stillstand zu konzentrieren. Zudem sei Zuversicht nun eine besonders wichtige Ressource: «Man muss sich bewusst machen, dass die Krise oder die Pandemie jetzt natürlich noch eine Weile andauern wird, aber dass natürlich die Situation sich im Vergleich zu letztem Jahr schon stark verändert hat, so dass man quasi auch so was wie eine Hoffnung, was das nächste Jahr betrifft, für sich entwickelt.»

© dpa-infocom, dpa:220128-99-884905/4

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Zwei Affenpockenfälle in Berlin bestätigt. Doch Grund zur Vorsicht bestehe. Nach dem Fall in München gibt es nun zwei neue Fälle in Berlin. Schwerwiegende Verläufe bei Affenpocken sind nach Angaben von Medizinern bei gesunden Menschen eher selten. (Unterhaltung, 21.05.2022 - 17:10) weiterlesen...

Münchner Affenpocken-Patient leidet an milderer Variante. Nach dem Fall in München gibt es nun zwei neue Fälle in Berlin. Affenpocken sind in Deutschland noch nie aufgetreten, schwerwiegende Verläufe nach Angaben von Medizinern bei gesunden Menschen eher selten. (Unterhaltung, 21.05.2022 - 15:55) weiterlesen...

Glühwein und Tannenbäume - Solinger Weihnachtsmarkt im Mai. Inzwischen ist der Weihnachtsmarkt aber in vollem Gange. Erst kann die Corona-Pandemie dem Fest einen Strich durch die Rechnung gemacht, dann ein angekündigtes Unwetter am Freitag. (Unterhaltung, 21.05.2022 - 15:03) weiterlesen...

Affenpocken - Zweiter Ansteckungsherd auf Kanaren?. Spanische Behörden untersuchen, ob sich viele Menschen auf der Urlauberinsel Gran Canaria mit dem Virus angesteckt haben. Noch ist es nur eine Vermutung. (Wissenschaft, 21.05.2022 - 12:12) weiterlesen...

RKI registriert 42.375 Corona-Neuinfektionen. Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme führen derweil zu einem unvollständigen Bild der Infektionslage. Mit einem Wert von 342,0 ist die Sieben-Tage-Inzidenz erneut niedriger als am Vortag. (Unterhaltung, 21.05.2022 - 05:53) weiterlesen...

Wiesendanger darf Drosten keine gezielte Täuschung vorwerfen. Er sei dabei zu weit gegangen, stellt ein Gericht fest. Nanowissenschaftler Roland Wiesendanger glaubt nicht an einen natürlichen Ursprung des Coronavirus - und kritisiert Christian Drosten heftig. (Unterhaltung, 20.05.2022 - 17:18) weiterlesen...