Omega-3-Studie: Bei Alzheimer könnte das Supplement schaden
04.06.2026 - 13:30:42 | boerse-global.deDas Ergebnis: Bei Zusammensetzung und Schadstoffen gab es keine Beanstandungen. Doch der gesundheitliche Nutzen der Kapseln bleibt umstritten. Ein eindeutiger Beleg für positive Effekte fehle weiterhin, so die Experten.
Warnung vor zu hohen Dosen
Die Sicherheit der Präparate wird international unterschiedlich bewertet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt: Mehr als 1,5 Gramm Omega-3-Fettsäuren täglich können das LDL-Cholesterin erhöhen und die Blutungsneigung steigern. Bei Herzpatienten bestehe zudem das Risiko von Vorhofflimmern. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hingegen stuft bis zu 5 Gramm pro Tag als unbedenklich ein.
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Neue Studie: Omega-3 könnte Alzheimer beschleunigen
Forscher der Universität Chongqing haben rund 2.000 ältere Menschen untersucht. Ihre im Juni veröffentlichte Studie zeigt: Bei Alzheimer-Patienten könnte Omega-3 den kognitiven Abbau sogar beschleunigen. Die Fortschreitungsrate stieg bei den Konsumenten um etwa 20 Prozent.
Die Wissenschaftler vermuten eine Störung der synaptischen Verbindungen. Das beeinträchtige die Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Ihr Rat: Senioren sollten Supplemente nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.
Hoffnung aus der Krebsforschung
Parallel dazu liefert eine Studie der Texas A&M Universität positive Signale. Wissenschaftler untersuchten die Kombination aus Omega-3-Fettsäuren und fermentierbaren Ballaststoffen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Mischung den Zelltod von Dickdarmkrebszellen fördern kann.
Durch erhöhte Lipidperoxidation wurden natürliche Selbstzerstörungsmechanismen aktiviert. Die Lebensfähigkeit der bösartigen Zellen verringerte sich deutlich. Für eine abschließende Bewertung seien jedoch umfangreichere klinische Studien nötig, betonen die Forscher.
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Natürliche Quellen bleiben erste Wahl
Experten weisen auf eine allgemeine Unterversorgung mit Ballaststoffen hin. In der Schweiz liegt die tägliche Aufnahme im Durchschnitt bei 20 Gramm – empfohlen werden 30 Gramm. Eine regelmäßige Zufuhr über natürliche Lebensmittel senkt das Risiko für Diabetes, Herzerkrankungen und Darmkrebs.
Doch die Qualität von Fisch als natürliche Omega-3-Quelle ist problematisch. Ein aktueller Marktcheck des WWF bewertete nur 27 Prozent der untersuchten Fischprodukte in deutschen Supermärkten als empfehlenswert. Besonders kritisch: die Bestände von Makrele und Kabeljau. Hering und Sardinen stammen immerhin zu etwa 50 Prozent aus ökologisch vertretbaren Quellen.
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