Internet, Medien

Leitet die Dating-App unzulässig Daten ihrer Benutzer für verhaltensbezogene Werbung einfach weiter an Dritte? Die Datenaufsicht in Norwegen hält das für erwiesen - und verhängt eine saftige Strafe.

15.12.2021 - 14:00:10

Social Media - Millionenstrafe gegen Dating-App Grindr in Norwegen

Oslo - Die norwegische Datenaufsichtsbehörde hat die Dating-App Grindr wegen Verstoßes gegen Datenschutzbestimmungen mit einer Millionenstrafe belegt.

Weil sich das soziale Netzwerk nicht an die Zustimmungsregeln für die Weiterleitung von persönlichen Daten in der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gehalten habe, müsse es eine Verwaltungsstrafe von 65 Millionen Kronen (6,4 Mio Euro) zahlen, teilte die Behörde Datatilsynet am Mittwoch mit.

«Unsere Schlussfolgerung ist, dass Grindr Benutzerdaten für verhaltensbezogene Werbung ohne Rechtsgrundlage an Dritte weitergegeben hat», erklärte Tobias Judin, Leiter der internationalen Abteilung der Datenaufsicht.

Der norwegische Verbraucherrat hatte 2020 gemeinsam mit der in Wien ansässigen Datenschutzorganisation Noyb Beschwere gegen Grindr eingelegt. Es handelt sich um die höchste Geldstrafe, die die norwegische Datenaufsicht bislang verhängt hat - trotz der Tatsache, dass die Summe geringer ist als die 100 Millionen Kronen, von der die Behörde Grindr im Januar in Kenntnis gesetzt hatte. Angesichts von bereitgestellten Informationen zur Größe und finanziellen Lage des Unternehmens sowie Veränderungen sei eine Verringerung der Strafe gerechtfertigt, schrieb Datatilsynet.

Grindr ist eine beliebte und weit verbreitete Dating-App für schwule und bisexuelle Männer sowie Transsexuelle. Das Unternehmen kann innerhalb von drei Wochen Berufung einlegen. Die DSGVO ist zwar eine Verordnung der EU, sie gilt aber für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum EWR - und damit auch für das Nicht-EU-Land Norwegen.

© dpa-infocom, dpa:211215-99-392785/2

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Streaming-Anbieter - Schwaches Wachstum: Netflix-Aktie stürzt nachbörslich ab. Die Prognose für das laufende Quartal fällt noch mauer aus. Anleger sind schockiert. Trotz Hits wie «Squid Game» hat Netflix sein Wachstumsziel zum Jahresende verfehlt. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 14:21) weiterlesen...

Erfolgsserie - «Squid Game» bekommt zweite Staffel. Aber die Mischung aus Satire und Thriller erntete auch viel Kritik. Für den Streamingdienst Netflix war die koreanische Serie «Squid Game» ein Mega-Erfolg. (Unterhaltung, 21.01.2022 - 10:04) weiterlesen...

Netflix schockiert Anleger mit düsteren Geschäftsprognosen (Boerse, 21.01.2022 - 09:46) weiterlesen...

Netflix erwartet schwaches Wachstum - Aktie stürzt nachbörslich ab. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen lediglich 2,5 Millionen neue Kunden, wie es am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Los Gatos mitteilte. Damit blieb Netflix deutlich unter den Prognosen der Analysten. Die Aktie stürzte nachbörslich zeitweise um rund 20 Prozent ab. LOS GATOS - Der Streaming-Marktführer Netflix rechnet nach dem Corona-Boom nur noch mit schwachem Nutzerwachstum. (Boerse, 21.01.2022 - 06:33) weiterlesen...

Verlage sehen Mängel bei EU-Parlamentsposition für digitale Dienste. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) appellierten am Donnerstag in einer Mitteilung an die Bundesregierung, sich dafür einzusetzen, dass die Presse- und Meinungsfreiheit auch online auf sehr großen Digitalplattformen gewahrt werde. BERLIN/STRASSBURG - Deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenverlage befürchten beim geplanten EU-Gesetz für mehr Gerechtigkeit und Sicherheit im Internet Nachteile für die Pressefreiheit. (Boerse, 20.01.2022 - 18:46) weiterlesen...

Medien - dpa übernimmt Kuratierung für Facebook News in Deutschland. Nun übernimmt ein Team der Deutschen Presse-Agentur die Pflege. Mit «Facebook News» bietet die soziale Plattform seit Mitte vergangenen Jahres ein eigenes Nachrichtenangebot. (Wissenschaft, 19.01.2022 - 10:14) weiterlesen...