Krafttraining: Wöchentliche 90 Minuten senken Demenzrisiko um 27%
09.06.2026 - 04:39:26 | boerse-global.de
Die Forschung liefert immer mehr Belege dafür, dass einfache Übungen die psychische Gesundheit und die Gehirnfunktion nachhaltig verbessern können. Angesichts steigender Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen rücken diese Methoden in den Fokus.
Krafttraining senkt Demenzrisiko um 27 Prozent
Eine US-Langzeitstudie mit rund 150.000 Teilnehmern zeigt: Wer wöchentlich 90 bis 119 Minuten Krafttraining macht, senkt sein allgemeines Sterberisiko um 13 Prozent. Noch deutlicher sind die Effekte bei neurologischen Erkrankungen: Das Demenzrisiko sinkt um 27 Prozent. Kombinieren die Probanden Kraft- und Ausdauertraining, reduziert sich das Gesamtrisiko sogar um 45 Prozent. Die Studie erschien im Juni im British Journal of Sports Medicine.
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Neben klassischem Krafttraining gewinnen alternative Bewegungsformen an Bedeutung. Quadrobics – ein Ganzkörpertraining auf allen Vieren – fördert Ausdauer und Beweglichkeit. Die Methode entlastet die Waden und fordert die Schulterpartie intensiver. Allerdings bleibt klassisches Krafttraining beim gezielten Muskelaufbau überlegen.
Yoga hilft Krebspatienten messbar
Die Phase-III-Studie YOCAS belegt die Wirksamkeit von Yoga bei Krebspatienten. 410 Erwachsene, überwiegend Frauen mit Brustkrebs, praktizierten zweimal wöchentlich Hatha- oder Restorative-Yoga. Nach vier Wochen verbesserten sich Schlafqualität, Stimmung und Fatigue messbar. Die Daten wurden im Juni auf dem ASCO Annual Meeting vorgestellt.
Auch Meditation zeigt schnelle Effekte: EEG-Messungen bei 103 Probanden ergaben, dass sich die Gehirnwellen bereits nach zwei Minuten veränderten. Der maximale Effekt trat nach sieben Minuten ein. Ein Anstieg der Theta- und Alpha-Wellen deutete auf tiefe Entspannung und erhöhten Fokus hin. Die Studie erschien im Juni im Fachmagazin Mindfulness.
Keto-Diät gegen schwere psychische Erkrankungen
Forscher der Stanford University untersuchten das Potenzial einer ketogenen Diät bei Schizophrenie und bipolaren Störungen. In einer viermonatigen Pilotstudie verbesserten sich die Symptome bei konsequenter Einhaltung signifikant. Bei Schizophrenie-Patienten stieg die Genesungsrate von 38 auf 81 Prozent. Die Ergebnisse wurden im Juni 2026 veröffentlicht.
Gleichzeitig zeigt eine Auswertung der UK Biobank den Zusammenhang zwischen Schlaf und Gehirngesundheit. Bei über 23.000 Teilnehmern führte ein Schlafdefizit von weniger als sechs Stunden sowie häufige Tagesschläfchen zu mehr White Matter Hyperintensities. Diese Gefäßschäden gelten als Indikatoren für ein erhöhtes Demenzrisiko – unabhängig von anderen Lebensstilfaktoren. Die Studie erschien im Juni in der Fachzeitschrift Alzheimer's & Dementia.
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Neue Ansätze gegen Depressionen
Die Charité in Berlin startete eine mit 2,3 Millionen Euro geförderte Studie zur Untersuchung des Hormons DHEA als Zusatztherapie bei Depressionen. Parallel bestätigte eine Zürcher Real-World-Studie die Wirksamkeit von Psilocybin zur Reduktion depressiver Symptome im klinischen Alltag. Die Ergebnisse wurden im Juni im Lancet Regional Health Europe veröffentlicht.
In der Stressbewältigung gewinnen Atemtechniken und Naturerlebnisse an Bedeutung. Eine Meta-Analyse der Islamic Azad University, die über 3.000 Studien berücksichtigte, stellte fest: Aufenthalte in der Natur senken Stress und Ängste signifikant.
EU fördert psychische Gesundheit am Arbeitsplatz
Der Handlungsbedarf ist enorm: Der AOK-Fehlzeiten-Report vom März 2026 konstatierte einen Anstieg psychischer Erkrankungen um 47 Prozent für den Zeitraum 2014 bis 2024. Die Europäische Union reagiert mit dem Programm EU4Health, das ein Förderbudget von 1,23 Milliarden Euro umfasst. Teil der Initiative ist die Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze 2026–2028“, die sich gezielt der Bewältigung psychosozialer Risiken am Arbeitsplatz widmet.
Für ältere Menschen entwickelt das Forschungsprojekt ADVANCE der Universität Genf spezielle Programme zur geistigen Fitness. Eine neue Kursreihe, die Ende Juni in Zürich startet, evaluiert Methoden zur Stressbewältigung und mentalen Aktivierung im Alter.
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