Krafttraining: 90–119 Minuten pro Woche senken Sterberisiko um 13%
09.06.2026 - 10:46:02 | boerse-global.de
Eine groß angelegte Analyse der Universität Oxford zeigt: Es gibt keine verschiedenen Subtypen – sondern ein biologisches Kontinuum.
Die Forscher untersuchten die Synovialflüssigkeit von 1.361 Probanden und analysierten rund 7.000 Proteine. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie heute im Fachmagazin Nature Communications.
Die Daten identifizieren spezifische Kernpfade der Gewebeschädigung und -reparatur. Statt die Erkrankung in Kategorien zu unterteilen, liefern die Wissenschaftler eine molekulare Karte. Diese soll als Grundlage für zielgerichtetere Therapien dienen.
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Elektrostimulation: Nutzen bleibt unklar
Parallel zur Grundlagenforschung prüfte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) physikalische Begleittherapien. In einem Vorbericht vom heutigen Montag bewerteten die Experten die neuromuskuläre Elektrostimulation des Nervus peroneus communis bei venösen Beingeschwüren.
Das Urteil fällt ernüchternd aus: Nutzen oder Schaden bleiben unklar. Die Bewertung basiert auf einer einzigen randomisierten kontrollierten Studie. Die Datenlage gilt als unvollständig und widersprüchlich. Ein positiver Effekt auf die Heilung ließ sich nicht belegen.
Fachkreise können bis zum 6. Juli Stellung zu dem Vorbericht nehmen.
Zweitmeinung vor Hüft-OP wird Pflicht
Auch in der Versorgungspraxis tut sich etwas. Basierend auf einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus November 2023 haben gesetzlich Versicherte ab Juli 2024 Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung vor einer geplanten Hüftgelenk-Operation. Orthopäden sollen die Notwendigkeit des Eingriffs unabhängig prüfen.
Krafttraining senkt Sterberisiko deutlich
Die Bedeutung des Lebensstils unterstreicht eine US-Langzeitstudie mit rund 150.000 Teilnehmern. Veröffentlicht im British Journal of Sports Medicine, zeigt sie: Wöchentliches Krafttraining von 90 bis 119 Minuten senkt das Sterberisiko um 13 Prozent – besonders durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz. In Kombination mit Ausdauertraining steigt die Risikoreduktion sogar auf 45 Prozent.
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Neuer Ansatz gegen Muskelabbau
Adipositas verschlimmert oft die Kniearthrose. Eine Phase-2-Studie vom Juni 2026 zeigt nun einen vielversprechenden Ansatz: Der Antikörper Apitegromab bremst den Muskelabbau während der Therapie mit Tirzepatid.
Die Zahlen sprechen für sich: In der Placebogruppe verloren Patienten nach 24 Wochen 3,5 Kilogramm Magermasse. Unter Gabe des Myostatin-Hemmers sank der Wert auf 1,6 Kilogramm. Der gesamte Gewichtsverlust blieb mit rund 11 bis 12 Kilogramm in beiden Gruppen vergleichbar. Experten fordern jedoch größere Phase-3-Studien für eine abschließende Bewertung.
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