KI-Projekte: 83 Prozent scheitern an technischen Engpässen
08.06.2026 - 05:27:44 | boerse-global.de
Während Unternehmen Milliarden in Automatisierung und Künstliche Intelligenz stecken, scheitert der Großteil der Projekte in der entscheidenden Phase.
83 Prozent der KI-Projekte scheitern an der Skalierung
Eine aktuelle Studie von AI.cc zeigt ein düsteres Bild: Rund 83 Prozent der KI-Projekte in deutschen Unternehmen kommen nie über die Testphase hinaus. Hauptursache sind technische Engpässe. In 41 Prozent der Fälle bremsen Ratenbegrenzungen den Fortschritt, 33 Prozent scheitern an explodierenden Token-Kosten.
Die wirtschaftlichen Folgen sind verheerend. Die durchschnittliche Kostenabweichung beträgt satte 340 Prozent. Ganze 80 Prozent der Projekte liefern keinen messbaren Geschäftswert, 73 Prozent erzielen keine positive Rendite.
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Organisation statt Geld als Engpass
Das Ifo-Institut bestätigt den Trend: 54,5 Prozent der deutschen Firmen nutzen KI, doch die meisten bleiben in der Testphase stecken. Überraschend: Finanzielle Mittel sind nicht das Problem.
„Es mangelt an der passenden Unternehmensorganisation und praktischer Umsetzungskompetenz“, heißt es in der Studie. Eine Untersuchung von GitLab unter deutschen Führungskräften untermauert diesen Befund. KI wird als Unterstützungswerkzeug gesehen – doch das nötige Fachpersonal fehlt. Experten mit domänenübergreifendem Wissen, die KI-Ergebnisse validieren können, sind rar.
Hafen und Autoindustrie: Automatisierung erzwingt Stellenabbau
Während viele Unternehmen noch hadern, treibt der wirtschaftliche Druck andere zu radikalen Schritten. Am North Sea Terminal Bremerhaven fallen 500 von 1.000 Stellen weg. Selbstfahrende Transporter ersetzen die Arbeiter. Ziel: die Kapazität von drei auf vier Millionen Standardcontainer steigern.
Die Automobilkrise verschärft die Lage zusätzlich. Deutsche Autofabriken laufen oft nur noch zu 50 Prozent. Der VDA rechnet bis 2035 mit 125.000 verlorenen Arbeitsplätzen. VW verzeichnet Absatzrückgänge in China, während BMW und Mercedes die Produktion nach Ungarn verlagern.
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Technik schreitet voran – Regulierung wird strenger
Trotz der hohen Scheiterquote entwickelt sich die Technologie rasant weiter. Comau und Reis Robotics arbeiten an neuen Automatisierungslösungen für Schiffbau und Batterieproduktion. Neue Schnittstellen verbinden Sensoren mit IIoT-Plattformen für bessere Datenanalyse.
Ein Fokus liegt auf Sicherheit: Industrie-KI soll künftig automatisch sicherheitsrelevanten Code aus Normvorgaben ableiten. Roboter sollen so sicherer werden.
Doch die neuen Möglichkeiten bringen neue Pflichten. Die NIS2-Richtlinie droht mittelständischen Unternehmen ab 50 Mitarbeitern oder zehn Millionen Euro Umsatz mit Bußgeldern bis zu zehn Millionen Euro bei Verstößen gegen IT-Sicherheitspflichten. Der Druck wächst – nicht nur in die Automatisierung zu investieren, sondern auch in die Sicherheit der digitalen Lieferketten.
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