Instagram-Sicherheitslücke: Hacker übernahmen Konten via KI-Chatbot
05.06.2026 - 05:31:24 | boerse-global.de
Angreifer nutzten einen Chatbot aus, um die Kontrolle über zahlreiche Accounts zu übernehmen – besonders betroffen: seltene Nutzernamen.
So funktionierte der Angriff
Die Hacker zielten auf ein KI-Tool ab, das Nutzern seit dem Frühjahr bei der Kontowiederherstellung hilft. Mit einfachen Dialogen und sogenannter Prompt Injection brachten sie den Bot dazu, hinterlegte E-Mail-Adressen zu ändern. Ohne ausreichende Identitätsprüfung passte die KI die Daten an – die Angreifer konnten per Passwort-Reset die volle Kontrolle übernehmen.
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Sicherheitsforscher beobachten die Angriffswelle seit Ende Mai. Die Täter setzten VPN-Software ein, um geografische Barrieren zu umgehen. Das Kernproblem: Der Chatbot hatte weitreichende Systemberechtigungen, ohne dass menschliche Kontrollen zwischengeschaltet waren. Branchenexperten sprechen von einem grundlegenden Architekturfehler.
Prominente Opfer – trotz 2FA
Unter den kompromittierten Konten finden sich namhafte Profile: ein inaktiver Account des Weißen Hauses aus der Obama-Ära, Accounts der US Space Force und des Kosmetikkonzerns Sephora. Meta dementierte teils den Zugriff auf spezifische prominente Konten, bestätigte aber die Sicherung betroffener Profile.
Besonders brisant: Der Fall der Sicherheitsforscherin Jane Manchun Wong, früher selbst bei Meta. Trotz aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) übernahmen Hacker ihr Konto. Auch Meta-Mitarbeiterin und Ex-Twitter-Managerin Esther Crawford war betroffen. Klar ist: Herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen halfen gegen diese KI-Manipulation nicht.
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Metas Reaktion – und die anhaltenden Risiken
Meta-Sprecher Andy Stone erklärte, das Unternehmen habe betroffene Konten gesichert und arbeite an der Wiederherstellung. Seit Donnerstag verschickt Instagram Warn-E-Mails an Nutzer mit verdächtigen Aktivitäten. Die ursprüngliche Sicherheitslücke sei bereits Anfang Juni geschlossen worden.
Doch die Berichte über anhaltende Angriffe reißen nicht ab. Nutzer meldeten: Zwar wurden Oberflächenfunktionen angepasst, die zugrunde liegenden Schnittstellen blieben aber anfällig. Meta empfiehlt weiterhin starke Passwörter und 2FA – auch wenn diese im aktuellen Fall nicht immer schützten.
KI-Investitionen versus Sicherheit
Der Vorfall trifft Meta in einer Phase massiver KI-Investitionen – Schätzungen zufolge bis zu 1,45 Milliarden Dollar. Parallel zur Instagram-Krise treibt der Konzern andere Projekte voran: einen KI-Assistenten für Facebook-Autoren in Nordamerika und Indien sowie automatisierte Übersetzungen für Videos.
Experten mahnen: Die Geschwindigkeit der KI-Integration dürfe nicht zulasten der Sicherheit gehen. Der aktuelle Fall des Support-Bots zeigt, was passiert, wenn dieses Gleichgewicht kippt.
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