Hülsenfrüchte: 170 Gramm täglich senken Bluthochdruck-Risiko um 30%
09.06.2026 - 01:09:16 | boerse-global.de
Das legen mehrere aktuelle Studien nahe, die Anfang Juni veröffentlicht wurden.
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Pfefferminzöl senkt Blutdruck messbar
Eine britische Studie im Fachjournal PLOS One untersuchte die Wirkung von Pfefferminzöl bei leicht erhöhtem Blutdruck. 40 Erwachsene nahmen 20 Tage lang täglich 0,1 Milliliter Pfefferminzöl ein.
Das Ergebnis: Der systolische Blutdruck sank um durchschnittlich mehr als 8 mmHg. Auch der diastolische Blutdruck und die Ruheherzfrequenz gingen zurück.
Kardiologen bleiben jedoch vorsichtig. Die Teilnehmerzahl war gering, die Studiendauer kurz. Langfristige Effects sind noch nicht gesichert. Bewährte Maßnahmen wie Bewegung, Gewichtsreduktion und salzarme Ernährung bleiben die Basis der Behandlung.
Flavonole und Hülsenfrüchte als natürliche Helfer
Auch die Ernährung rückt stärker in den Fokus. Eine Studie in Food and Function mit 30.000 Teilnehmern zeigt: Weniger als jeder Fünfte erreicht die empfohlene Flavanol-Menge von 500 Milligramm täglich.
Gute Quellen sind Pflaumen (450 mg), Cranberries (300 mg) und Brombeeren (250 mg). Auch grüner Tee und dicke Bohnen liefern reichlich Flavonole.
Eine Meta-Analyse in BMJ Nutrition, Prevention & Health bestätigt den Effekt von Hülsenfrüchten. Bei 170 Gramm täglich sank das Risiko für Bluthochdruck um 30 Prozent. Speziell Sojaprodukte wie Tempeh oder Tofu reduzierten das Risiko bei 60 bis 80 Gramm täglich um 29 Prozent.
Ergänzend zu einer flavonolreichen Ernährung können gezielte Bewegungsabläufe den Blutdruck positiv beeinflussen – eine umfassende Metastudie belegt nun die Wirksamkeit von drei speziellen Übungen. 3 Übungen gegen Bluthochdruck kostenlos als PDF herunterladen
Neue Medikamente in der Pipeline
Neben pflanzlichen Ansätzen entwickelt sich auch die medikamentöse Therapie weiter. Selektive Aldosteronsynthase-Hemmer stehen vor dem Markteintritt. Der Wirkstoff Baxdrostat ist in den USA bereits zugelassen und senkt den Blutdruck um 15 mmHg.
Lorundrostat befindet sich in der Phase-III-Prüfung. Daten der Fachkonferenz ENDO 2026 deuten auf positive Effekte auf Biomarker für Herzinsuffizienz hin. Eine FDA-Zulassung ist für den 22. Dezember 2026 anvisiert.
Gleichzeitig liefert eine Studie in JAMA Ophthalmology Warnhinweise: Calciumkanalblocker könnten das Risiko für Glaukome erhöhen. Die Analyse von 427.000 Erwachsenen zeigte diesen Zusammenhang bei anderen Blutdrucksenkern nicht. Patienten sollten ihre Medikation aber nicht eigenmächtig absetzen, sondern regelmäßige Augenuntersuchungen wahrnehmen.
Das Herz-Kreislauf-System im Zusammenspiel
Die Blutdruckregulation ist komplex. Eine Untersuchung der Universitätsmedizin Göttingen zeigt: Bei Vorhofflimmern verändern sich nicht nur der linke, sondern auch der rechte Vorhof strukturell. Das könnte zukünftige Therapieerfolge beeinflussen.
Wissenschaftler identifizierten zudem in Circulation Research eine Schlüsselregion im Hirnstamm: die laterale parafaziale Region. Sie steuert den Blutdruck über Atemmuster. Neue Medikamente könnten hier ansetzen.
Die aktuelle Studienlage zeigt: Pfefferminzöl, Flavonole und Hülsenfrüchte können das Blutdruckmanagement unterstützen. Die Behandlung bleibt aber ein Gesamtkonzept aus Medikamenten und Lebensstiländerungen.
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