Google Phone: KI-Erkennung blockiert gefälschte Anrufe ab Juni
04.06.2026 - 12:23:29 | boerse-global.deIm Zentrum steht eine automatisierte Erkennung gefälschter Anrufe. Sie soll Identitätsbetrug durch KI-generierte Stimmen und Rufnummern-Manipulation unterbinden.
Verifizierung über verschlüsselten Datenaustausch
Die Funktion wird als Teil der App „Phone by Google“ ausgerollt. Sie nutzt den RCS-Standard für einen verschlüsselten Abgleich im Hintergrund. Bei einem eingehenden Anruf von einem bekannten Kontakt fordert das Empfängergerät eine digitale Bestätigung vom Gerät des Absenders an. Kommt kein gültiges Signal, warnt die App vor einem möglichen Betrugsversuch.
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Die Technik adressiert zwei Angriffsmethoden: Caller-ID-Spoofing, bei dem Angreifer ihre Identität verschleiern, und Deepfakes zur Stimmimitation. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert, lässt sich aber in den Einstellungen deaktivieren.
Der Rollout beginnt im Juni 2026 zunächst auf Pixel-Smartphones. Anschließend folgen Geräte ab Android 12. Voraussetzung für die volle Funktionalität: Beide Gesprächspartner müssen aktuelle Versionen der Google-Apps für Telefonie, Nachrichten und Kontakte nutzen.
Steigende Schäden durch Identitätsbetrug
Hintergrund der Initiative sind massiv gestiegene Verluste durch Betrug. Laut Interpol beliefen sich die weltweiten Schäden im Jahr 2025 auf rund 442 Milliarden US-Dollar. In den USA meldete die Federal Trade Commission für 2024 Schäden von 2,95 Milliarden Dollar durch Identitätsbetrug.
Für den deutschen Markt beobachten Experten einen durchschnittlichen Schaden von 1.180 Euro pro Betrugsfall in der Messenger-Kommunikation. Besonders die Reaktionsgeschwindigkeit der Opfer spielt den Tätern in die Hände: Rund 44 Prozent der Betroffenen leisten innerhalb von 30 Minuten eine Zahlung.
Branchenanalysten verweisen auf eine deutliche Zunahme KI-gestützter Angriffe im ersten Halbjahr 2026. Die Zahl entsprechender Attacken hat sich vervielfacht.
Sicherheitsupdate und funktionale Erweiterungen
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Zusammen mit der Betrugserkennung schließt Google mit dem aktuellen Update insgesamt 124 Sicherheitslücken. Darunter befindet sich die kritische Zero-Day-Schwachstelle CVE-2025-48595, die Geräte mit Android 14 bis 16 betrifft.
Das als „Android Drop“ bezeichnete Funktionspaket bringt weitere Neuerungen. Die Suchfunktion „Circle to Search“ wurde für Nutzer ab Android 14 um eine spezialisierte Erkennung für Kleidungsstücke erweitert. Auch die Datenaustausch-Funktion Quick Share wurde optimiert – für eine bessere Zusammenarbeit mit Geräten von Samsung, OnePlus und Honor.
Für Kinder unter 13 Jahren führt Google zudem Funktionen wie die Verwaltung von Notfallkontakten und eine automatische Autounfallerkennung ein.
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