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Arbeitsmarkt, Bildung

Gewerkschaften und Arbeitgeber streiten um Weiterbildung und Qualifizierung bei der Bundesagentur fĂŒr Arbeit.

27.08.2021 - 01:03:35

Gewerkschaften widersprechen Arbeitgebern bei Arbeitsagentur

Der Vorschlag, die BA noch stĂ€rker zur Weiterbildungsagentur umzubauen, "muss in Koalitionsverhandlungen unbedingt aufgegriffen und mit Leben gefĂŒllt werden", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Freitagausgabe). Hoffmann nannte es "nicht nachvollziehbar", dass BDA-Chef Rainer Dulger dies vehement ablehne.

"Als ArbeitgeberprĂ€sident sollte er wissen, dass der auf der Arbeitswelt lastende Transformationsdruck die Arbeitsbedingungen eines großen Teils der BeschĂ€ftigten verĂ€ndern wird. Statt anderen `GrĂ¶ĂŸenwahnsinn` vorzuwerfen, sollte er sich lieber fĂŒr ein grĂ¶ĂŸeres Engagement der Wirtschaft beim Thema Weiterbildung einsetzen." Der DGB-Vorsitzende argumentierte, gerade BeschĂ€ftigte in niedriger bezahlten TĂ€tigkeiten mĂŒsse die Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung gegeben werden. Die Menschen mĂŒssten sich im Strukturwandel auf die UnterstĂŒtzung der BA bei notwendiger beruflicher Umorientierung verlassen können. "Der Ausbau der Weiterbildungsberatung und -förderung durch die BA ist daher ausdrĂŒcklich zu unterstĂŒtzen." Hoffmann forderte zudem, die nĂ€chste Bundesregierung mĂŒsse das Land "stĂ€rker fĂŒr Einwanderung öffnen und Eingewanderten den Zugang und Einstieg in Arbeit erleichtern, etwa durch die Anerkennung auslĂ€ndischer Qualifikationen". Zwar bestehe hier mittlerweile eine flĂ€chendeckende Struktur, diese mĂŒsse jedoch dringend harmonisierter, berechenbarer und schneller werden. Zur FachkrĂ€ftegewinnung gehört es nach den Worten des Gewerkschafters auch, inlĂ€ndisch vorhandenes Potenzial zu heben. Eingewanderten, die sich aus humanitĂ€ren GrĂŒnden in Deutschland aufhielten, sei aber hĂ€ufig der Zugang zum Arbeitsmarkt aufgrund enger gesetzlicher Regelungen verwehrt. "Hier wĂ€re ein offener Spurwechsel aus einem humanitĂ€ren Status in Ausbildung und BeschĂ€ftigung ein guter Weg, um FachkrĂ€fte in Deutschland auszubilden." BA-Chef Detlef Scheele hatte zuvor erklĂ€rt, Deutschland gingen die FachkrĂ€fte aus. Durch die demografische Entwicklung nehme die Zahl der potenziellen ArbeitskrĂ€fte im typischen Berufsalter bereits in diesem Jahr um fast 150.000 ab. Scheele sagte voraus: "In den nĂ€chsten Jahren wird es viel dramatischer." Deutschland brauche rund 400.000 Zuwanderer pro Jahr und damit deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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