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Finanzielle Absicherung: Nur 58% der Beschäftigten fühlen sich sicher

03.06.2026 - 07:18:23 | boerse-global.de

Nur 58 Prozent der Beschäftigten fühlen sich finanziell sicher. Die geplante Arbeitszeitreform stößt auf breite Skepsis.

KI-Agenten revolutionieren die Arbeitswelt – doch die Mitarbeiter leiden - Bild: über boerse-global.de
KI-Agenten revolutionieren die Arbeitswelt – doch die Mitarbeiter leiden - Bild: über boerse-global.de

Doch die Realität sieht anders aus: Nur gut die Hälfte der Beschäftigten fühlt sich finanziell abgesichert. Das zeigt der aktuelle Kununu-Happiness-Index, der im Juni 2026 veröffentlicht wurde.

Die große Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die Studie basiert auf Daten von über 3.200 Beschäftigten. 90 Prozent nennen finanzielle Sicherheit als wichtigstes Ziel. Doch nur 58 Prozent sehen sich in einer entsprechenden Lage. Das durchschnittliche Nettoeinkommen liegt bei 2.700 Euro.

Besonders hart trifft es die Jungen: 62 Prozent der 18- bis 29-Jährigen streben Wohneigentum an. Gerade einmal 18 Prozent können sich das leisten. Dabei bleibt die Vergütung der entscheidende Faktor für Motivation und Bindung. 93 Prozent sehen Gehaltserhöhungen als Wertschätzung, 69 Prozent würden mehr Geld direkt motivieren.

Die Debatte um längere Arbeitstage

Die Bundesregierung plant eine Reform der Arbeitszeitregelungen. Statt täglicher Höchstarbeitszeiten soll eine wöchentliche Grenze treten. Ein Gesetzentwurf wird noch für Juni erwartet. 14 Wirtschaftsverbände unterstützen das Vorhaben – sie versprechen sich mehr Flexibilität für Betriebe und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Doch die Wissenschaft warnt. Bernd Fitzenberger, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), sieht Gesundheitsrisiken bei langen Arbeitstagen. Er plädiert für freiwillige Mehrarbeit statt Aufweichung der Acht-Stunden-Grenze. Die Beschäftigten teilen diese Skepsis: 75 Prozent befürchten negative Folgen, wenn Arbeitstage zehn Stunden überschreiten. Daten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigen: Nach zwölf Stunden Arbeit verdoppelt sich das Unfallrisiko.

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Demografischer Wandel verschärft den Druck

Bis 2036 gehen rund 19,5 Millionen Babyboomer in Rente. Nur 12,5 Millionen junge Arbeitskräfte rücken nach. Die Fachkräftelücke lag im Juni 2025 bereits bei 391.000 unbesetzten Stellen.

Die Unternehmen reagieren: 85 Prozent setzen auf kompetenzbasiertes Recruiting. Sie stellen nach Fähigkeiten ein, nicht nach formalen Qualifikationen. Gleichzeitig rücken ungenutzte Potenziale in den Fokus. In der Schweiz identifizierte der Arbeitgeberverband rund 86.000 Vollzeitstellen, die durch „Lifestyle-Teilzeit“ unbesetzt bleiben – besonders bei Über-50-Jährigen und Hochqualifizierten.

Deutsche Ökonomen um die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer schlagen eine Reform des Ehegattensplittings vor. Das könnte rechnerisch 49.000 zusätzliche Vollzeitstellen schaffen.

Psychische Belastungen kosten Milliarden

Die gesundheitlichen Folgen sind gravierend. 2024 lag die durchschnittliche Zahl der Krankheitstage bei 14,8. Psychisch bedingte Ausfälle erreichten 2023 einen Höchststand – mit durchschnittlich 33 Fehltagen pro Fall. Besonders betroffen: die 18- bis 29-Jährigen.

Die wirtschaftlichen Kosten sind enorm. Für die Schweiz bezifferte man den Schaden durch arbeidsbedingten Stress 2022 auf 6,5 Milliarden Franken. In Deutschland wurden 2024 insgesamt 1.189,7 Millionen Überstunden geleistet – über 53 Prozent davon unbezahlt.

Instabile Arbeitsverhältnisse und KI als Trennungsgrund

Ein aktueller Kündigungsreport aus dem Juni 2026 zeigt: Fast jede dritte Arbeitsbeziehung scheitert innerhalb von fünf Jahren. Auffällig ist der wachsende Einfluss technologischer Veränderungen. Spielte Künstliche Intelligenz 2021 nur in einem Prozent der Trennungen eine Rolle, stieg der Anteil bis 2025 auf acht Prozent.

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