Fasten, Spritze

Fasten oder Spritze: Was beim Abnehmen wirklich wirkt

24.05.2026 - 17:30:55 | boerse-global.de

Studie zeigt: Stoffwechselumstellung beim Fasten beginnt erst nach drei Tagen. GLP-1-Medikamente führen oft zu Muskelverlust und Jojo-Effekt.

Fasten oder Spritze: Was beim Abnehmen wirklich wirkt - Foto: über boerse-global.de
Fasten oder Spritze: Was beim Abnehmen wirklich wirkt - Foto: über boerse-global.de

Während eine Untersuchung die biologischen Effekte von Wasserfasten dokumentiert, warnen Mediziner vor unkontrollierten Diäten. Und der Hype um GLP-1-Medikamente wirft ganz neue Fragen auf.

Die Drei-Tage-Grenze des Stoffwechsels

Eine Studie der Queen Mary University London und der Norwegischen Hochschule für Sportwissenschaften liefert überraschende Details. Veröffentlicht am 23. Mai 2026 in Nature Metabolism, zeigt sie: Bedeutende biologische Umstellungen beim Fasten setzen erst nach etwa drei Tagen ein.

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Zwölf gesunde Probanden fasteten sieben Tage lang nur mit Wasser. Das Ergebnis: durchschnittlich 5,7 Kilo Gewichtsverlust. Besonders wichtig: Der reine Fettverlust blieb auch nach der Wiederaufnahme von Nahrung stabil. Mehr als ein Drittel der gemessenen Proteine veränderte sich während der Fastenkur signifikant.

Die Autoren mahnen jedoch zur Vorsicht. Risiken wie Dehydrierung und Elektrolytstörungen sind real. Längere Fastenperioden gehören unter ärztliche Aufsicht.

Sanfte Alternative: Die 2:2:1-Methode

Wer es weniger radikal mag, kann auf die 2:2:1-Methode setzen. Zwei Minuten zügiges Gehen, zwei Minuten lockeres Joggen, eine Minute langsames Gehen. Experten empfehlen 20 bis 30 Minuten, drei- bis fünfmal pro Woche. Das kurbelt die Fettverbrennung effizient an.

Hormonelle Fallstricke für Frauen

Intervallfasten ist nicht für alle gleich geeignet. Besonders Frauen in den Wechseljahren sollten vorsichtig sein. Die Health-Coachin Adaeze Wolf warnt: Hormonelle Verschiebungen bei Östrogen, Progesteron und Testosteron führen ohnehin zu Muskelabbau und sinkendem Grundumsatz.

Langes Fasten lässt den Cortisolspiegel steigen. Der Körper gerät in Stress – und lagert paradoxerweise Bauchfett ein. Die Alternative: Regelmäßige Mahlzeiten mit Pausen von vier bis fünf Stunden. Die nächtliche Fastenperiode sollte auf zwölf Stunden begrenzt bleiben.

Daniela Dworzak ergänzt: Frauen ab 40 in der Perimenopause brauchen nach dem Training gezielt Kohlenhydrate. Nur Protein reicht nicht, um die Regeneration zu unterstützen und den Cortisolspiegel zu senken.

Wer besser auf Fasten verzichtet

Dr. Anupama K. nennt klare Risikogruppen: Diabetiker, Patienten mit Magengeschwüren, Reflux oder chronischen Lebererkrankungen. Auch Schwangere, Stillende, Kinder und ältere Menschen sollten ohne ärztliche Begleitung nicht fasten.

Der Jojo-Effekt der Wunderspritze

GLP-1-Medikamente wie Semaglutid und Tirzepatid boomen. Doch eine Auswertung des BMJ zeigt die Schattenseite. Nach dem Absetzen nehmen Patienten rund 400 Gramm pro Monat wieder zu. Nach 1,5 bis zwei Jahren ist das Ursprungsgewicht oft erreicht.

Die Endokrinologin Lucie Favre vom Universitätsklinikum CHUV in Lausanne betont: Adipositas ist eine chronische Krankheit. Sie braucht dauerhafte Behandlung.

Noch kritischer: der Verlust von Muskelmasse. Über 70 Wochen können Patienten mehr als zehn Prozent ihrer fettfreien Masse verlieren – biologisch vergleichbar mit einem Alterungsprozess von 20 Jahren. Bei zwei Dritteln der Patienten entfallen rund 35 Prozent des Gewichtsverlusts auf Muskelgewebe.

Die Gründerinnen des Unternehmens Lumen, Michal und Merav Mor, sind klar: Krafttraining ist essenziell, um metabolisch aktive Muskeln aufzubauen und die Fettverbrennung langfristig zu sichern.

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Boomender Markt, schwarze Schafe

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland erzielte 2022 einen Umsatz von knapp drei Milliarden Euro. Bis zu 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren erhalten Supplemente.

Die Verbraucherzentralen schlagen Alarm: Bei einer Analyse von 33 Kinderprodukten war drei Viertel der Präparate zu hoch dosiert. Kontrolleure des CVUA Karlsruhe fanden zwischen 2020 und 2022 in fast allen Proben für Kleinkinder unerlaubte Zusatzstoffe wie Süßstoffe oder Geschmacksverstärker.

KI-Fakes und gefälschte Chargen

Die Stiftung Warentest warnt vor gefälschter Werbung. KI-generierte Stimmen und Bilder von Prominenten wie Dr. Eckart von Hirschhausen oder führenden Virologen bewerben wirkungslose Mittel gegen Diabetes, Arthrose und zum Abnehmen.

International werden Fälschernetzwerke ausgehoben. In der vietnamesischen Provinz Phu Tho stellten Behörden kürzlich 54 Chargen gefälschter Präparate sicher – deklariert als leber- oder lungenunterstützend.

Der Paradigmenwechsel

Die Branche entfernt sich von pauschalen Diätversprechen. Der Trend geht zur Personalisierung. Technologien wie Atemtests zur Messung der Fettverbrennung zeigen die Richtung.

Die rein kalorische Betrachtung wird durch eine hormonelle und proteinchemische Perspektive ergänzt. Die Erkenntnis, dass biologische Reparaturprozesse beim Fasten erst nach Tagen einsetzen, könnte Fastenprotokolle nachhaltig verändern.

Was kommt als Nächstes?

Die regulatorische Debatte um Nahrungsergänzungsmittel wird sich verschärfen – besonders bei Online-Handel und KI-Werbung. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat bereits eine Empfehlung für die orale Zulassung bestimmter Abnehmpräparate ausgesprochen. Das erleichtert den Zugang, erhöht aber auch das Risiko des Missbrauchs zu kosmetischen Zwecken.

Fachleute erwarten eine stärkere Integration von Krafttraining und gezielter Supplementierung – etwa Magnesium für besseren Schlaf oder Kreatin zum Muskelerhalt. Da Adipositas zunehmend als lebenslange Herausforderung verstanden wird, rücken langfristige Betreuungsmodelle in den Fokus. Das Ziel: Muskelmasse erhalten und metabolische Flexibilität fördern – weit über die reine Gewichtsreduktion hinaus.

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