EMA empfiehlt erste Abnehm-Pille – doch die Nebenwirkungen sind enorm
24.05.2026 - 06:28:19 | boerse-global.deMai die Zulassung einer oralen Variante des Wirkstoffs Semaglutid empfohlen. Damit könnte die erste moderne Abnehmpille auf den europäischen Markt kommen – gedacht für Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht und Begleiterkrankungen.
Doch die Euphorie bekommt einen Dämpfer. Neue Studiendaten zeigen: GLP-1-basierte Medikamente können über 70 Jahre hinweg zu einem Verlust von mehr als zehn Prozent der fettfreien Masse führen. Das entspricht einer physiologischen Alterung von rund 20 Jahren. Bei zwei Dritteln der Patienten entfällt knapp ein Drittel des Gewichtsverlusts auf Muskelgewebe.
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Retatrutide übertrifft alle Erwartungen – fast wie eine OP
Noch wirksamer ist der Wirkstoff Retatrutide von Eli Lilly. Über 80 Wochen hinweg dokumentierten Forscher bei einer Dosierung von 12 Milligramm einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 28,3 Prozent. Fast die Hälfte der Probanden verlor mehr als 30 Prozent ihres Körpergewichts – Werte, die sonst nur nach einer Magenverkleinerung erreicht werden.
Doch Endokrinologin Lucie Favre warnt: Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Setzen Patienten die Medikamente ab, nehmen sie laut Daten des British Medical Journal vom 23. Mai rund 400 Gramm pro Monat wieder zu. Nach spätestens zwei Jahren ist das Ausgangegewicht meist erreicht.
Intervallfasten: Für Frauen in den Wechseljahren gefährlich?
Parallel zu den Medikamenten gerät das Intervallfasten unter kritische Beobachtung. Health-Coachin Adaeze Wolf rät Frauen in den Wechseljahren explizit von strengen Fastenregimen ab. Der Grund: Sinkende Östrogen-, Progesteron- und Testosteronspiegel begünstigen ohnehin den Muskelabbau und senken den Grundumsatz.
Lange Fastenperioden können in dieser Lebensphase den Cortisolspiegel in die Höhe treiben. Ein dauerhaft erhöhtes Stresshormon signalisiert dem Körper eine Notsituation – und fördert paradoxerweise die Einlagerung von Fett, besonders am Bauch. Statt strenger 16:8-Fenster empfehlen Fachleute moderate Pausen von vier bis fünf Stunden am Tag und eine nächtliche Nahrungskarenz von etwa zwölf Stunden.
Der innere Schalter: Was im Schlaf mit unserem Stoffwechsel passiert
Forschende der Technischen Universität Dresden haben einen zentralen Schalter für den Stoffwechsel identifiziert: das Hormon Somatostatin. Es steuert über spezifische Neuronen im Schlaf die Energieverteilung und die Lebensdauer des Organismus. Störungen dieser nächtlichen Prozesse beeinträchtigen die Fähigkeit des Körpers, Energie effizient zu verarbeiten.
Die sogenannte 10-3-2-1-Methode gewinnt daher an Bedeutung: zehn Stunden vor dem Schlafen kein Koffein, drei Stunden vor der Nachtruhe die letzte Mahlzeit. Die Verdauungstätigkeit ist nachts um etwa fünf Prozent reduziert. Ein belasteter Darm während der Schlafphase behindert die Regeneration des gesamten Körpers.
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Vitamin B3 gegen Krebs? Studie warnt vor gefährlichem Effekt
Eine im Fachjournal Cancer Letters am 22. Mai veröffentlichte Studie sorgt für Aufsehen: Das beliebte Anti-Aging-Supplement NMN (Vitamin B3) könnte die Resistenz von Bauchspeicheldrüsenkrebszellen gegenüber Chemotherapien massiv erhöhen. In Versuchen reduzierte sich die Wirksamkeit der Behandlung deutlich, wenn NMN präsent war.
Ähnlich vorsichtig äußern sich Forscher im Journal of Prevention of Alzheimer’s Disease zu Omega-3-Kapseln. Eine Studie mit 800 Teilnehmern über fünf Jahre ergab Hinweise, dass die Präparate bei bestimmten genetischen Voraussetzungen den kognitiven Abbau sogar beschleunigen könnten.
Positiv fällt dagegen die Bewertung von Magnesium aus. Schlafmediziner Dr. Michael Feld bestätigt die punktuelle Sinnhaftigkeit zur Verbesserung der Schlafqualität – sofern ein Mangel oder hohe Stressbelastung vorliegt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät zu maximal 250 Milligramm Tagesdosis über Nahrungsergänzungsmittel.
Der Markt boomt – doch die Nachhaltigkeit fehlt
Der Markt für Gewichtsmanagement könnte bis 2027 ein Volumen von bis zu 150 Milliarden US-Dollar erreichen. Doch die Kluft zwischen schnellen Resultaten und biologischer Nachhaltigkeit wächst. Der massive Muskelverlust durch GLP-1-Präparate rückt flankierende Maßnahmen in den Fokus: gezieltes Krafttraining und eine erhöhte Proteinzufuhr von 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.
Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen urteilte am 22. Mai zur Kostenübernahme von Ginkgo bei schwerer Erschöpfung – ein weiteres Zeichen, dass die Grenzen zwischen klassischer Medizin und evidenzbasierter Supplementierung bei chronischen Leiden durchlässiger werden.
Für 2027 werden weitere Zulassungsanträge für Kombinationspräparate wie Retatrutide erwartet. Bis dahin muss die Forschung den Jo-Jo-Effekt nach dem Absetzen in den Griff bekommen. Die Erkenntnis: Ernährung ist nicht nur eine Frage der Kalorien, sondern der hormonellen Steuerung und der zeitlichen Abstimmung mit dem zirkadianen Rhythmus.
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