Digitale, Medien

Digitale Medien: 1,5 Millionen junge Menschen zeigen riskantes Verhalten

07.06.2026 - 20:30:46 | boerse-global.de

DAK-Studie zeigt riskantes Nutzungsverhalten bei 1,5 Millionen Jugendlichen. KI-Chatbots als Einsamkeitshelfer und Forderung nach Regulierung.

Studie: Riskante Mediennutzung bei 1,5 Millionen Jugendlichen
Digitale - Ein Kind hält ein leuchtendes Smartphone in den Händen, dessen Bildschirm eine digitale Landschaft widerspiegelt. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das ergab eine Studie der DAK und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) vom März 2026.

Besonders alarmierend: Knapp 8 Prozent der Minderjährigen nutzen KI-Chatbots, um Einsamkeit zu bewältigen. Bei Jugendlichen mit depressiven Symptomen steigt dieser Wert auf über 30 Prozent. Die DAK fordert deshalb eine gesetzliche Regulierung noch vor der parlamentarischen Sommerpause.

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Soziale Netzwerke und Streaming als Hauptrisiken

Die Studie zeigt klare Problemfelder: 21,5 Prozent der 10- bis 17-Jährigen nutzen soziale Netzwerke in riskantem Ausmaß, 6,6 Prozent gelten als süchtig. Besonders stark stieg der riskante Konsum bei Streaming-Diensten – im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent.

International uneinheitliche Strategien

Die Niederlande gehen mit einem landesweiten Handyverbot an Schulen seit 2024 vor. Die meisten Gymnasien berichten seither von besserer Konzentration. UNICEF sieht das Wohlbefinden niederländischer Kinder international auf Spitzenplätzen.

Ganz anders die USA: Eine Studie des National Bureau of Economic Research (NBER) mit Daten von über 40.000 Schulen kam im Mai 2026 zu einem ernüchternden Ergebnis. Handyverbote haben dort kaum messbaren Einfluss auf die akademische Leistung. Stattdessen stiegen Disziplinarmaßnahmen und das Stresslevel der Schüler.

Texas verfolgt einen anderen Ansatz: Seit Anfang Juni 2026 gilt dort der „App Store Accountability Act“. Er verpflichtet Apple und andere Betreiber zur Altersverifizierung. Für Minderjährige unter 18 Jahren ist die ausdrückliche Zustimmung der Eltern nötig.

Eltern als Vorbilder gefordert

Die schwedische Gesundheitsbehörde veröffentlichte Anfang Juni 2026 neue Leitlinien. Ihr Kern: Eltern sollen ihre eigene Handynutzung in Gegenwart von Kindern stark einschränken. Die Forschung belege negative Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung, wenn Erwachsene permanent auf Bildschirme starren.

In der pädagogischen Debatte stehen sich zwei Konzepte gegenüber. Das Modell der „Neuen Autorität“ nach Haim Omer setzt auf klare Regeln ohne Diskussionen. Tanja Betz von der Universität Mainz plädiert dagegen für Freiräume: Kinder, die in Entscheidungen einbezogen werden, zeigen mehr Selbstvertrauen.

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Hilfe statt Verbote

Fachkliniken setzen zunehmend auf niedrigschwellige Angebote. Bei einem Symposium Anfang Juni 2026 betonte die Leitung der Vitos Kinder- und Jugendklinik Riedstadt: Medienkompetenz und Dialog sind zentral. Vorgestellt wurde die Plattform HeyCuramenta mit Informationen zur psychischen Gesundheit für Familien.

Praktische Tipps zur Reduktion der Bildschirmzeit gewinnen an Bedeutung. Marktanalysen von 2024 zeigen: Auch 40 Prozent der Erwachsenen haben Anzeichen einer Smartphone-Abhängigkeit. Empfohlen werden technische Maßnahmen wie das Deaktivieren von Benachrichtigungen, Graustufen-Displays oder der Umstieg auf „Dumbphones“ – einfache Mobiltelefone ohne Internetzugang.

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