Gesundheit, Krankheiten

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich auch in Europa immer weiter aus.

07.12.2021 - 13:06:10

Corona-Pandemie - WHO Europa: Kampf gegen Delta nützt auch gegen Omikron. Doch bei der Sorge vor Omikron dürfe die Delta-Variante nicht vernachlässigt werden, sagt die WHO Europa.

Kopenhagen - Jeder zehnte Europäer wird nach Angaben des Europa-Büros der Weltgesundheitsorganisation WHO bis Ende dieser Woche eine nachgewiesene Corona-Infektion hinter sich haben.

Das sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag auf einer aus Kopenhagen übertragenen Online-Pressekonferenz. Die Neuinfektions- und Todesfallzahlen hätten sich in den vergangenen zwei Monaten mehr als verdoppelt. Zugleich bleibe die Zahl der Todesfälle deutlich unter vorherigen Höchstständen, unterstrich Kluge. Ohne die Impfungen gegen Covid-19 wäre die Sterblichkeit erheblich schlimmer gewesen.

Die WHO zählt 53 Länder zur Region Europa, darunter neben der EU auch weiter östlich gelegene Staaten wie Russland, die Ukraine und Türkei. Den jüngsten WHO-Zahlen zufolge sind fast 90 Millionen Infektionen in dieser Region nachgewiesen worden, es gab fast 1,6 Millionen damit in Verbindung stehende Todesfälle. Die Zahl der Neuinfektionen steigt laut Kluge in allen Altersgruppen, während die höchsten Zahlen derzeit in der Gruppe der Fünf- bis 14-Jährigen beobachtet werden.

Kluge berichtete, dass es bis Montag 432 bestätigte Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus in insgesamt 21 Mitgliedstaaten der Region gegeben habe. «Omikron ist in Sicht und auf dem Vormarsch, und wir sind zurecht besorgt und vorsichtig», sagte der Belgier. Das jetzige Problem sei jedoch die weiterhin dominierende Delta-Variante.

«Wie wir heute gegen Delta erfolgreich sind, ist ein Sieg über Omikron morgen», sagte Kluge. Es gehe jetzt vor allem darum, die Lage in der Pandemie zu stabilisieren - und dies bedeute, nicht nur gegen eine Variante, sondern gegen alle Varianten auf einmal vorzugehen. Impfraten müssten gesteigert, Auffrischdosen verabreicht werden. Mehr Masken müssten in Innenräumen getragen, Räume gelüftet werden. Kluge wies zugleich darauf hin, dass Pflichtimpfungen nur «ein absoluter letzter Ausweg» seien, wenn alle machbaren Optionen zur Verbesserung der Impfzahlen ausgeschöpft seien.

© dpa-infocom, dpa:211207-99-288634/3

@ dpa.de

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