Bildung, Religion

Die Einführung des Ethikunterrichts als Alternative zum Religionsunterricht hat die Religiosität der Schüler im Erwachsenenalter verringert.

11.01.2022 - 07:43:23

Studie: Ethikunterricht verringert Religiosität

Das geht aus einer Studie des Münchener Ifo-Instituts hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Gleichzeitig hat sie demnach traditionelle Geschlechterrollen zurückgedrängt und die Arbeitsmarktbeteiligung und Löhne erhöht.

"Neben allgemeiner Religiosität nahm auch die Wahrscheinlichkeit ab, am Gottesdienst teilzunehmen, zu beten oder Mitglied einer Kirche zu sein", sagte Ifo-Forscher Ludger Wößmann. Diese Folgen seien vor allem in katholischen Regionen entstanden. Der Rückgang an Religiosität ging laut Studie einher mit weitreichenden Folgen für Familien und Arbeitsmarkt. "Nach der Einführung des Ethikunterrichts wurden traditionelle Einstellungen zur Aufgabenverteilung der Geschlechter und zur Notwendigkeit der Ehe zurückgedrängt", sagte Ifo-Forscher Benjamin Arold. Dies schlägt sich nieder in der Anzahl der geschlossenen Ehen (-1,5 Prozentpunkte) und der Geburten (-0,1 Kinder). Dafür stiegen die Arbeitsmarktbeteiligung (+1,5 Prozentpunkte), die Arbeitszeiten (+0,6 Wochenstunden) und das Lohnniveau (+5,3 Prozent). Hingegen beeinflusste die Unterrichtsreform offenbar nicht die Lebenszufriedenheit oder ethisches Verhalten wie etwa ein ehrenamtliches Engagement. "Die Einführung der Wahlmöglichkeit zwischen Religions- und Ethikunterricht ging also nicht auf Kosten allgemeiner ethischer Einstellungen", sagte Ifo-Forscherin Larissa Zierow. Grundlage der Studie sind Umfragedaten von mehr als 58.000 Erwachsenen, die zwischen 1950 und 2004 in Westdeutschland eingeschult wurden. Die westdeutschen Bundesländer hatten den verpflichtenden Besuch des Religionsunterrichts zu unterschiedlichen Zeitpunkten durch eine Wahlmöglichkeit zwischen Religions- und Ethikunterricht ersetzt.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Umfrage: Deutsche sehen Umgang mit Schulen gespalten Angesichts der immer weiter anschwellenden Omikron-Infektionswelle ist nur noch eine Minderheit der Deutschen davon überzeugt, dass der Präsenzunterricht an Schulen unbedingt aufrechterhalten werden sollte. (Wissenschaft, 16.01.2022 - 07:03) weiterlesen...

Bildungsministerin will Heizkostenzuschuss auch für BAföG-Empfänger Bildungsministern Bettina Stark-Watzinger (FDP) fordert, dass der vom Bauministerium geplante einmalige Heizkostenzuschuss in Höhe von 135 Euro für einkommensschwache Haushalte auf BAföG-Empfänger ausgeweitet wird. (Wissenschaft, 14.01.2022 - 12:03) weiterlesen...

Erst 3,7 Millionen Euro Luftfilter-Förderung für Schulen und Kitas Aus dem 200-Millionen-Euro-Förderprogramm des Bundes für Raumluftfilter an Schulen und Kitas sind bislang erst 3,7 Millionen Euro an die Länder ausgezahlt worden. (Wissenschaft, 13.01.2022 - 02:03) weiterlesen...

GEW: Antigen-Schnelltests in Schulen müssen Omikron erkennen können Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert in Schulen nur Corona-Tests einzusetzen, die auch die Omikron-Variante des Virus gut erkennen. (Wissenschaft, 13.01.2022 - 00:03) weiterlesen...

Bundesregierung strebt Verfassungsänderung im Bildungsbereich an Um die Qualität der Schulen in Deutschland zu verbessern, strebt die neue Bundesregierung eine Änderung des Grundgesetzes an. (Wissenschaft, 12.01.2022 - 14:16) weiterlesen...

Streit um Lockerungen in Schulen Die große Mehrheit der Fraktionen im Bundestag hat sich gegen laxere Corona-Regeln für Kinder ausgesprochen. (Wissenschaft, 09.01.2022 - 21:56) weiterlesen...