Medizin, Gesundheit

Der Bericht über Genommanipulationen an Embryos aus China hat weltweit Empörung ausgelöst.

04.12.2018 - 11:32:05

Warnung vor Eingriffen - Babys mit manipuliertem Genom: WHO-Chef will Standards. Die WHO beruft jetzt Experten ein. Ausschließen will der WHO-Chef solche Verfahren nicht von vornherein.

Genf - Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der angeblich genmanipulierten Babys in China vor den unbeabsichtigten Konsequenzen solcher Eingriffe gewarnt.

Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus will aber Genom-Manipulationen an Keimzellen nicht von vornherein als Therapie bei Krankheiten ausschließen. Die WHO berufe jetzt ein Expertengremium ein, um alle Aspekte der umstrittenen Technik zu untersuchen, sagte der WHO-Generalsekretär am Montag in Genf. «So etwas kann nicht einfach ohne klare Richtlinien gemacht werden.»

Im November hatte der chinesische Forscher He Jiankui aus der südchinesischen Stadt Shenzhen weltweit Empörung ausgelöst. Er verkündete auf Youtube, er habe mit der Genschere Crispr/Cas9 Embryonen manipuliert, um sie gegen den Aidserreger HIV resistent zu machen. Die Zwillinge Nana und Lulu seien gesund auf die Welt gekommen. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gibt es nicht. Die Bekanntmachung seiner Forschung auf Youtube statt in einem Fachjournal hat unter anderen Forschern Skepsis ausgelöst. Die chinesische Regierung hat eine Untersuchung angeordnet. Der Forscher habe die Behörden nicht wie nötig vorab informiert.

«Genom-Editierung wirft ethische, soziale und Sicherheitsfragen auf», sagte Tedros. «Es ist gut, wenn Experten sich hinsetzen und sich aller Fragen annehmen, um zu sehen, wie die Methode eingesetzt werden kann.» Ausgangsfrage müsse sein, ob solche Methoden überhaupt in Erwägung gezogen werden sollen. «Wir müssen sehr vorsichtig sein. Wir können Genommanipulierung nicht anfangen, ohne ein Verständnis für mögliche unbeabsichtigten Konsequenzen.» In dem Expertengremium sollen neben WHO- und Regierungsvertretern auch unabhängige Forscher sitzen, sagte Tedros.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Rückruf von Pille «Trigoa» betrifft längeren Zeitraum. Berlin - Es drohen Fehler bei der Einnahme und unerwünschte Schwangerschaften: Der Rückruf der Antibabypille «Trigoa» betrifft wohl einen drei Tage längeren Zeitraum als bisher bekannt. Laut einem auf der Webseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte veröffentlichten Hinweis an Apotheker und Ärzte sind Frauen über den Rückruf «aktiv zu informieren», die zwischen dem 27. November und dem 6. Dezember ein entsprechendes Rezept eingelöst haben könnten. Rückruf von Pille «Trigoa» betrifft längeren Zeitraum (Politik, 10.12.2018 - 12:06) weiterlesen...

Von Rückruf der Antibabypille wenige Packungen betroffen. Berlin - Vom Rückruf der Antibabypille «Trigoa» ist nach Einschätzung des Pharmaherstellers Pfizer «eine niedrige Anzahl» von Packungen betroffen. Es drohten wegen falsch bedruckter Tablettenpackungen ungewollte Schwangerschaften, hieß es zur Begründung des Rückrufs. Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales als Aufsichtsbehörde hatte am Freitag mitgeteilt, Frauen, die zwischen 27. November und 3. Dezember das Verhütungsmittel «Trigoa» aus den betroffenen Chargen X34106, X51153 und W98332 erhalten haben, sollen das Medikament über Apotheken zurückgeben. Von Rückruf der Antibabypille wenige Packungen betroffen (Politik, 08.12.2018 - 13:54) weiterlesen...

Verpackungen falsch bedruckt: Antibabypille zurückgerufen. Berlin - Wegen falsch bedruckter Tablettenverpackungen werden mehrere Chargen einer Antibabypille zurückgerufen - es drohen Anwendungsfehler und ungewollte Schwangerschaften. Frauen, die zwischen 27. November und 3. Dezember das Verhütungsmittel «Trigoa» aus den betroffenen Chargen X34106, X51153 und W98332 erhalten haben, sollen das Medikament über Apotheken zurückgeben, teilte das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales mit. Bei diesen Chargen ist die Einnahmereihenfolge auf den sogenannten Blistern falsch ausgewiesen. Das bestätigte das Unternehmen Pfizer auf Anfrage. Verpackungen falsch bedruckt: Antibabypille zurückgerufen (Politik, 07.12.2018 - 17:56) weiterlesen...

Völlig neues System - Eingung bei Reform für Zulassung zum Medizinstudium. Jetzt soll alles besser werden. Jahrelange Wartezeiten, Chancen fast nur für Einser-Abiturienten - bei der Zulassung für ein Medizinstudium liegt heute vieles im Argen. (Politik, 06.12.2018 - 18:34) weiterlesen...