Datenlecks: 600 Millionen Datensätze gestohlen — Betrüger nutzen KI
08.06.2026 - 10:35:33 | boerse-global.de
Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Wer unbekümmert Daten in Apps, Spielen oder Umfragen preisgibt, riskiert langfristige Folgen. Einmal gestohlene Informationen landen in kriminellen Netzwerken und ermöglichen fortlaufende Angriffe. Allein im vergangenen Jahr wurden über 600 Millionen Datensätze geleakt.
KI macht Betrüger gefährlicher
Die Methoden der Angreifer werden immer raffinierter. Künstliche Intelligenz und Deepfakes helfen beim Identitätsdiebstahl und personalisieren Betrugsversuche. In den ersten Monaten dieses Jahres sorgte die sogenannte Silent Ransom Group für Aufsehen: Die Gruppe erbeutete hohe Summen über fingierte Support-Anrufe in Microsoft Teams und Zoom.
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Besonders gefährdet sind Nutzer, deren Daten bereits früher kompromittiert wurden. Organisierte Netzwerke handeln mit gestohlenen Informationen – ein Milliardengeschäft. Vietnam hat bereits 2025 ein spezifisches Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten verabschiedet.
Instagram-Lücke und Dental-Daten geknackt
Anfang Juni zeigte ein Vorfall bei Meta die Verwundbarkeit großer Plattformen: Ein Programmierfehler in einem KI-Support-Chatbot ermöglichte Angreifern den Zugriff auf rund 20.000 Instagram-Konten. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung wurde mittels Prompt-Injection umgangen. Meta schloss die Lücke kurz darauf. OpenAI führte parallel einen speziellen Sicherheitsmodus ein.
Der Gesundheitssektor bleibt ein Hauptziel. Bei einem Einbruch in die Systeme eines US-Dentalversicherers wurden Anfang Juni Daten von 2,6 Millionen Versicherten entwendet – darunter Sozialversicherungsnummern und Geburtsdaten. Die durchschnittlichen Kosten eines Datenlecks liegen inzwischen bei rund 4,88 Millionen Euro.
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Deutsche Firmen schlecht vorbereitet
Die Lage ist alarmierend: Etwa 60 Prozent der befragten Betriebe erfassen ihre Cyberrisiken nicht systematisch. Weniger als die Hälfte sieht sich in der Lage, einen aktiven Angriff erfolgreich abzuwehren. Für kleinere Firmen können schwere IT-Sicherheitsvorfälle innerhalb weniger Monate existenzbedrohend wirken.
In Deutschland zeichnet sich unterdessen ein Wechsel in der Aufsichtsbehörde ab. Die Koalitionsspitzen haben sich auf den Freiburger Rechtswissenschaftler Moritz Hennemann als neuen Bundesdatenschutzbeauftragten geeinigt. Er soll auf Louisa Specht-Riemenschneider folgen. Schleswig-Holstein geht einen anderen Weg: Zehntausende Verwaltungsrechner werden auf Open-Source-Software umgestellt – um den Zugriff durch US-Behörden auf Basis des Cloud Acts zu unterbinden.
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