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Kriminalität, Internet

Cyberattacken haben in deutschen Unternehmen zuletzt doppelt so viel Schaden angerichtet wie noch vor wenigen Jahren.

06.08.2021 - 11:54:02

Cyberkriminalität - Unternehmen beklagen immense Schäden durch Cyberangriffe. Die Corona-Pandemie und Homeoffice tragen ihren Teil dazu bei.

hat nach einem starken zweiten Quartal die Umsatzprognose erhöht. Da das Unternehmen aber noch mehr Geld in das Wachstum stecken will, senkte das Management die Prognose für die operative Marge. Der Erlös soll im laufenden Jahr jetzt auf 4 bis 4,4 Milliarden Euro steigen, wie das seit Kurzem im MDax notierte Unternehmen am Freitag in Berlin mitteilte. Damit liegt die neue Spanne 200 Millionen Euro über der bisherigen. Am Finanzmarkt kam das gesenkte Margenziel nicht gut an - die Aktie verlor am Vormittag deutlich.

Im zweiten Quartal legte der Erlös im Vergleich zum Vorjahr um 164 Prozent auf etwas mehr eine Milliarde Euro zu. Dabei konnte der Konzern die operative Marge verbessern, blieb aber im negativen Bereich. Die Marge gemessen am um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe minus 2,1 Prozent nach minus 2,5 Prozent im Vorjahr betragen. In absoluten Werten bedeutete dies einen Anstieg des operativen Verlusts um 130 Prozent auf 23 Millionen Euro. Im laufenden Jahr rechnet der Konzern bei der Marge jetzt mit einem negativen Wert zwischen 2,5 und 3 Prozent nach zuvor 2 bis 2,5 Prozent.

Dies führte am Aktienmarkt zu Verkäufen. Die seit Februar an der Börse notierte Aktie gab 2,7 Prozent auf 39,25 Euro ab. Damit gehört das Papier zu den schwächsten Titeln im MDax. Die Auto1-Aktie hat bisher eine durchwachsene Börsenbilanz. Vom Ausgabepreis in Höhe von 38 Euro ging es gleich am ersten Handelstag bis auf fast 57 Euro nach oben. Die Euphorie hielt allerdings nicht lange an und der Kurs bröckelte peu a peu bis auf das bisherige Tief von 34,46 Euro Ende Juni ab. Inzwischen konnte sich die Aktie wieder etwas erholen, liegt aber nur knapp über dem Ausgabepreis.

Gemessen an den neuen Zielen könnte der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bis auf rund 130 Millionen Euro steigen. Die von Bloomberg erfassten Analysten haben bisher einen operativen Verlust von rund 100 Millionen Euro auf dem Zettel. Beim Umsatz gehen die Experten bislang von einem Wert von 4,1 Milliarden Euro aus - also nah dem unteren Ende der neu von Auto1 ausgerufenen Spanne.

Im vergangenen Jahr sank der Umsatz des in 30 Ländern aktiven Konzerns wegen der Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie um fast ein Fünftel auf 2,8 Milliarden Euro - der operative Verlust habe dabei rund 15 Millionen Euro betragen. Der Konzern versucht derzeit seine Bekanntheit unter anderem durch Fußball-Sponsoring zu steigern. So ist Auto1 seit dieser Saison auf der Brust des Trikots vom Fußballverein Hertha BSC Berlin und auch Partner von Paris Saint-Germain. An der Börse ist das Unternehmen derzeit etwas mehr als acht Milliarden Euro wert.

Größter Anteilseigner ist der japanische Technologieinvestor Softbank, der rund 16 Prozent der Anteile hält. Die beiden Unternehmensgründer Christian Bertermann und Hakan Koc halten Bloomberg-Daten zufolge jeweils noch knapp 13 Prozent. Bertermann leitet das Unternehmen, während sich Koc inzwischen in den Aufsichtsrat zurückgezogen hat. Auto1 ist sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft tätig, war bislang aber vor allem auf den Großhandel spezialisiert. Unter der Marke wirkaufendeinauto.de können Privatleute ihre Fahrzeuge verkaufen. Gekauft werden kann auf der Plattform Autohero, die der Konzern derzeit mit viel Werbung zu starkem Wachstum bringen will.

"Unser Autohero-Geschäft wächst weiterhin deutlich schneller als erwartet, und wir werden auch in Zukunft stark in Autohero investieren, während wir weiterhin daran arbeiten, die beste Plattform zu bauen, um Autos online zu kaufen und zu verkaufen", sagte Bertermann. Die Zahl der über Autohero verkauften Fahrzeuge sei im zweiten Quartal auf 8415 gestiegen - in dem von Corona geprägten Vorjahresquartal waren es lediglich etwas mehr als tausend.

Deutlich größer ist aber das Geschäft mit gewerblichen Händlern. Die nach Angaben des Unternehmen größte Großhandelsplattform konnte die Zahl der Autos, die von Privatleuten an Händler (C2B) verkauft wurden, zwischen April und Ende Juni auf rund 116 000 Fahrzeuge steigern - das ist ein Plus von zehn Prozent zum ersten Quartal. Der Umsatz der C2B-Sparte zog im Quartalsvergleich um ein Fünftel auf 799 Millionen Euro an.

Im laufenden Jahr will Auto1 im Großhandelsbereich 554 000 bis 580 000 Autos verkaufen. Der Konzern ist damit in diesem Segment etwas vorsichtiger als zuletzt. Im Privatkundensegment sollen es über Autohero zwischen 38 000 und 43 000 werden. Konzernweit wird jetzt ein Absatz von bis zu 623 000 Autos angepeilt - das wäre ein Plus von rund 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bislang hatte die Absatzprognose bei bis zu 638 000 gelegen.

@ dpa.de